Aufholjagd zur dritten WM-Medaille
Die eidgenössische Staffel liegt bis zu Schluss-Fahrer Nino Schurter nicht in den vorderen Regionen. Startfahrer Andri Frischknecht holt alles aus sich heraus, wechselt aber gegen etliche Elite-Fahrer nur an zehnter Position. «Ich bin voll übers Limit gegangen und habe mich bis zur letzten Sekunde zerrissen für das Team», erklärt Frischknecht, der sich so verausgabt, dass er sich Minuten später sogar übergeben muss.
Junior Filippo Colombo fährt im Rahmen seiner Möglichkeiten und holt vor allem gegenüber dem stärker eingeschätzten Deutschen Luca Schwarzbauer Zeit heraus. Jolanda Neff übernimmt immer noch an der zehnten Position, doch da sie gegen viele andere Frauen unterwegs ist, kann sie sich auf Rang sechs verbessern.
Der Abstand zu den Franzosen beträgt da jedoch schon über eine halbe Minute und als Neff an Nino Schurter übergibt, hat dieser 50 Sekunden Differenz. Das ist ein Rückstand, der gegen einen Weltklassefahrer wie Maxime Marotte nicht aufzuholen ist. «Ich habe irgendwann die Info bekommen, dass ich noch 40 Sekunden Rückstand habe. Das hat mich dann ziemlich schnell demotiviert. Gegen einen Elitefahrer kannst du vielleicht zehn, 15 Sekunden gut machen, aber keine 50“, erklärt Schurter.
Als es in den letzten Anstieg hinein geht, bemerkt er plötzlich, dass Jaroslav Kulhavy nicht weit ist. Der Tscheche hat ihn voriges Jahr beim Weltcup-Finale genau da abgezogen. Schurter lacht. «Ich dachte, nein, das kann nicht sein.» Der Churer gibt noch mal Gas und sichert seinem Team mit 45 Sekunden Rückstand auf Frankreich die Silbermedaille. Kulhavy kommt zehn Sekunden dahinter als Dritter ins Ziel. «Es war schon vorher klar, dass es kaum möglich ist die Franzosen zu schlagen. Die sind auf allen Positionen spitze besetzt. Mit Silber können wir sehr zufrieden sein. Es ist vor allem cool, weil wir so ein junges Team am Start hatten», resümiert Schurter.
Jolanda Neff hat auf ihrer Runde kurz Probleme, weil ihr die Schwedin Kajsa Snihs ein Überholmanöver verhindert, in dem sie die Linie wechselt, doch für den Rest ist sie zufrieden. «Es ist erst meine dritte Staffel und die Leistung ist immer schwer zu beurteilen. Aber ich freue mich über meine erste Team-Medaille», sagt Neff. Sie produziert eine um zwei Sekunden langsamere Zeit als die Französin Pauline Ferrand Prevot, die am Freitag ihre grosse Rivalin um den U23-Weltmeister-Titel sein wird.
Junior Colombo fand es «eine harte Prüfung», ist aber glücklich gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf dem Podest zu stehen.