Bad Reichenhall führt die Koexistenz ein
In Bad Reichenhall befahren einheimische Mountainbiker die Wanderwege seit vielen Jahren. Im Frühjahr 2022 war damit allerdings Schluss, es wurden überall Verbotsschilder aufgestellt, somit die Mountainbiker von sämtlichen Trails verbannt. Der Grund, durch den Mountainbike Boom hätten Schäden an den Wegstrukturen zugenommen, der grössere Unterhaltsaufwand war nicht geregelt. Doch mit den Verboten kamen erst die Probleme. Wo es zuvor keine Konflikte zwischen Wanderern und Mountainbikern gab, nahmen diese mit den Verboten plötzlich zu. Die massive Kritik an dieser umstrittenen Massnahme liess seitens der Mountainbiker nicht lange auf sich warten.
Noch im Frühsommer 2022 kam es zum konstruktiven Dialog mit der Stadtverwaltung, und es wurde eine alternative Lösung erarbeitet. Es wurde zur Kenntnis genommen, dass der Mountainbikesport keine temporäre Erscheinung, sondern ein dauerhaft etablierter Sport geworden ist. Da Verbote ebenso wenig bringen, fiel die Entscheidung, auf mehr Toleranz, gegenseitige Rücksichtnahme und Schonung der Natur hinzuweisen. Als Massnahme wurden alle Verbotsschilder wieder abmontiert und durch «Mitnand» Tafeln ersetzt, die für ein respektvolles Miteinander auf den Wegen werben.
Spezifische Tafeln am Trail-Einstieg sprechen die Mountainbiker an, die am Trail-Ende sprechen die Wanderer an. Tatsächlich funktioniere dieses Konzept bisher sehr gut und der gegenseitige Respekt sei seither eher gestärkt worden. Weiter macht der Deutsche Alpenverein in Schulungsveranstaltungen auf die Verhaltensregeln aufmerksam, und auch der Wegeunterhalt soll intensiviert werden.