EWS: Irland feiert neuen Helden – Wildhaber zurück
Das Emerald-Enduro nahe Wicklow in Irland ist neu im Kalender der Enduro-World-Series. Bereits im Vorfeld des Rennens machen die Organisatoren grosse Fan-Aufrufe in Radio und Zeitung und weisen sogar daraufhin mit welchen Mitteln an der Strecke am einfachsten Lärm produziert werden kann. Tatsächlich folgen die Fans scharenweise dem Ruf der Organisatoren – doch nicht nur deretwegen: Einer der Mitfavoriten ist Greg Callaghan, ein junger Ire im Dienste des Cube-Action-Teams, der im nahen Dublin und somit unweit der Strecken am 381 Meter hohen Carrick Mountain aufgewachsen ist. Ihn wollen die enthusiastischen Fans sehen und möglichst zum Erfolg anfeuern.
Obwohl ein riesiger Druck auf Callaghan lastet, hält er diesem vom ersten Meter an Stand. Der 23-Jährige holt sich drei Etappensiege und verbucht eine viertbeste Fahrzeit auf Etappe vier, als seine Schlechteste. Eine unglaublich konstante Leistung die Callaghan, mit 15 Sekunden Vorsprung auf den Neuseeländer Justin Leov, den Sieg einbringt. Trek-Pilot Leov selbst liefert ebenfalls ein sehr konstantes Rennen ab und holt sich die Bestzeiten auf der dritten und vierten Etappe. Die schnellste Zeit auf der sechsten Wertung und Rang drei holt sich der Amerikaner Richie Rude.
Nach insgesamt sechs Stunden totaler Fahrzeit und knapp 30 Minuten Rennzeit, wird bei der Zieleinfahrt jeder Fahrer von den irischen Fans lautstark empfangen. Greg Callaghans Ankunft wird jedoch zu einem verrückten Volksfest und er dabei wie ein Held gefeiert.
Wildhabers schneller Wiedereinstieg
Zwar nicht Erster aber trotzdem ein Sieger ist René Wildhaber, der das erste World-Series-Rennen verletzungsbedingt auslassen musste. Zwar konnte sich Wildhaber vor einem Monat wieder aufs Bike schwingen, der daraus resultierende Trainingsrückstand war für ihn jedoch ebenso schwer abzuschätzen, wie auch seine Hand auf die hohe Belastung reagieren wird. Das Rennen in Irland geht Wildhaber deshalb vorsichtig an. Nach einem abtasten auf der ersten Abfahrtsetappe steigert sich der Schweizer Trek-Fahrer stetig, was ihn am Ende auf den siebten Rang bringt. Ein hervorragendes Resultat schon unter normalen Voraussetzungen, ist es umso bemerkenswerter wenn man die suboptimalen Umstände miteinbezieht. Zudem ist auch der Leistungsdruck in der Enduro-World-Series auf diese Saison noch weiter angestiegen. Aufs Podest kann Wildhaber dann trotzdem steigen: Zusammen mit seinen Kollegen vom Trek-Factory-Racing-Enduro-Team gewinnt er die Team-Wertung.
Während Ludo May und Gusti Wildhaber, die nach René Wildhaber nächsten Schweizer Enduro-Hoffnungen, ihre Verletzungen auskurieren, versucht ein neuer Name im Zirkus Fuss zu fassen. Die Rede ist von Rudolf Biedermann, der in Irland sein erstes World-Series-Rennen bestreitet. Zwar ist Biedermann wegen seiner Fahrfehler und zweier Stürze nicht zufrieden, sein 39. Rang ist jedoch beachtlich und eine solide Basis um weiter nach vorne zu kommen.
Gleichstand bei den Frauen
Nach dem die Französin Anne Caroline Chausson das erste Rennen für sich entschieden hat, zieht in die Britin Tracy Moseley auf den physisch extrem fordernden Prüfungen in Irland gleich und tauscht mit Chausson den Platz. Obwohl Moseley angibt tretlastige Strecken nicht sonderlich zu mögen, fährt sie mit Ausnahme einer Etappe überall Bestzeiten ein. Mit ihrem deutlichen Sieg zieht sie im Punkteklassement mit Chausson gleich, dank dem ihr Sieg jedoch aktueller ist, übernimmt sie die Gesamtführung.
Bis Rang vier ändert sich nichts an der Reihenfolge vom Rennen in Neuseeland. Denn wie schon dort belegen Cecile Ravanel und Anneke Beerten die Plätze drei und vier. Einen grossen Sprung nach vorne macht Anita Gehrig. Die Ibis-Team-Kollegin von Chausson erreicht, trotz Magenproblemen im Vorfeld, mit Rang sieben eines ihrer besten Resultate. Carolin Gehrig fährt ebenfalls eines ihrer besten Rennen und liegt lange auf Rang acht. Doch bei einem Sturz auf Etappe fünf verdreht sich an ihrem Bike der Lenker, was sie wertvolle Sekunden sowie den Sprung unter die ersten zehn kostet. Mit Rang zwölf ist sie dennoch nicht unglücklich, vor allem im Wissen, dass ihre Form ansteigend ist und das nächste Rennen demnächst ansteht.
Knapp vor Carolin Gehrig belegt die BMC-Fahrerin Lorraine Truong den elften Rang. Zwar büsst die Romande dadurch im Gesamtklassement etwas ein, liegt jedoch noch immer auf dem guten achten Rang. Anita und Carolin Gehrig verbessern sich auf die Plätze elf und fünfzehn.
Irland – überraschend super
Was die Fahrer nahe der irischen Kleinstadt Wicklow erwartet, konnte im Vorfeld niemand so richtig erahnen. So rechneten einige Athleten damit, dass eventuell wichtige organisatorische Abläufe nicht wie gewohnt funktionieren – zu unrecht. Die Organisatoren beweisen bereits bei der Beschilderung eine gute Arbeit. Diese zieht sich beim Renngelände übers Parking, Waschplätze, Race Office und Gastronomie weiter. Hervorzuheben ist dabei die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Iren, dank welcher man sich als Fahrer herzlichst willkommen fühlt. Den Punkt aufs «i» setzen die Zuschauer. Denn der Fan-Aufmarsch ist einer der grössten in der Geschichte der Enduro-World-Series und reicht bis an die sieben Abfahrtsetappen. Sogar auf den Transferetappen werden die World-Series-Teilnehmer noch angefeuert, was man sich von den anderen Rennen der Serie eher nicht gewohnt ist.
| Resultate 2. Lauf Enduro World Series, Wicklow/Irland | |||
| Männer | |||
| 1. | Greg Callaghan (IRL) | Cube Action Team | 27.43,82 |
| 2. | Justin Leov (NZL) | Trek Factory Racing Team | +00.15,91 |
| 3. | Richie Rude (USA) | Yeti Factory Race Team | +00.23,32 |
| 4. | Martin Maes (BEL) | GT Factory Racing Team | +00.18,40 |
| 5. | Florian Nicolai (FRA) | Rocky Mountain Urge BP Rally Team | +00.31,54 |
| 6. | Damien Oton (FRA) | Devinci/Alltricks.com Enduro Racing | +00.48,76 |
| 7. | René Wildhaber (SUI) | Trek Factory Racing Team | +00.54,20 |
| 8. | Jérôme Clementz (FRA) | Cannondale Overmountain Team | +00.56,67 |
| 9. | Jesse Melamed (CAN) | Rocky Mountain Urge BP Rally Team | +00.57,42 |
| 10. | Dan Atherton (GBR) | GT Factory Racing Team | +01.01,62 |
| 39. | Rudolf Biedermann (SUI) | Scott SR Suntour Enduro Team | +02.28,07 |
| 44. | Florian Golay (SUI) | BMC Factory Trailcrew | +02.38,99 |
| 72. | Jonas Bähler (SUI) | www.one80-shop.ch/Norco/Dtswiss/Bliss/Oakley | +03.28,20 |
| 93. | Balz Weber (SUI) | Ride Magazin - Devinci Bikes | +04.11,64 |
| 107. | Ismaël Muller (SUI) | Magic Downhill - Transition | +05.04,17 |
| 108. | Timothee Oppliger (SUI) | www.one80-shop.ch/Norco/Dtswiss/Bliss/Oakley | +05.08,74 |
| 116. | Alois von Wurstemberger (SUI) | www.one80-shop.ch/Norco/Dtswiss/Bliss/Oakley | +05.37,34 |
| Frauen | |||
| 1. | Tracy Moseley (GBR) | Trek Factory Racing Team | 32.17,57 |
| 2. | Anne Caroline Chaussson (FRA) | Ibis Cycles Enduro Race Team | +00.28,47 |
| 3. | Cecile Ravanel (FRA) | Commençal Vallnord Enduro | +00.48,45 |
| 4. | Anneke Beerten (NED) | Specialized Factory Racing Team | +01.30,95 |
| 5. | Isabeau Courdurier (FRA) | Rocky Mountain Urge BP Rally Team | +01.56,20 |
| 6. | Meggie Bichard (GBR) | Specialized NZ/Trail Addiction | +02.26,34 |
| 7. | Anita Gehrig (SUI) | Ibis Cycles Enduro Race Team | +02.44,10 |
| 8. | Carrie Poole (GBR) | Flare Clothing Co./ Bike Rehab | +03.00,87 |
| 9. | Katy Winton (GBR) | Endura Bergamont Factory Team | +03.04,22 |
| 10. | Raewyn Morrison (NZL) | +03.15,40 | |
| 11. | Lorraine Truong (SUI) | BMC Factory Trailcrew | +03.18,93 |
| 12. | Carolin Gehrig (SUI) | Ibis Cycles Enduro Race Team | +03.18,95 |