Enduro World Series: Gehrig erfüllt sich Traum vom Podest – Wildhaber Elfter | Ride MTB

Enduro World Series: Gehrig erfüllt sich Traum vom Podest – Wildhaber Elfter

In einer der knappsten Entscheidungen in der Geschichte der Enduro-World-Series fährt Anita Gehrig mit Rang zwei erstmals aufs Podium. Carolin Gehrig belegt mit Platz sechs erneut einen Spitzenrang. René Wildhaber scheint seine Form wieder gefunden zu haben – er belegt Platz elf. Die Siege gehen an Cecile Ravanel und Jared Graves.

Es war Anita Gehrigs erklärtes Saisonziel in dieser Enduro-Saison den Sprung auf World-Series-Podium zu schaffen. Doch als sie beim vierten Rennen im italienischen La Thuile Rang drei in greifbarer Nähe hatte, konnte sie ihn doch knapp nicht fassen – die Enttäuschung war gross. In Aspen/Snowmass (USA) wendet sich jedoch das Blatt. Sie startet gut, aber noch etwas zurückhaltend ins Rennen, steigert sich dann aber stetig und belegt nach dem ersten Renntag den dritten Zwischenrang – und das trotz einem Sturz. Die Ausganglage ist also dieselbe wie in La Thuile, nur, dass die Rennfahrerinnen zwischen Rang zwei und sieben sehr nahe beisammen liegen. Diesem Druck kann die Ibis-Fahrerin standhalten und sich sogar noch auf Platz zwei, vor die Französin Isabeau Coudurier (Sunn) schieben. Gegen Cecile Ravanel (Commençal Vallnord) ist erneut kein Kraut gewachsen. Die Französin holt sich mit Bestzeiten auf allen Abfahrtsetappen den vierten Sieg in der diesjährigen Serie.
 
Rein vom Resultat gesehen, ist der sechste Rang nicht Carolin Gehrigs Karrierebestleistung. Gemessen am Rückstand aufs Podium allerdings schon. Nach einem sehr ausgeglichenen Rennen fehlen ihr nicht mal 30 Sekunden auf die drittplatzierte Courdurier – nach über 55 Minuten addierter Rennzeit ist das nicht viel. Das dürfte auch ihr Selbstvertrauen stärken, dass bereits in dieser Saison ein Podium möglich ist.
 
Im Gesamtklassement gibt es bei den Frauen eine Veränderung. Dank ihrem zweiten Rang liegt Anita Gehrig nun auf dem dritten Zwischenrang hinter Isabeau Courdurier und Cecile Ravanel. Carolin Gehrig liegt nach wie vor auf Rang fünf. Sie ist aber wieder etwas näher an die viertplatzierte Ines Thoma (Canyon/GER) herangerückt.

 
Resultate EWS #5 Aspen/Snowmass USA
Gesamklassement nach EWS #5

 
 

Graves und Wildhaber finden zu alter Stärke zurück

Dem Australier Jared Graves schien nach seinem Team-Wechsel zu Specialized nicht richtig in Fahrt zu kommen. Ein achter Rang beim Serienauftakt in Chile war das bisher beste Resultat des World-Series-Titelverteidigers. In Aspen findet Graves seine alte Stärke wieder und hämmert eine Bestzeit um die andere in die staubigen Strecken. Nach fünf Etappensiegen reist seine Bestzeitenserie ab, doch auch mit der 50. Fahrzeit gewinnt der Australier das Rennen, und auch nicht zu knapp. Fast 45 Sekunden beträgt sein Vorsprung auf Cube-Pilot Nico Lau (FRA) der das Podium bisher auch nur von aussen gesehen hatte.
 
Ebenfalls in dieser Saison das erste Mal auf dem Podest ist Jérôme Clementz. Der französische Cannondale-Pilot fährt ein solides Rennen und setzt am zweiten Renntag in der vierten Etappe den Grundstein für seinen ersten Podestplatz in der laufenden Saison. Am Ende hat Clementz ein Polster von rund zwölf Sekunden auf den viertplatzierten Martin Maes.
Bisher war es nicht René Wildhabers Saison. Verletzungen und ein harziger Neustart bremsten die lebende Freeride-Legende. Dass seine Form zuletzt doch ansteigend war, zeichnete sich aus seinem Gefühl und Resultate-Analysen ab. Beim Enduro-World-Series-Rennen in Aspen/Snowmass kommt Wildhaber wieder seiner gewohnten Leistung nahe. Ein solides Rennen mit Fahrzeiten zwischen Platz 21 und 7 bringen den Trek-Fahrer auf den elften Schlussrang – ein Resultat das wegen der immer grösser werdenden Leistungsdichte als sehr gut einzuschätzen ist.
 
Im Gesamtklassement liegt noch immer Yeti-Team-Fahrer Richie Rude an der Spitze. Sein 25. Rang – infolge einer Trainingsverletzung – hatte kaum Auswirkungen auf seinen grossen Punktevorsprung auf Damien Oton (Devinci/FRA) und Jérôme Clementz. René Wildhaber arbeitet sich auf Rang 34 vor, und Ludo May (Canyon/SUI) rutscht auf Rang 39 ab. Immerhin kann er trotz seiner Fussverletzung wieder fahren und mit dem 49. Rang in Snowmass gar nicht mal schlecht.

Resultate EWS #5 Aspen/Snowmass USA
Gesamklassement nach EWS #5
 

Highlight Video EWS #5 Aspen

«Weltmeisterschaften» in Whistler

Natürlich gibt es im Enduro noch keine offiziellen Weltmeisterschaften. Der sechste World-Series-Stopp im kanadischen Whistler ist aber schon fast gleichbedeutend, denn das Rennen ist quasi der Auftakt zum legendären Crankworks-Festival im weltbekanntesten Bikepark. Da geniessen die Fahrer weit mehr Aufmerksamkeit, als sonst wo.
Das Rennen in Whistler wird an 14. August ausgetragen und geht über fünf Etappen. Die letzte Etappe wird standesgemäss im Web live übertragen.

 
www.enduroworldseries.com
www.crankworx.com