Blog: Plus ist das neue «sex sells» | Ride MTB

Blog: Plus ist das neue «sex sells»

Das Enduro stand im Showroom da – wie Senkblei. Und zwar zwei Jahre lang. Die Ausstattung war mit kompletter XT solide, die rote Eloxierung des Alu-Rahmens durchaus schick. Aber das Enduro, es schmorte unbeachtet in der Ecke. Im Sommer 2015 jedoch landete dann der Plus-Trend in der Schweiz. Sofort kamen passende Plus-Laufräder und Pneus an den in der Ecke stehenden Boliden. Und was ist daraufhin mit dem Bike passiert?

Ab sofort war das schnöde Bike ein Plus-Enduro. Schon nur das Wort: Plus. Positiver kann man einen Trend nicht aufladen, oder? Das muss man den Ami-Marketing-Menschen schon lassen. Die haben ein Faible für knackige Begriffe.

Nach zwei Jahren Senkblei-Dasein

Nun schätzen Sie mal, wie lange stand das frisch zum Plus-Boliden avancierte Bike im Shop? Zwei Tage! Was lernt der Verkäufer daraus? Nicht nur «sex sells» gilt, sondern die neueste Maxime lautet «plus sells». Oder wie ein Elektronikfachmarkt wohl titeln würde: «Plus ist geil».

Keine Clown-Nummer

Und so wars im Shop wirklich: Der Käufer hatte sofort glänzende Augen beim Anblick der semi-fetten Pneus. «Ja, das schaut cool aus. Das ist nicht so eine Clown-Nummer, wie diese skurril grossen Fatbike-Reifen». Und der Plus-Aspirant holte noch weiter aus: «Bei diesen Fatbike-Fahrern bekomm ich das Gefühl nicht los, dass die etwas kompensieren müssen. Mangelnde Grösse bestimmter Körperteile zum Beispiel.»

Sex sells – Plus sells

Dem Verkäufer war sofort klar: Was die Fachpresse schreibt, stimmt nicht: Plus-Bikes sind nichts für ängstliche Fahrtechnik-Dummies oder gar für Frauen. Das Plus-Bike positioniert sich als passender Begleiter für den grössensensiblen- und selbstbewussten Herrn, der nichts zu kompensieren hat. Und was würde der Ami-Marketing-Mensch in knackigen zwei Wörtern dazu sagen? Size matters.