Bresset verteidigt Titel, Süss holt Bronze
Katrin Leumann startet schnell und übernimmt auf den ersten Kilometer die Führung. Als das Trio Bresset, Lechner und Wloszczowska diese übernimmt, fällt Leumann zurück. Sie muss nochmals einige Ränge verbüssen, als die spätere Vierte Irina Kalentieva (RUS) in einem der Steingärten steckenbleibt und damit Leumann blockiert. Kurz darauf verabschiedet sich die Italienerin Eva Lechner mit einem heftigen Sturz aus der Spitzengruppe, kann sich jedoch wieder aufraffen und das Rennen fortsetzen. Sie erreicht noch den beeindruckenden zehnten Rang. Seit dem Start hält sich Kathrin Stirnemann konstant unter den ersten zehn.
Nachdem Esther Süss schlecht gestartet ist, pirscht sich die 39-Jährige immer näher an die Medaillenplätze heran. An der Spitze liefern sich nun Bresset und Wloszczowska (POL) ein packendes Duell um den Titel. Die Französin überrascht mit ihrem starken Auftritt. Seit sie beim Bundesliga-Rennen in Münsingen (GER) das Schlüsselbein brach, ist sie nur mühsam auf Touren gekommen. Scheinbar hat sie ihr Training richtig ausgelegt, dass sie nun wieder an vorderster Front das Renngeschehen bestimmt.
Tatsächlich lässt Bresset nichts mehr anbrennen. Sie erstickt sämtliche Attacken ihrer polnischen Kontrahentin im Keim und quittiert dies auch indem sie selbst mächtig Druck macht. Die Französin fährt nicht nur physisch stark, sondern überzeugt auch in den Abfahrten mit einer sauberen Linienwahl und hohen Tempi. Sie weiss um die Stärke Wloszczowskas und setzt in den letzten Abfahrten nochmals einen Zacken drauf. Mit einigen Metern Vorsprung zieht sie ihre Attacke durch und holt sich in einem beeindruckenden Comeback, zum zweiten Mal den Weltmeistertitel. «Es ist ein grossartiger Tag. Ich hatte nach meinem Schlüsselbeinbruch im Frühjahr eine schwierige Saison und habe deshalb alles auf die WM ausgerichtet», sagt die überglückliche Bresset.
Esther Süss zieht ihr Tempo auf der Verfolgungsjagd durch und belohnt sich im Ziel mit der bronzenen Auszeichnung. «Ich hatte am Anfang etwas Probleme mit der Atmung, aber dann ist es besser geworden. Als ich gemerkt habe, dass ich nicht weit von der Spitze weg bin, dachte ich , das ist heute dein Tag und ich habe gekämpft bis zum Umfallen», erklärt Süss.
Die zweite Schweizerin welche die Ziellinie erreicht, ist Kathrin Stirnemann. Sie belegt nach einem hervorragenden Rennen den siebten Schlussrang. «Ich kann es noch gar nicht fassen. Am Schluss hatte ich sogar noch Reserven», sagt Stirnemann, die noch ungläublig den Kopf schüttelt. Mit ihrem siebten Rang klassiert sie sich im Cross-Country das erste Mal unter den besten zehn Fahrerinnen der Welt. Bis anhin war ein zwölfter Rang am Weltcup ihr bestes Resultat.
Katrin Leumann, die sich im Training am Knie verletzte, schliesst das Rennen auf dem zwölften Rang ab. Nathalie Schneitter wird 15. Für Corina Gantenbein sieht es lange nach einem Rang unter den ersten 20 aus. Sie fällt am Ende zurück und muss sich mit den 26. Schlussrang zufrieden geben.