Ghost Bikes ist am Ende | Ride MTB

Ghost Bikes ist am Ende

Ghost verschwindet aus dem Mountainbike-Universum

Ghost verschwindet aus dem Mountainbike-Universum

Foto: GHOST-Bikes

Für den deutschen Mountainbike-Hersteller Ghost gibt es keine Rettung. Nach der Insolvenz der Accell Group ist die Suche nach einem Investor gescheitert. Die verbliebenen Fahrräder werden verkauft, der Geschäftsbetrieb eingestellt. Damit endet vorerst die Geschichte einer der bekanntesten deutschen Mountainbike-Marken.

Für Ghost Bikes gibt es kein Happy End. Das Insolvenzverfahren über die Ghost-Bikes GmbH im bayerischen Waldsassen wurde am 1. November eröffnet. Die Suche nach einem Investor blieb erfolglos. Keines der eingegangenen Angebote versprach den Gläubigern einen höheren Erlös als die Verwertung der verbliebenen Warenbestände.

Die restlichen Fahrräder werden deshalb als Gesamtpaket an einen Grosshändler verkauft. Einzelbestellungen sind ab sofort nicht mehr möglich. Anschliessend wird der Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung beschäftigt Ghost noch 53 Mitarbeitende.

Von der Garage zum internationalen Hersteller

Ghost wurde 1993 von Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald im oberpfälzischen Waldsassen gegründet. Aus der kleinen Fahrradschmiede entwickelte sich eine international bekannte Mountainbike-Marke mit einer breiten Palette vom Cross-Country-Racebike bis zum Enduro und E-Mountainbike.

Im Jahr 2008 wurde Ghost Teil der niederländischen Accell Group. Bereits 2023 verlagerte der Konzern die Fahrradproduktion aus Waldsassen ins Ausland. Nun folgt das endgültige Aus für den Geschäftsbetrieb am Gründungsstandort.

Haibike und Winora gerettet – Ghost nicht

Der Niedergang von Ghost ist Teil der weitreichenden Krise der Accell Group. Der niederländische Fahrradkonzern wurde 2022 mehrheitlich vom US-Finanzinvestor KKR übernommen – ausgerechnet zum Ende des Corona-Fahrradbooms. Sinkende Nachfrage, hohe Lagerbestände und massiver Preisdruck brachten den Konzern in Schwierigkeiten. Auch umfangreiche Restrukturierungen konnten den Zusammenbruch nicht verhindern.

Anfang August 2026 beantragten die deutschen Accell-Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung. Während für die Schwestermarken Haibike und Winora Ende Oktober mit der zur singapurischen DuTech-Gruppe gehörenden Bike Tree GmbH ein Käufer gefunden wurde, blieb Ghost ohne Rettung.

Mit Ghost verschwindet damit vorerst ein weiterer traditionsreicher Name aus der aktiven Mountainbike-Industrie. Ob die Markenrechte zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Besitzer finden und Ghost unter anderer Führung zurückkehren könnte, ist offen.


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