EWS: Il grande Finale mit Regen, Sturm und neuem Sieger
Für einmal versprechen die Wetterprognosen kein italienisches Badewetter für das grosse Finale der Enduro-World-Series im italienischen Bike-Mekka Finale Ligure. Sturm und Regen zwingen die Veranstalter sogar dazu, die Strecken für das Training am Freitag zu sperren. Auch am Samstag, dem ersten der zwei Renntage, bringt das Lumpenwetter Konsequenzen mit sich. So wird das Rennen um eine Abfahrtsetappe gekürzt – leider um eine der Schönsten dieses Wochenendes.
Beide Renntage verlangen von den Athleten ungewöhnlich viel Wadenkraft, denn die Etappen sind überdurchschnittlich Tretlastig ausgelegt – ja teilweise sogar dem Cross-Country ähnlich. Zu einer grossen Veränderung des Klassements führen die langen Tretstücke jedoch nicht. Es sind die üblichen Verdächtigen die auf den Etappen dominieren. Bei den Männern ist der Australier Jared Graves der schnellste Fahrer über die zwei Renntage, rund eine Sekunde vor dem Franzosen Fabien Barel, der seine Karriere mit dem zweiten Rang abschliesst. Auf Rang drei, aber nur sechs Hundertstelsekunden «langsamer», landet E.T. – Nicolas Vouilloz der weltbeste Downhill-Fahrer aller Zeiten. Schier unglaublich, dass nach 35 Minuten Renndauer nicht grössere Abstände entstehen. Richie Rude, dem Gesamtführenden, reicht nach den zwei Renntagen ein elfter Platz, um den Seriensieg ins trockene zu fahren. Fabien Barel und Jérôme Clementz landen mit klarem Punkteabstand auf den Ehrenplätzen.
Von der Schweizer Enduro-Garde gibt es ähnliches wie vom Rennen in Spanien zu berichten. René Wildhaber belegt als schnellster Eidgenosse Rang 16 und kann in der letzten Etappe eine Top-10 einfahren. Ebenfalls eine Steigerung gegenüber dem Rennen in Spanien erfährt Gusti Wildhaber. Obwohl der Cube-Pilot wegen einer Erkältung nicht alle Strecken besichtigen konnte, schafft er es auf Rang 34. Unmittelbar dahinter landet Ludo May. Im Gesamtklassement findet sich René Wildhaber auf Rang 18, Ludo May auf 37, Gusti Wildhaber auf 73 und Rudy Biedermann auf Rang 86 wieder.
Auf der Rangliste tauchen auch zwei aus einer anderen Ecke bekannten Fahrer auf: Mathias Flückiger und Nicola Rohrbach testen in Finale ihre Enduro-Fähigkeiten und schlagen sich dabei beachtlich. Laut den beiden, haben sie sich mehr erhofft, doch die Ränge 45 und 47 in einem Fahrerfeld von Enduro-Spezialisten dürfen sich sehen lassen.
Der Reihe nach: Finale-Sieger Jared Graves, Fabien Barel bei seinem letzten Auftritt, die Männerpodeste von Rennen und Gesamtwertung. ©Matt Wragg – EWS
Moseley verlässt Rennsportbühne mit Sieg
Die Britin Tracy Moseley stand schon vor dem Rennen so gut wie als Gesamtsiegerin fest. Doch stand die Tür zum Rennsieg für einmal für andere weit offen. So ist es die Französin Cecile Ravanel die am ersten Renntag zwischenzeitlich die Führung übernimmt und den Tag nur sehr knapp hinter Moseley als Zweite abschliesst. Am zweiten Renntag schliesst Moseley jedoch die Tür vor Ravanels Nase zu. Selbst ein Missgeschick kann sie nicht mehr bremsen – auch wenn sie derweil nicht mehr an den Tagessieg glaubt.
Damit holt sich Tracy Moseley auch im dritten Jahr der Enduro-World-Series den Gesamtsieg – dieses Mal vor Cecile Ravanel und Anneke Beerten.
Eine Überraschung im Tagesklassement ist hingegen der dritte Rang von Ines Thoma. Die frühere Deutsche Cross-Country-Fahrerin hat sich in den letzten zwei Jahren oft auf den Rängen vier und fünf wiedergefunden. In Finale schafft sie es nun zum ersten Mal aufs Treppchen in der Weltserie. Im Gesamtklassement ist sie wie im Vorjahr auf Rang fünf.
Der Reihe nach: Tracy Moseley auf dem Weg zu ihrem letzten Sieg, das offizielle Afterrace-Bier – prost und die Podeste von Rennen und Gesamtwertung. ©Matt Wragg – EWS
Erneut nahe an den besten fünf dran ist Anita Gehrig. Doch zwei Mal eine fünftbeste und ein Mal die viertschnellste Etappenzeit reichen nicht aus. Die zweite und die vierte Etappe wollen nicht so richtig gut laufen, was die entscheidende Zeitdifferenz ausmacht. Auch wenn die Enttäuschung über den verpassten fünften Rang gross ist, erreicht Gehrig mit Rang sieben noch immer ein sehr gutes Resultat. Im Gesamtklassement bedeutet das für sie den sechsten Rang.
Wie schon in Spanien ist Nathalie Schneitter auch in Finale mit am Start. Allerdings fährt sie auch hier nicht nur mit, sondern schlägt sich mit Rang elf beachtlich gut.
Obwohl gut in Fahrt, ist bei Carolin Gehrig an diesem Wochenende der Wurm drin. Mehrere kleine Stürze verhindern ein weiteres Top-10-Resultat: Sie wird 13. aber liegt nur 17 Sekunden hinter Platz zehn. Im der Gesamtwertung der Enduro-World-Series belegt sie den elften Rang.