Berta feiert ihren ersten Weltcup-Sieg, und das auch noch zu Hause
Martina Berta und Luca Martin gewinnen die Cross-Country-Rennen beim fünften Weltcup der Saison in La Thuile. Auf dem neuen, technisch anspruchsvollen Kurs auf 1500 Meter über Meer setzt sich die italienische Meisterin erstmals in einem Elite-Weltcup durch. Martin feiert derweil seinen zweiten Cross-Country-Sieg in Folge und baut seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus.
Die 3.2 Kilometer lange Strecke im Aostatal verlangte den Fahrern mit langen Anstiegen, ausgefahrenen Abfahrten und einem steilen Steinfeld alles ab. Gleich nach dem Start wartete ein 652 Meter langer Aufstieg. Dazu kamen loser Untergrund und technisch schwierige Waldpassagen, die während des gesamten Rennens höchste Konzentration erforderten.
Bei den Frauen setzte sich zunächst Ronja Blöchlinger ab und führte nach der ersten Runde mit zehn Sekunden Vorsprung. Dahinter formierte sich eine Verfolgergruppe mit Jenny Rissveds, Martina Berta und Savilia Blunk. Berta schloss zur Spitze auf und übernahm anschliessend die Führung. Nur Blunk konnte dem Tempo der Italienerin folgen.
Im weiteren Rennverlauf verlor Blunk durch mehrere kleine Fehler Zeit. Laura Stigger arbeitete sich gleichzeitig auf Rang drei vor. Vor der letzten Runde lag Berta jedoch nur vier Sekunden vor Blunk. Unter dem Druck ihrer Verfolgerin fuhr die 28-Jährige ihre schnellste Runde und brachte den Sieg sicher ins Ziel. Blunk wurde mit zwölf Sekunden Rückstand Zweite, Stigger folgte 55 Sekunden später auf Rang drei. Rissveds belegte Platz vier und verteidigte damit ihre Führung in der Gesamtwertung vor Alessandra Keller.
Berta gewann nur unweit ihrer Heimat und als italienische Meisterin. Sie ist die erste Italienerin, die ein Elite-Rennen des Cross-Country-Weltcups auf heimischem Boden für sich entscheidet.
Ronja Blöchlinger und Sina Frei belegten die Plätze fünf und sechs. Nach der Britin Evie Richards auf Platz sieben, folgten dann mit Alessandra Keller, Nicole Koller, Jolanda Neff und Ramona Forchini gleich vier weitere Schweizerinnen auf den Plätzen acht bis elf. Beste Deutsche war Nina Graf auf Platz 13.
Bei den Männern bestimmte zunächst Simon Andreassen das Tempo. Später setzten sich Mathis Azzaro, Adrien Boichis und Luca Martin an der Spitze fest. Simone Avondetto und Bjorn Riley verloren nach einem Sturz den Anschluss. Martin, Boichis und Azzaro lieferten sich daraufhin ein taktisches Rennen und testeten sich an den steilen Anstiegen sowie in den technischen Abfahrten gegenseitig.
Nach rund 45 Minuten nutzte Martin einen Fehler von Azzaro für die entscheidende Attacke. Während seine Verfolger weitere Zeit durch Fahrfehler verloren, vergrösserte der Franzose seinen Vorsprung kontinuierlich. Martin gewann schliesslich mit mehr als einer Minute Vorsprung. Azzaro distanzierte Boichis in den Schlussrunden und wurde Zweiter. Riley kämpfte sich auf Rang vier zurück, Riley Amos erzielte als Fünfter sein bestes bisheriges Weltcupresultat.
Mit dem Sieg vergrössert Martin seinen Vorsprung in der Gesamtwertung nach fünf Rennen auf 343 Punkte.
Die Deutschen Luca Schwarzbauer und David List zeigten gute Rennen, die mit den Plätzen sieben und zehn belohnt wurden. Fabio Püntener und Marcel Guerrini waren die einzigen Schweizer unter den Top-20, bester Österreicher war Max Foidl auf dem guten 15. Rang.
Bei den U23-Rennen setzten Valentina Corvi und Paul Schehl ihre Erfolgsserien eindrucksvoll fort. Beide hatten bereits am Freitag das Short-Track-Rennen gewonnen und machten am Sonntag das perfekte Wochenende komplett. Corvi übernahm im Rennen der Frauen sofort die Kontrolle und lag bereits nach der ersten Runde 45 Sekunden voraus. Auf dem anspruchsvollen Kurs vergrösserte die Italienerin ihren Vorsprung kontinuierlich und gewann schliesslich mit 2 Minuten und 42 Sekunden Reserve. Es war ihr vierter Cross-Country-Sieg im fünften Saisonrennen. Damit baute sie ihre Führung in der Gesamtwertung auf 320 Punkte aus. Hinter ihr sicherte sich Monique Halter den zweiten Rang. Die Schweizerin geriet in der vorletzten Runde noch unter Druck, rettete jedoch zwei Sekunden Vorsprung auf die Kanadierin Ella Macphee ins Ziel.
Auch Paul Schehl setzte sich früh von seinen Konkurrenten ab. Der Deutsche bestimmte das Rennen vom Start weg und feierte seinen dritten Cross-Country-Weltcupsieg in Folge. Nicolas Halter wurde mit 1 Minute und 32 Sekunden Rückstand Zweiter, Lucas Teste belegte Rang drei. Schehl führt die Gesamtwertung nun mit 68 Punkten Vorsprung an.