Der Schnellste zieht die Bremse – Nick Beer verabschiedet sich vom Spitzensport | Ride MTB

Der Schnellste zieht die Bremse – Nick Beer verabschiedet sich vom Spitzensport

Nick Beer war lange Zeit nicht nur der schnellste, sondern ist auch der erfolgreichste Schweizer Downhill-Fahrer. Nach fast 150 Rennen als Profi tritt der Berner Oberländer vom Spitzensport zurück und wird sich von nun an verstärkt auf sein Studium konzentrieren. Mit Beer verliert die Schweizer Downhill-Szene einen grossen Kämpfer und Fahrer.

Mit acht Schweizermeistertiteln, einer Europameisterschaftsgold- sowie einer Silbermedaille, fünf Top-10 Plätzen im Weltcup – davon zwei Top-5, einem sechsten und einem 13. Rang bei Weltmeisterschaften ist Nick Beer der erfolgreichste Schweizer Downhill-Fahrer. Der Berner Oberländer galt aber bereits als Junior als grosse Nachwuchshoffnung. Ein schwerer Sturz beim Downhill-Weltcup in Les Deux Alpes und vier Folgeoperationen machten Beer erstmal Wettkampfunfähig. Nach zwei Jahren vom Rennsport weg, stieg er wieder in den Downhill-Rennsport ein. Grosse Chancen schrieb man ihm nicht zu, denn es ist eher selten der Fall, dass ein Fahrer nach einer solchen langwierigen Verletzung wieder schnell wird. Nick Beer schien das kaum zu kümmern. Bereits 2007, in seinem zweiten Elite-Jahr, holte er sich den ersten seiner sieben Elite-Schweizermeistertitel.

Nach drei Jahren im Devinci Global Racing Team schlug der Berner Oberländer einen anderen Weg ein – einen steinigeren. Beer, der ab 2015 für das Radon-Magura-Factory-Team unterwegs war, stand zwar noch immer als Profi in den Starthäuschen, doch hatte er zusätzlich die Doppelbelastung des frisch begonnenen Studiums zum Maschinenbauingenieur. Zwei Jahre stemmte er das Pensum beider Tätigkeiten, die Resultate litten jedoch zunehmend darunter. Sein Schlüsselbeinbruch im vergangenen Frühjahr erschwerte es zusätzlich seine alte Stärke zu erlangen.

Wie Nick auf Facebook schreibt, sehe er als den richtigen Zeitpunkt, nach den letzten grossen Rennen der laufenden Saison sein Downhillbike an den Nagel zu hängen. Von da an liegt sein Fokus zu hundert Prozent auf dem Studium – dem Mountainbike wird er aber auch ohne Startnummer treu bleiben.