Die Enduro-Weltelite zu Gast in Neuseeland
Zum Auftakt der Enduro-World-Series trifft sich fast die gesamte Enduro-Weltelite auf der anderen Seite des Erdballs, auf der Nordinsel Neuseelands in Rotorua. Fast die gesamte Weltelite weil sich im Vorfeld einige grosse Namen verletzt haben und deswegen fehlen. René Wildhaber, hat sich bereits vor einem Monat mit dem gebrochenen Mittelhandknochen eine Zwangspause eingehandelt. Zwei Wochen später kugelt sich ausgerechnet Jared Graves, der Titelverteidiger aus Australien, beide Schultern aus und Ludovic May bricht sich in Rotorua das Schlüsselbein.
Trotz dieses Ausfällen ist das Rennen nicht minder hochkarätig, zumal auch einige Spitzen- Downhill-Fahrer, wie zum Beispiel Sam Hill, mit am Start sind. Auch die Landschaft um Rotorua ist spektakulär. Gestartet wird im Te Puia Geothermal-Reservat, wo Geysire bis zu 30 Meter hoch Wasser ausspeien. Danach gehen die Stages meist über die verwurzelten Trails in den urwaldähnlichen Wäldern.
Von der ersten Abfahrtsetappe weg, setzt sich der Franzose Jérome Clementz an die Spitze und baut seine Führung mit drei Bestzeiten bis Ende der vierten von sieben Stages aus. Danach büsst der Enduro-World-Series-Sieger des Jahres 2013 etwas an Zeit ein. Ab der zweiten Rennhälfte dreht Clementz' Landsmann Fabien Barel auf und schiebt sich an die zweite Position. Er verbucht eine Bestzeit auf Etappe fünf, kommt aber nicht mehr an Clementz heran und wird Zweiter. Knapp hinter Barel folgen die beiden Neuseeländer Wyn Masters und Justin Leov. Masters der hauptsächlich im Downhill unterwegs ist, feiert mit seinem dritten Rang eine äusserst erfolgreiche World-Series-Premiere.
Mit vier Kiwi-Bikern in den Top-10 können die Neuseeländer ihr Heimvorteil auch dementsprechend gut nutzen. Die Franzosen beweisen sich mit fünf Fahrern unter den ersten zehn, wieder einmal als Enduro-Grossmacht. Der erste der aus dieser Nationenreihe tanzt ist der mehrfache Downhill-Weltmeister Sam Hill. Er kann auf der letzten downhill-lastigen Etappe die Bestzeit einfahren, was ihn auf den zehnten Schlussrang bringt. Gusti Wildhaber, die einzige Schweizer Hoffnung im Feld der Männer, erleidet während der zweitletzten Abfahrtsetappe eine Art Hexenschuss und kann darauf das Rennen nicht mehr fortsetzen.
Fotos© Matt Wragg/Enduro-World-Series
Die üblichen verdächtigen Frauen
Wie schon im Vorjahr gewinnt Anne Caroline Chausson das Auftaktrennen. Bis nach Etappe drei hat die Französin acht Sekunden Vorsprung. Dann robbt sich ihre Hauptkonkurrentin, die Britin Tracy Moseley, wieder auf eine Sekunde heran und macht das Rennen wieder spannend. Während der fünften Etappe dreht aber Chausson den Spiess wieder und zieht Moseley davon. Am Ende liegen zwischen den beiden rund 14 Sekunden.
Auf Cecile Ravanel, die Rang drei belegt, haben die beiden Spitzenfahrerinnen schon über eine Minute Vorsprung. Ansprechend in die Saison startet Lorraine Troung. In den BMC-Team-Farben schafft sie in zwei Etappen die fünftbeste Zeit. Jedoch kann sie diese Leistung nicht konstant halt, was die Romande aber doch noch auf den guten achten Rang bringt.
Mit höheren Erwartungen sind Anita und Carolin Gehrig in den Enduro-World-Series-Auftakt gestartet. Doch der verläuft die erste Etappe bei beiden nicht wunschgemäss. Carolin landet auf der 23. und Anita gar auf der 26. Position. Zwar können sich die Zwillinge wieder steigern, jedoch zu unregelmässig, dass es noch zu einem zufriedenstellenden Resultat reicht. Anita belegt Rang 15 und Carolin Rang 21.
Fotos© Matt Wragg/Enduro-World-Series
Zwei Monate Pause
Nach dem Auftakt in Rotorua wartet auf die Enduristen eine knapp zweimonatige Pause. Dann geht es in Irland ¬– der grünen Insel – mit dem zweiten Rennen der Enduro-World-Series weiter. Bis dann dürften René Wildhaber und Jared Graves wieder mit von der Partie sein. Für Ludovic May wird die Zeit allerdings eng werden, bis sein Schlüsselbein wieder vollständig belastbar ist.