Chur kappt Bergbahn-Projekt das Trageseil mit Folgen für den Bikepark | Ride MTB

Chur kappt Bergbahn-Projekt das Trageseil mit Folgen für den Bikepark

Brambrüesch-Bahn

Chur hat sich gegen die neue Direktverbindung Chur – Brambrüesch entschieden und will eine finanziell schlankere Lösung. Doch wann kommt diese? Für den Bikepark gehts also weiter, doch die veraltete zweite Sektion bleibt ein Risiko für den Betrieb. Damit ist die Zukunft des gesamten Sommerangebots am Churer Hausberg steht also weiterhin auf wackeligen Beinen.

Die Churer Stimmbevölkerung hat am 8. März 2026 den neuen Rahmenkredit für die Direktverbindung Chur–Brambrüesch mit 53.8 Prozent Nein-Stimmen verworfen. Damit ist das überarbeitete Projekt für eine neue direkte Gondelbahn aus der Stadt auf den Hausberg vorerst gestoppt, und mit ihm die Hoffnung auf einen grossen infrastrukturellen Befreiungsschlag.  

Das Resultat sei jedoch kein Nein zu Brambrüesch an sich, sondern vor allem ein Nein zu Dimension, Kosten und Ausgestaltung des vorgeschlagenen Projekts. Genau darauf verwiesen auch Gegner. Aus ihrer Sicht wurde nicht der Hausberg verworfen, sondern eine aus ihrer Sicht überrissene Lösung. Für den künftigen Betrieb des Bikeparks und des Ausflugsbergs bedeutet das vor allem eines: Die bestehende Erschliessung bleibt vorerst in Betrieb, doch die strukturellen Probleme bleiben ungelöst. Besonders kritisch ist die zweite Sektion Känzeli – Brambrüesch, die laut Stadt am Ende ihrer Lebensdauer steht und immer schwieriger instand zu halten ist.  

Gerade für den Bikepark ist das ein heikler Punkt. Brambrüesch ist im Sommer längst mehr als ein klassischer Hausberg: Der Alpenbikepark Chur wirbt mit fünf Downhill-Strecken und lebt davon, dass Bikerinnen und Biker per Bahn rasch aus der Stadt auf rund 1000 Höhenmeter transportiert werden. Touristische Plattformen bezeichnen das Angebot als eines der abwechslungsreichsten Bikepark-Erlebnisse der Schweiz. Gleichzeitig zeigen frühere Berichte, wie wichtig das Sommergeschäft für die Bergbahnen geworden ist. Im Jahr 2023 sprach GRHeute sogar davon, der Sommer habe die Chur Bergbahnen «gerettet», nachdem rekordhohe Sommererträge schwache Winterzahlen abgefedert hatten.  

Das Nein verschafft den Kritikern Rückenwind für eine schlankere Nachfolgelösung, erhöht aber den Zeitdruck. Denn ohne Ersatz für die störungsanfällige zweite Sektion bleibt auch der Betrieb von Bikepark, Wandergebiet und Wintersportareal verletzlich. Die Abstimmung bringt somit weniger Klarheit über die Vision als über die Priorität. Nicht der grosse Wurf hat überzeugt, wohl aber die Erkenntnis, dass Brambrüesch rasch eine tragfähige, mehrheitsfähige und betriebstaugliche Bahnlösung braucht.


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