Dopinggeständnis eines Ex-Bikers
Der Cross-Country-Weltmeister des Jahres 1999 Michael Rasmussen ist heute besser bekannt als beinahe-Tour-de-France-Sieger der wegen Dopingmissbrauchs gesperrt wurde. Dieser veröffentlicht nun am Montag den 4. November seine Biografie mit dem Titel «Gelbes Fieber». Rasmussen beschreibt in seiner Biografie, dass er Hesjedal im Jahr 2003 in die Handhabung mit dem Medikament Epo (Erythropoetin) eingewiesen hat. Der Kanadier der heute auf der Strasse erfolgreich ist und im vergangenen Jahr als erster Kanadier den Giro d'Italia gewonnen hat, war im besagten Jahr auf dem Mountainbike äusserst erfolgreich. Hesjedal gewann unter anderem die Silbermedaille an den Weltmeisterschaften in Lugano – hinter den Belgiern Filip Meirhaeghe und vor Roel Paulissen, welche in den Jahren 2004 und 2010 des Dopings überführt wurden. Paulissen beteuert noch heute, nie bewusst gedopt zu haben.
In seinem Buch schreibt Rasmussen, auch Hesjedals kanadische Kollegen Seamus McGrath und Chris Sheppard in die Epo-Praxis eingeweiht zu haben. Auch die Beiden mischten im Jahr 2003 als professionelle Mountainbiker im Weltcup mit – dies meist mit mässigem Erfolg. Im Gegensatz zu Hesjedal sind McGrath und Sheppard bereits in Kontrollen hängengeblieben. Während Sheppard Ende der Saison 2005 positiv auf Epo getestet und darauf gesperrt wurde, musste McGrath wegen eines zu hohen Hämatokrit-Werts lediglich eine 15-tägige «Gesundheits-Sperre» einlegen, da bei ihm kein Epo nachgewiesen werden konnte.
Ryder Hesjedal der nie in einer Kontrolle negativ aufgefallen war, streitet nichts ab und entschuldigt sich: «Ich liebe den Radsport, vor mehr als einem Jahrzehnt habe ich jedoch einen falschen Weg beschritten. Auch wenn es schon lange her ist, und ich nur kurzzeitig vom richtigen Weg abgekommen bin, so muss ich damit doch leben und will mich dafür zutiefst entschuldigen». Mit dieser Entschuldigung steht der Kanadier nicht alleine da. Im Gegensatz zu einigen Kollegen die sich für ihre Vergehen entschuldigt haben, muss Hesjedal womöglich keine Sanktionen befürchten. Der kanadische Radsportverband Cycling Canada geht nähmlich davon aus, dass das Dopingvergehen aufgrund der achtjährigen Verjährungsfrist keine Folgen mehr für den Ex-Biker hat.
Es ist nicht verwunderlich, dass die Reaktionen nicht ausbleiben. So kursiert zum Beispiel ein Foto eines amerikanischen Fahrers, aus dem Jahre 2003, auf der Social-Media-Plattform Facebook, welches ihn auf dem dritten, McGrath auf dem zweiten und Hesjedal auf dem ersten Rang zeigt. Die Bildunterschrift; «es scheint als würden da einige Fahrer auf dem falschen Platz stehen» sowie die darauffolgenden Kommentare zeigen klar, dass man mit der Verjährung nicht einverstanden ist.
Betrachtet man die Geschehnisse in der Radsportwelt, werden solche Entschuldigungen meist zu Floskeln und Hesjedals Aussage «wieder auf dem richtigen Weg zu sein» wird es schwer Glauben zu schenken. Die Hoffnung bleibt, dass mit guter Arbeit und Prävention solche Fälle in Zukunft so gut als möglich vermieden werden können.
Das WM-Podest von Lugano 2003 von links: Ryder Hesjedal, Filip Meirhaeghe und Roel Paulissen.