EWS Irland: Gehrig-Twins erobern gemeinsam Top fünf – Callaghan verteidigt Heimsieg | Ride MTB

EWS Irland: Gehrig-Twins erobern gemeinsam Top fünf – Callaghan verteidigt Heimsieg

Der Ire Greg Callaghan gewinnt das dritte Rennen der Enduro-World-Series im irischen Wicklow und löst damit wieder ein Volksfest aus. Grund zum feiern haben auch die Zwillinge Anita und Carolin Gehrig. Sie steigern sich erneut und erreichen mit den Plätzen vier und fünf wiederum persönliche Bestleistungen. Der Sieg geht an die Britin Tracy Moseley.

Der beschauliche Carrick-Mountain in Irland befindet sich im Ausnahmezustand: Tausende von enthusiastischen Enduro-Fans folgen den Aufrufen in Radio und Zeitung und strömen an den zu den Rennstrecken des dritten Enduro-World-Series-Rennen der Saison. Die Vorfreude ist nicht unbegründet, siegte im Vorjahr doch der Lokalheld Greg Callaghan vom Cube Action Team. Enttäuscht werden seine Fans keinesfalls, denn der junge Ire rast bei seinem Heimrennen erneut zum Sieg – erneut mit viel Spannung.
 
Callaghan startet mit einem dritten Etappenrang ins Rennen, verliert aber auf dem zweiten Abschnitt deutlich an Boden. Derweil pirscht sich der wohl bekannteste Flatpedal-Fahrer nach vorne – der Australier Sam Hill vom Team Chain Reaction Cycles. Auch der Gesamtführende Richie Rude (Yeti Fox) kämpft sich nach seiner schlechten Etappe zwei, wieder mit Etappensiegen zurück ins Rennen. Callaghan gelingt bis zum Schluss kein Etappensieg, fährt jedoch am beständigsten. Er gewinnt nach knapp 26 Minuten addierter Renndauer nur gerade drei Sekunden vor Hill  und vier Sekunden vor Rude.

Nicht so richtig auf Touren kommen die beiden Schweizer Aushängeschilder René Wildhaber und Ludo May. Trek-Pilot Wildhaber, nach seiner Verletzungspause noch nicht in Rennform, beendet das Rennen auf Rang 29 – auf dem Papier nicht berauschend, aber angesichts der Umstände ein gutes Resultat. Drei Plätze dahinter landet Ludo May vom Canyon Factory Enduro Team. Rang 32 wiederspiegelt ziemlich genau die Leistung die der Romand an den ersten zwei World-Series-Rennen gezeigt hatte. Bei der aktuellen Leistungsdichte im Enduro-Rennzirkus sind das keine schlechten Resultate, May schlägt sich damit aber deutlich unter seinem Wert.

4 + 5 = Bestleistung

Im Rennen der Frauen mischt eine alte Bekannte mit. Die Britin Tracy Moseley, die im vergangenen Herbst eigentlich vom Spitzensport zurückgetreten ist, kann die Finger nicht ganz vom Rennsport lassen und fährt einige ausgewählte Wettkämpfe – wie der in Irland. Der eigentliche Rücktritt scheint ihrer Form bisher nichts anhaben zu können, und so reiht sie Etappensieg an Etappensieg. Am Ende gewinnt die Trek-Fahrerin mit fast 40 Sekunden Vorsprung auf die Französin Cecile Ravanel (Commençal Vallnord). Auf Rang drei landet Ravanels Landsfrau Isabeau Courdurier die sich auf der letzten Etappe die schnellste Zeit holt.
 
Lange auf Schlagweite zu Sunn-Team-Fahrerin Courdurier befinden sich Anita und Carolin Gehrig vom Ibis-Cycles-Enduro-Team. Auf der zweiten Hälfte dreht die Französin jedoch noch mehr auf und heizt sogar noch Moseley und Ravanel ein. Die beiden Schweizerinnen bleiben auf den Rängen vier und fünf, erreichen damit aber erneut neue Karrierebestleistung – für Anita das zweite Mal in dieser Saison und Carolin Gehrig sogar das dritte Mal in Folge.

Auch gesamt ein Schritt nach vorne

Mit den Plätzen vier und fünf arbeiten sich die Gehrig-Twins auch in der Gesamtwertung auf die Zwischenränge vier und fünf – beide mit der gleichen Punktzahl von 820. In Führung liegt Cecile Ravanel mit 1'150 Punkten, 190 Zähler vor Isabeau Courdurier und Canyon-Team-Fahrerin Ines Thoma (GER) mit 880 Punkten.
 
Bei den Männern führt Yeti-Pilot Richie Rude (USA) deutlich mit 1'420 Punkten. Die beiden Franzosen Damien Oton (Devinci Enduro Racing) und Jérôme Clementz (Cannondale) liegen mit jeweils 1’110 Punkten auf den Rängen zwei und drei.
 
Der Schweizer U21-Fahrer Igor Muller (RideUp Lapierre Swiss Enduro Team) muss nach den ersten guten Rennen in Südamerika eine Schlappe einfahren. Der Tessiner verliert deshalb auch im Gesamtklassement an Boden und liegt aktuell auf Rang sechs. Zumindest auf den vierten Gesamtrang fehlen Muller lediglich 20 Punkte.

Grosse Pause vor dem Alpenklassiker

Bis zum vierten Rennen der Enduro-World-Series haben die Enduristen rund zwei Monate Zeit, um sich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten. Das vierte Rennen findet am 16. / 17. März im italienischen Skiort La Thuile, nahe Courmayeur und dem französischen Bergsteiger-Mekka Chamonix statt. Wo die Fahrer in Irland die ganzen Transferstrecken aus eigener Kraft bewältigen mussten, werden in La Thuile teilweise Bergbahnen als Aufstiegshilfe genommen. Auf den alpinen Trails wartet über eine Stunde addierte Abfahrtszeit auf die Teilnehmer.

Rangliste Wicklow/ Irland

 

www.enduroworldseries.com