Bernet und Gehrig gewinnen die Aventyr-Premiere
Das Aventyr Trans-Engiadina feierte vom 19. bis 23. August seine Premiere. Das Konzept: ein mehrtägiges Enduro-Rennen, bei dem die Strecken bis zum Start geheim bleiben. Gefahren wird blind, statt Streckenkenntnis zählen Reaktionsvermögen und Linienwahl. Ursprünglich waren drei Renntage in Val Müstair, Samnaun und Scuol geplant.
133 Fahrer standen in der Ergebnisliste, 103 davon erreichten das Ziel. Das grösste Feld stellten die Open Men mit 58 Fahrern, gefolgt von 51 Master Men. Hinzu kamen elf Open Women, sieben Master Women sowie sechs E-Biker. Doch bereits vor dem eigentlichen Rennstart wurde klar, dass bei diesem Abenteuer auch Improvisation gefragt war.
Regen zwingt zur Planänderung
Starker Regen durchkreuzte das geplante Programm. Die erste Etappe musste gestrichen werden, und auch der zweite Renntag konnte nicht wie vorgesehen in Samnaun stattfinden. Die Organisatoren reagierten kurzfristig und verlegten das Rennen kurzerhand nach Scuol. Damit bekam der Begriff «Abenteuer» bereits bei der Premiere eine zusätzliche Bedeutung.
Bernet setzt sich durch
Bei den Open Men legte der Schweizer Jonas Bernet früh die Basis für seinen Gesamtsieg. Dahinter entwickelte sich ein enger Kampf mit dem Deutschen Christian Textor, dem Belgier Olivier Bruwiere, dem Deutschen Carlos Lagier und dem Franzosen Lucas Frigout.
Im Rennverlauf wechselten die Kräfteverhältnisse immer wieder. Bruwiere gehörte ebenso zu den schnellsten Männern wie Frigout, während Textor vor allem gegen Ende nochmals Druck machte. Bernet blieb jedoch konstant und brachte seinen Vorsprung über die 13 gewerteten Abfahrtsetappen ins Ziel.
Mit einer Gesamtzeit von 1:04:45,23 Stunden gewann Bernet die erste Austragung des Aventyr. Textor fehlten 54,32 Sekunden zum Sieg. Bruwiere komplettierte das Podest mit 1:41,67 Minuten Rückstand. Lagier und Frigout folgten auf den Rängen vier und fünf.
Gehrig gewinnt Frauenduell
Bei den Open Women entwickelte sich vor allem ein Duell zwischen der Schweizerin Anita Gehrig und der Deutschen Ines Thoma. Gehrig erwischte den besseren Auftakt und legte früh die Basis für ihren späteren Gesamtsieg. Thoma hielt dagegen und blieb über das gesamte Rennen ihre hartnäckigste Konkurrentin.
Zum Ende drehte Thoma nochmals auf und machte Zeit auf Gehrig gut. Für die Wende reichte es jedoch nicht. Nach 1:16:32,97 Stunden Rennzeit gewann Gehrig mit 1:02,06 Minuten Vorsprung. Die Deutsche Tanja Naber sicherte sich mit 5:48,18 Minuten Rückstand Rang drei. Die Schweizerinnen Kim Baggenstoss und Jessica Strauss komplettierten die Top Fünf.
Damit endete die erste Austragung mit zwei Schweizer Siegen. Noch stärker als die Resultate prägte jedoch das Format die Premiere: unbekannte Trails, Fahren auf Sicht und ein Wetterumschwung, der selbst die Organisation zum Improvisieren zwang. Ausgerechnet die Planänderungen machten das Aventyr damit zu genau jenem Abenteuer, das sein Name verspricht.