Das Finale vor dem Finale | Ride MTB

Das Finale vor dem Finale

Der Mountainbike-Weltcup geht im Cross-Country und im Eliminator bereits am kommenden Wochenende zu Ende. Gleichzeitig wird im Downhill die zweitletzte Runde der Weltserie ausgetragen. Gastgeber des am nördlichsten liegenden Weltcups ist das norwegische Hafjell.

Den Start ins nordische Weltcup-Feuerwerk macht am Donnerstag den 12. September, der Eliminator-Sprint. Dort wird der Gesamtsieg mit grösster Wahrscheinlichkeit an den Österreicher Daniel Federspiel gehen. Sollte der momentan zweitplatzierte Simon Gegenheimer (GER) den finalen Lauf gewinnen, würde Europameister Federspiel ein 15. Rang reichen, um den Gesamtsieg ins Trockene zu bringen. Marcel Wildhaber ist momentan Achter. Mit guten Beinen und ein wenig Glück kann es der Schweizermeister noch unter die besten fünf der Endabrechnung zu schaffen.

Besser sieht es bei den Frauen aus. Schlägt Kathrin Stirnemann die Weltmeisterin Alexandra Engen aus Schweden, kann sie sich als Gesamtsiegerin des Eliminator-Weltcups feiern lassen. Leistet sich Stirnemann einen Totalausfall, kann sie trotzdem nicht mehr vom zweiten Gesamtrang verdrängt werden. Jolanda Neff und Linda Indergand haben noch die Möglichkeit, auf den dritten Rang vorzustossen.

Im Cross-Country hat sich Nino Schurter seinen dritten Gesamt-Weltcup-Sieg bereits vorzeitig gesichert. Der Bündner könnte sich in Hafjell sogar einen Totalausfall leisten. Sein schärfster Konkurrent Julien Absalon (FRA) wird wegen seinen gebrochenen Rippen, nicht antreten und frühzeitig in die Ferien gehen. Lukas Flückiger, Mathias Flücker und Fabian Giger könnten sich sogar noch unter die besten drei katapultieren. Dafür müssten jedoch Daniel McConnell (AUS) und Ondrej Cink (CZE) weit zurückfallen, was weniger zu erwarten ist.

Auch in den U23-Kategorien stehen die Chancen noch gut für Schweizer Podestplätze. Reto Indergand's Ausgangsposition ist mit dem zweiten Gesamtrang optimal. Mit einem Sieg könnte sich der 22-Jährige noch den Gesamtsieg holen. Dafür dürfte der aktuell Führende Deutsche Markus Schulte-Lünzum maximal Zwölfter werden. Anderseits kann sich Indergand auch nichts leisten um den zweiten Rang zu halten. Hugo Drechou (FRA) ist ihm dicht auf den Fersen. Bei den U23-Frauen hat Andrea Waldis als aktuell Vierte, noch gute Chancen aufs Podest zu gelangen. Allerdings hat die Schwedin Jenny Rissveds praktisch die gleichen Chancen, da sie nur zehn Punkte hinter Waldis liegt.

Spannung im Abfahrts-Showdown
Die Downhill-Fraktion trifft sich im Hafiell-Bike-Park zum zweitletzten Aufeinandertreffen der Weltcup-Saison. Es wird sich zeigen ob der Brite Gee Atherton seine Führung weiter ausbauen oder den Weltcup sogar vorzeitig für sich entscheiden kann. Der Kanadier Steve Smith wird da allerdings etwas dagegen haben. Als Titelanwärter an den Weltmeisterschaften durch einen dummen Ausrutscher gescheitert, ist Smith heiss auf den Weltcup-Gesamtsieg. Seine Karten dafür sind gut. Der Kanadier ist in bestechender Form und die Strecke in Hafjell liegt ihm. Letzteres hat der 24-Jährige mit seinem Weltcup-Sieg im vergangen Jahr am gleichen Ort bewiesen.

Aus Schweizer Sicht darf man ebenfalls gespannt sein. Nick Beer ist zwar mit einigen Schwierigkeiten in die Saison gestartet, hat sich danach aber stetig gesteigert. Mit seinem fünften Rang am Weltcup-Finale 2012 in Hafiell, meldet der Schweizermeister seine Ambitionen auf dieser Strecke an. Dass er in Top-Form ist, hat Beer mit dem sechsten Rang an den Weltmeisterschaften bewiesen.

Rachel Atherton (GBR) ist als Weltmeisterin und Weltcup-Führende die klare Favoritin auf den Tages- sowie den Gesamtsieg im Weltcup. Während man ihr den Titel nicht mehr nehmen kann, ist sie im Weltcup-Klassement aber noch verwundbar. Klassiert sich die momentan Zweitplatzierte Emmeline Ragot (FRA) die nächsten zwei Rennen klar vor Atherton, kann sie der Britin den Gesamtsieg noch abjagen.
Mit Emilie Siegenthaler ist im Starterfeld der Frauen auch eine ambitionierte Schweizerin in Lauerstellung für den Sprung auf das Podium. Fährt sie so stark wie beim letzten Weltcup in Kanada, kann es die 27-Jährige noch unter die besten fünf im Gesamtklassement schaffen. Mit Miriam Ruchti und Martina Brühlmann jagen zwei weitere Schweizerinnen nach Weltcup-Punkten.

Bei den Junioren hat Noel Niederberger gute Chancen erneut aufs Treppchen zu fahren. Auch im Gesamtklassement liegt für den 18-Jährigen noch einiges drin, trotzdem der Forstwart-Lehrling auf den vierten Gesamtrang abgerutscht ist. Für die zwei weiteren Schweizer Junioren, Joel Andrey und Myles Weber gilt es Erfahrung zu sammeln. Mit einem guten Lauf könnten es die Beiden erstmals in die Punkteränge schaffen.

www.hafjellworldcup.com