Bikepark-Unfälle: Ein Verletzter auf 250 Besuche | Ride MTB

Bikepark-Unfälle: Ein Verletzter auf 250 Besuche

Mountainbike Sturz

Bernard Kerr mit zerrissenem Trikot an der Red Bull Hardline 2022 in Wales. Im untersuchten Tiroler Bikepark war bei einem Drittel der Verletzten Schulter oder Schlüsselbein betroffen. Foto: Dan Griffiths / Red Bull Content Pool

Wer zehn Tage pro Saison im Bikepark fährt, verletzt sich statistisch einmal in 25 Saisons. Das zeigt eine Studie des Innsbrucker Sportwissenschaftlers Gerhard Ruedl. Wer besser fährt, verletzt sich laut Ruedl vermutlich seltener, dafür schwerer.

Der Sportwissenschaftler Gerhard Ruedl von der Universität Innsbruck hat mit Kollegen die Unfälle in zwei grossen Bikeparks ausgewertet, die in Tiroler Skigebieten liegen. Welche es sind, darf laut Ruedl nicht genannt werden. 

In den Sommern 2023 und 2024 notierte der Rettungsdienst der beiden Parks die Verletzten, die er versorgte. Besucherzahlen aus den Lifttickets gab es nur für einen der beiden Parks. Dort kam auf rund 250 Besuche ein Verletzter. Wer 25 Tage pro Saison im Bikepark verbringt, verletzt sich damit laut Ruedl statistisch einmal in zehn Saisons. Wer sich verletzte, ohne den Rettungsdienst zu rufen, fehlt in der Statistik. Ein Verletzter auf 250 Besuche ist somit eher eine Untergrenze.

Am häufigsten trifft es Schulter und Schlüsselbein

Bei einem Drittel der Verletzten war die Schulter oder das Schlüsselbein betroffen, bei einem Viertel Arm oder Hand, bei 17 Prozent Kopf oder Gesicht. Mit dem Helikopter abtransportiert wurde jeder vierte Verletzte. Schwer verletzt sein musste er dafür nicht zwingend. Der Helikopter kommt laut der Studie auch dann, wenn das Gelände keinen Transport am Boden zulässt. Ruedls Vermutung, dass sich Könner schwerer verletzen, begründet er mit dem höheren Tempo und ihrer riskanteren Fahrweise.

Beim Skifahren hat sich die Verletzungsrate laut Ruedl zwischen den Saisons 2002/03 und 2012/13 mehr als halbiert. Moderne Ski und präparierte Pisten könnten zumindest teilweise dazu beigetragen haben, schrieb er im Jahr 2014. Ob es im Bikepark mit besserem Streckenbau, moderneren Mountainbikes und Protektoren ähnlich laufen kann, lässt sich nicht sagen. Dafür fehlt eine Messreihe über mehrere Jahre, wie es sie beim Skifahren gibt. Für Ruedl ist Mountainbiken in der Freizeit kein Extremsport. Das Risiko sei «prinzipiell gering», und die gesundheitlichen Vorteile der Bewegung in den Bergen würden überwiegen.

Link zur Studie: https://doi.org/10.3934/publichealth.2026022