Epic-Blog: Unsere Bikes fürs Swiss Epic
Anita: Wäre mein Bike ein Brötchen dann wäre es noch fast ofenfrisch. Das Ripley von Ibis gibt es zwar schon paar Jahre. Bei meinem Ripley handelt es sich jedoch um die neue, überarbeitete Version dieses Twentyniner Trailbikes, die ich erst vor kurzem entgegennehmen durfte. Vom Federungssystem wie auch vom Federweg hat sich nichts geändert. Ibis vertraut hier weiterhin auf die bewährte DW-Link-Kinematik mit 120 Millimeter Federweg. Neu am Ripley sind der Hinterbau, der mehr Reifenfreiheit bietet, sowie die intern verlegten Schaltzüge. Die Geometrie ist auf Vortrieb und Trail-tauglichkeit ausgelegt und macht das Bike erstaunlich laufruhig und verspielt zugleich.
Der orange Trail-Bolide «Ripley» mit 120 Millimeter Federweg, DW-Link und dicken Schlappen.
Gefedert ist das Ripley nicht etwa mit gewohnten Produkten wie Fox oder Rock Shox. Federgabel und Federbein stammen aus dem Hause X-Fusion. Noch sind diese in der Schweiz eher als Exoten zu bezeichnen. Alles ist jedoch nicht original. Zum Beispiel ist das O2-Pro-Federbein von X-Fusion ein Serienprodukt. Das Innenleben jedoch – sprich die Dämpferkartusche – entspricht nicht der Serie. Diese ist auf die härtere Gangart angepasst und verträgt einiges mehr als die originale Kartusche.
Die Federgabel «Trace RC HLR» hingegen kommt «ab der Stange». Sie bietet 140 Millimeter Federweg und diverse Einstellmöglichkeiten der HLR-Dämpferkartusche im High- und Lowspeed-Bereich wie natürlich auch beim Rebound. Mit ihren 34 Millimeter dicken Standrohren und rund 1’900 Gramm Gewicht gehört sie nicht zu den leichtesten Gabeln. Doch die Gabel spricht sehr fein an und ist auch steif genug für den harten Gebrauch.
Einmal der Serie entsprechend, einmal nur optisch im Originalzustand: Die Federelemente von X-Fusion.
Ibis baut nicht nur schicke Bikes, auch Laufräder haben die Kalifornier im Programm. So fahre ich an meinem Ripley auch deren Laufräder. Für das Flow-Epic habe ich nicht etwa schmale und leichte Felgen gewählt. Ich setzte auch hier auf die 41 Millimeter breiten 941er Carbon-Felgen mit denen der 29-Zoll-Laufradsatz weniger als 1'800 Gramm wiegt. Der zu Beginn beschriebene neue Hinterbau mit mehr Reifenfreiheit kommt an diesem Punkt zum Einsatz. Denn durch die breite Abstützung der Reifen, bauen diese breiter und benötigen dann die dazugewonnene Reifenfreiheit.
Bezogen sind die schicken «Dickerchen» mit WTB-Reifen: Am Hinterrad mit einem 2.25 Zoll breiten «Trailboss» mit dichtem Profil für wenig Rollwiderstand und am Vorderrad den bissigen «Vigilante» in 2.35 Zoll. Diese bieten gerade in nassem oder losem Terrain viel Grip gefragt ist, was während dem Flow-Epic doch einige Male hilfreich war.
Breit, robust, leicht und griffig: Die Kombination aus den 941er Felgen und den WTB-Reifen erwies sich gute Wahl fürs Flow-Epic.
Bei der Komponentenwahl gehen Leichtigkeit, Stabilität und Funktionalität in einer Hand. Lenker und Vorbau sind von der kanadischen Firma «Joystick». Diese Kombination ist zwar sehr robust, aber im Verhältnis dazu gar nicht so schwer. Bestückt ist der Lenker mit Schraubgriffen von Lizard Skins.
Ein feines Teil an meinem Bike ist auch die Variosattelstütze von Kind Shock, auf der ein WTB-Volt-Sattel thront. Die Stütze bediene ich mit dem neuen vielseitig positionierbaren Daumenhebel.
Antrieb und Schaltung sind aus Srams XX1-Modellreihe, die Kurbeln hingegen sind die leichten «Next» von Raceface. Die Tempokontrolle mache ich mit XTR-Stoppern von Shimano.
Noch neuer als das Bike selbst sind die an der Eurobike präsentierten E-Mallet-Pedalen von Crank Brothers. Die sind etwas leichter als die Downhill-Ausführungen und lassen sich mit speziellen Clips an die Sohlentiefe anpassen. Im Weiteren gehört an mein Bike ein Flaschenhalter. Denn nicht immer fahre ich mit Rucksack und Trinkblase.
Balz: Ich bleibe mit meinem Epic-Bike in derselben Federwegkategorie wie Anita mit ihrem Bike, oder mit 120 vorne und 110 Millimeter Federweg hinten etwas darunter. Denn trotz den langen Abfahrten muss man am Flow-Epic auch auf Zeit berghochfahren und so sollte das Bike nicht zu schwer sein und eine pedaliergünstige Geometrie aufweisen. Wie letztes Jahr, als ich das Swiss-Epic fuhr, setzte ich dieses Jahr beim Flow-Epic auf das selbe Bike: das «Atlas» von Devinci. Diesen Twentyniner fahre ich in meiner Freizeit ausgesprochen gerne und er verkörpert für mich das ideale Bike für ein solches Rennen.
Das «Atlas» entspricht nahezu noch der Beschreibung des letzten Jahres.
www.ride.ch/site/index.php/9292-das-swiss-epic-bike-des-ride-teams.html
Für die Swiss-Epic-Ausgabe 2015 habe ich jedoch geringfügige Änderungen vorgenommen. So bin ich zum Beispiel robustere Reifen gefahren. Statt den Onza-Reifen «Canis» in 29x2.25 Zoll setzte ich während den sechs Renntagen auf das Ibex-Profil, ebenfalls von Onza. Am Hinterrad in 29x2.25 Zoll, vorne in 2.4 Zoll Breite und jeweils mit der robusten FRC-Karkasse. Diese Kombination hat sich in dieser Woche gut bewährt. Nicht einmal hatte ich einen Plattfuss zu beklagen. Natürlich bin ich die Reifen schlauchlos und mit Dichtflüssigkeit gefahren. Mit Schläuchen wäre bei der zackigen Fahrweise wohl öfters die Luft entwichen.
Breit, robust und trotzdem erstaunlich leichtlaufend – die Ibex 2.4-Zoll-Reifen von Onza.
Eine weitere Änderung machte ich bei der Sattelstütze. Das Swiss-Epic war das ideale Testgelände, um die überarbeitete Variosattelstütze der Tessiner Firma Yep Components zu testen. Diese ist gegenüber der alten Version besser abgedichtet, hat einen neuen Stützenkopf und einen besseren Verstellhebel.
Die neue Yep-Sattelstütze – ein cooles Teil.
Ausgetauscht wurde am Atlas auch das Federbein. Wo vorher ein Fox-Float-Stossfänger arbeitete, kam dieses Mal ein Rock-Shox-Monarch-Federbein zum Einsatz. Auf die Kinematik des Atlas angepasst, verhielt sich dieses progressiver, aber auch feinfühliger im Ansprechverhalten.
Ein kleines Federbein das grosse Arbeit verrichtet – feinfühlig und im letzten drittel des Hubs progressiv.
Auch elektronische Gadgets sind für ein solches Rennen eine Hilfe. Anita und ich sind das Flow-Epic mit den brandneuen M450 Fahrradcomputer von Polar gefahren. Das kleine Gerät hielt uns immer in Sachen Kilometer- und Höhenmeterstand auf dem Laufenden. Natürlich kann dieses Gerät noch viel mehr, doch das würde hier den Rahmen sprengen.
Kompakt und bedienungsfreundlich – der M450 von Polar.
Dass Bikes im Bereich von 120 Millimeter Federweg für solche Rennen, wie die Flow-Version des Swiss-Epic, ideal sind, hat sich für uns bestätigt. Wer es gemütlicher angehen will, der soll sich etwas mehr Federweg gönnen, denn der Spass und die Reserven bergab sind klar grösser.
Schick, schnell und spassig – unsere Epic-Bikes brachten uns zuverlässig über die epischen Tage.
www.ibiscycles.com
www.ibis.santacruzbikes.ch
www.devinci.com
www.b-bikes.ch