Absalon wird zum fünften Mal Weltmeister | Ride MTB

Absalon wird zum fünften Mal Weltmeister

Julien Absalon wird erstmals nach seinem letzten Titelgewinn im Jahr 2007 wieder Weltmeister. Nino Schurter kann dem Franzosen in der zweiten Hälfte nicht mehr folgen und hervorragender Zweiter. Marco Fontana holt sich nach einem spannenden Finish Bronze. Mit Lukas Flückiger und Ralph Näf schaffen den Sprung in die Top-10.

Nino Schurter setzt wie gewohnt vom Start weg die Pace. Schon nach 1,5 Kilometern dreht er sich nach dem Verfolgern um und die Lücke beträgt bereits zehn Sekunden. Hinter ihm folgen zuerst Mathias Flückiger und dann der Italiener Marco Fontana und Manuel Fumic aus Deutschland. Julien Absalon liegt da schon 20 Sekunden zurück, doch der Franzose, der zum ersten Mal in seiner Karriere in einem wichtigem Rennen auf einem Fully unterwegs ist, kämpft sich immer weiter nach vorne.

In der dritten Runde kämpft er sich zu den Verfolgern nach vorne und lässt die sofort hinter sich. Mathias Flückiger war da schon zurück gefallen und es ist das Cannondale-Duo Fumic und Fontana, das hinter den beiden Spitzenfahrern um die Bronze-Medaille kämpft. Absalon kann in der vierten Runde zu Nino Schurter aufschliessen und es dauert dann noch eine Runde bis die Entscheidung fällt. «Ich hatte einen guten Start und hatte das Gefühl, dass ich das kontrollieren kann. Als Absalon kam, dachte ich, okay, jetzt fängt das Rennen richtig an», erklärt Schurter dazu.

Doch in der fünften Runde greift Absalon am längsten Anstieg an und reisst eine Lücke. «Ich konnte nicht mehr so leiden. Es war vielleicht ein Rennen zu viel und als er einen Vorsprung hatte, habe ich mich darauf konzentriert die Silbermedaille zu sichern und nichts mehr zu riskieren», erklärt Schurter. «Gegen Absalon zu verlieren ist keine Schande. Er ist der Mann des Mountainbike-Sports», sagt der dreifache Weltmeister, der mit einem Sieg mit Absalon gleich gezogen hätte.

Der Vorsprung des Franzosen wächst, doch auch Schurters Vorsprung auf die Verfolger steigt immer weiter an. In der Schluss-Abfahrt, kaum 200 Meter vor dem Ziel leistet er sich noch eine Unkonzentriertheit und stürzt – ohne grössere Folgen. «Als ich heute morgen aufgestanden bin, wollte ich schon meinen Titel verteidigen, aber ich bin mit Silber auch zufrieden. Absalon war heute stärker», kommentiert Schurter noch.

Dritter wird der Olympia-Dritte Marco Fontana, dem man das nach der bisherigen Saison nicht zugetraut hat. In den letzten beiden Runden wird es dramatisch. Manuel Fumic fährt nach wie vor mit Fontana um Bronze, als er glaubt, dass in seinem Hinterrad eine Speiche Geräusche macht. Er tauscht das Hinterrad und verliert den Anschluss. Später stellt sich heraus, dass es nur ein Ast war. 45 Sekunden hinter Fontana nimmt er das Rennen wieder auf, mit seinem deutschen Landsmann Moritz Milatz am Hinterrad. Beide können zu Fontana aufschliessen, als der Ende der vorletzten Runde einen Hinterrad-Defekt erleidet. Doch Fontana ist es, der die grössten Reserven hat und vor den beiden Deutschen Bronze gewinnt.

Lukas Flückiger hat einen schlechten Start erwischt, genau das, was er eigentlich vermeiden will. Schon nach einer Runde hat fast eine Minute Rückstand und liegt nur auf Rang 19. Seine Aufholjagd bringt ihn zwar noch auf Rang sieben, doch das ist nicht das, was er sich vorgestellt hat. «Es ist schwer sich zu motivieren, wenn man um eine Medaille fahren will und dann nach einer Runde schon merkt, dass es nicht drin ist. Ich hatte auch keine guten Beine», bekennt Flückiger.

Ralph Näf wird noch Zehnter, nach einem miserablen Start. «So einen Katastrophenstart hatte ich noch nie», sagt er im Ziel. Nur 27. ist er nach einer Runde. Über den zehnten Rang selbst ist er nicht enttäuscht, doch es wäre wohl deutlich mehr drin gewesen, wenn er besser weg gekommen wäre.

Auf der defektanfälligen Strecke beklagen unter anderem Mathias Flückiger, Florian Vogel und auch Fabian Giger Plattfüsse. Sie alle hätten Chancen gehabt, unter die ersten zehn zu fahren.

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