Entwicklung der Enduro World Series
Die Familiäre Atmosphäre an den Enduro-Rennen, welche so hochstilisiert wurde, ist durch die Professionalisierung des Sports bereits zu einem gewissen Grad verdampft. Die Stimmung ist nach wie vor gut, Auf der anderen Seite gibt es trotz der professionellen Ausrichtung kein einheitliches Rennformat. Enduro lässt sich zwar definieren, jedoch nicht eingrenzen. Das heisst, die Formate sind grundverschieden. Mussten die Athleten bei der ersten Austragung das ganze Rennen an einem Tag aus eigener Kraft bewältigen, wurden die Rennen in Frankreich teilweise auf zwei Tage verteilt und die gesamten Aufstiege mittels Bergbahnen getätigt. Ähnlich funktioniert es beim vierten Lauf der Enduro-World-Series. Dort mussten die Teilnehmer nur vereinzelt ein kurzes Stück, von der Bergstation zum Start pedalieren.
Bei der Austragung in Winterpark sind die fünf Abfahrtsetappen auf drei Tage verteilt. So fahren die Enduristen jeweils am Vormittag die Rennetappen und trainieren am Nachmittag die Etappen des nächsten Tages. Zum Vergleich, in Frankreich wurden die Etappen drei Tage vor dem Rennen bekannt gegeben. In Italien bereits einen Monat im Voraus. Dies hat sich als unfairste Variante erwiesen da nicht alle Teilnehmer, inklusive einiger Profis, die Möglichkeit hatten schon Wochen vor dem Rennen die Strecken zu trainieren. Dies hat sich auch klar in den einzelnen Klassementen wiedergespiegelt.
Nach wie vor unglücklich gelöst ist, dass man die schnellsten Fahrer aus der Gesamtwertung zuerst starten lässt. Sind die Sieger im Ziel, fällt die Spannung weg und die schlechteren Fahrer bekommen kaum noch Beachtung. Soviel zum Thema «Enduro-Spirit». Diesen Punkt müssen sich die Veranstalter nochmals genau überdenken, ansonsten löst sich der Spirit dieser grossartigen Disziplin bald in Luft auf. Ebenso müssen die Veranstalter ihr Regelwerk überdenken und korrekt umsetzen. Böses Blut welches es beim sechsten Lauf in Val d'Isère gab, als die Organisatoren fadenscheinige Entscheidungen fällten, kann dieser schöne Sport nicht gebrauchen.
Nach diesen Rennen darf man aber durchaus sagen, dass auch eine World-Series keinen genau definierten Modus benötigt. Man kann diesen somit einfach den Gegebenheiten vor Ort anpassen. Wo es Bergbahnen hat, kann man diese ruhig zur Unterstützung integrieren. Wo es keine hat wird das gesamte Rennen samt deren Verbindungsetappen aus eigener Kraft absolviert. Es sollte aber weder der Ausdauerfaktor vernachlässigt werden, noch sollten es sechs Stunden Enduro-Marathons wie beim Auftakt in Italien werden. Im Allgemeinen wurde in den fünf Rennen eine gute Balance zwischen physischen und technischen Anforderungen gefunden.