Ein grosses Finale mit grossen Namen
Bereits beim letzten Stopp in Val d'Isère (FRA) hat der französische Enduro-Fahrer Jérôme Clementz die Vorentscheidung in der Serie herbeigeführt. Obwohl er deshalb nicht mehr antreten müsste, steigt Clementz nochmals mit Siegesambitionen ins Rennen. Sein härtester Gegner, der ehemalige 4x-Spezialist Jared Graves (AUS), zeigt ein starkes Rennen und führt die Rangliste auch nach dem ersten Renntag an. Am zweiten verliert Graves jedoch an Boden und landet auf dem zweiten Rang. Gute Karten für den Sieg hat der Franzose Nicolas Lau. Mit zehn Sekunden Vorsprung, nimmt er sich jedoch selbst aus der Entscheidung. Er verpasst eine der vorgegebenen Startzeiten und wird deshalb mit einer Zeitstrafe von einer Minute gebüsst. Statt auf das Siegertreppchen rutscht Lau auf den 20. Rang ab, kann sich am zweiten Renntag jedoch noch auf den fünften Schlussrang vorarbeiten. Fabien Barel landet auf dem dritten Rang.
Eine solide Saison beweist René Wildhaber. Das Schweizer Freeride-Aushängeschild ist nach dem ersten Renntag an siebter Position. Wildhaber nutzt den zweiten Tag und kann sich nochmals um einen Platz auf den sechsten Schlussrang verbessern. Beinahe hätte noch ein Wildhaber die Top-Ten geentert. Gusti Wildhaber fährt ein sehr starkes Rennen und beendet den ersten Renntag als Elfter. Die zwei letzten Etappen am Tag darauf sollten nicht mehr so gut gelingen. Gusti Wildhaber stürzt je einmal und landet auf dem 23. Schlussrang.
Ludovic May und Lukas Anrig liefern ebenfalls eine konstante Leistung ab und landen auf den Rängen 14 und 15, während deren Teamkollege Michael Schärer vom Pech verfolgt ist und das Rennen mit einem irreparablen Hinterrad verlassen muss.
Stark in Szene setzen sich auch die beiden Cross-Country-Stars Nino Schurter und der Italiener Marco Fontana. Schurter fährt in einer Etappe sogar die neuntbeste Zeit und würde nach dem ersten Tag unter den Top-30 klassieren. Doch auch er wird mit einer sechsminütigen Zeitstrafe belegt. Falsch informiert begibt sich Schurter nach dem Check-in zu seinem Mechaniker, was er nicht hätte tun dürfen. Die Strafe wird jedoch nicht Rückgängig gemacht obwohl ein Organisationshelfer die falsche Information an Schurter abgegeben hat. So findet der amtierende Cross-Country-Weltmeister auf dem 277 Schlussrang wieder.
Fontana hingegen kommt ohne Zeitstrafen durch und klassiert sich nach den zwei Renntagen auf den beachtlichen 19. Rang.
Hockkarätiges Frauenrennen
Auch im Rennen der Frauen steht mit der Slowenin Tanja Zakelj eine Cross-Country-Athletin am Start. Die Weltcupsiegerin ist angetan von der Enduro-Bewegung und stellt sich der Herausforderung. Mit ihrem 16. Rang kann sie zwar nicht mit vorne mithalten, ist aber dennoch zufrieden mit ihrem Rennen zumal sie sich vor einigen Enduro-Spezialistinnen klassiert.
Zufrieden ist auch Tracy Moseley. Nachdem die Britin die Serie schon fast gewonnen hat, dreht sie noch einmal auf und gewinnt zur Krönung das letzte Rennen der «Enduro World Series». Sie knöpft der Zweitplatzierten, der mehrfachen Downhill-Weltmeisterin Anne Caroline Chausson (FRA), zehn Sekunden ab. Dritte wird die ehemalige Cross-Country-Spezialistin Cécile Ravanel aus Frankreich. Nicht ganz zufrieden mit ihrem Rennen ist Anita Gehrig. Zwar klassiert sie sich auf dem neunten Rang, verpasst aber wegen einiger Fahrfehler und einem Sturz am zweiten Tag ein besseres Resultat. Ärgerlich ist für Gehrig, dass der Sturz nur teilweise selbstverschuldet ist. Mitarbeiter der Veranstaltung haben unerlaubterweise die Abkürzungen welche sich innerhalb der Rennstrecke befanden, abgesperrt. Da die eine Abfahrtsetappe am Samstag sowie am Sonntag im Rennen ist, stehen wie Anita Gehrig auch andere Fahrer vor geschlossenen Linien, die am Vortag noch offen waren. Dadurch kommt es zu etlichen Stürzen. Unter anderem sind auch Gusti Wildhaber und Nino Schurter davon betroffen.
Carolin Gehrig kommt ohne Nennenswerte Schwierigkeiten durch das Rennen. Ein guter elfter Rang ist das Resultat eines konstanten Rennwochenendes. Dennoch fuchst es Gehrig, dass es ihr beim letzten Rennen nicht unter die Top-Ten gereicht hat, und kündet im gleichen Zuge an, den Winter hindurch gut zu trainieren um in der kommenden Saison die «magische Grenze» knacken.
Die Romande Lorraine Truong verpasst die Top-Ten wegen einer Zeitstrafe. Sie klassiert sich somit nach zwei Renntagen auf dem 13. Rang.