EWS: Sieg von Hulk und die Rückkehr von E.T. | Ride MTB

EWS: Sieg von Hulk und die Rückkehr von E.T.

Beim vierten Rennen der Enduro-World-Series im französischen Samoëns schafft es Richie Rude zum ersten Mal aufs Siegertreppchen. Als Zweiter feiert Nicolas Vouilloz seine Rückkehr auf dem Podest. Bei den Frauen gewinnt Tracy Moseley überlegen. Lorraine Truoung wird als beste Schweizerin Achte.

Er hat Unterarme so dick wie bei anderen die Waden, und auch der Rest seines muskulös massigen Körpers füllt das Enduro-Trikot aus als wäre es ein Zeitfahranzug. Der junge Amerikaner Richie Rude ist eine eindrückliche Erscheinung, weswegen er unter den Fahrern auch schon «der unglaubliche Hulk» genannt wurde. Dass er mit seiner Kraft auch gut umgehen kann, hat er bereits mit zwei Podestplätzen in dieser Serie bewiesen. An diesem Wochenende kommt es für Rude aber noch besser: Nach dem ersten der zwei Renntage liegt Rude noch knapp sechs Sekunden zurück auf Rang zwei. Diesen Rückstand holt er kontinuierlich auf und holt sich so seinen ersten Sieg in der Weltserie.

Auf Rang zwei feiert ein alter Bekannter seine Rückkehr auf dem Podest. Die Rede ist von Nicolas Vouilloz, der in den früheren Jahren, wegen seines Fahrstils im Downhill, als E.T. – der Ausserirdische – bezeichnet wurde. Bereits am Tag eins beeindruckt der 39-Jährige mit einem Etappensieg und der vorübergehenden Führung. Am Tag darauf ist Rude dann doch knapp schneller und verweist E.T. auf Rang zwei.

Dritter wird Fabien Barel. Der Franzose würde wohl zuoberst auf dem Treppchen stehen. Er verliert jedoch auf der ersten Abfahrtsetappe zu viel Zeit, dass er den Rückstand mit drei Bestzeiten nicht mehr aufholen kann.
Nicht richtig auf Touren kommt René Wildhaber. Er verzeichnet bereits auf der ersten Etappe mehrere Stürze und verliert dabei viel Zeit. Einzig auf der dritten Etappe kann er mit der viertbesten Zeit zeigen was er drauf hat. Am Ende wird's für Wildi den 16. Rang. Gut ins Renngeschehen zurück kommt dafür Ludovic May. Der Romand bestreitet sein erstes Rennen World-Series-Rennen nach seiner Verletzungspause und landet auf dem guten 19. Rang. Mit der zehntbesten Fahrzeit auf Etappe drei zeigt er, dass bald wieder mehr drinliegt.

Moseley konkurrenzlos
Die Britin Tracy Moseley ist in diesem Jahr sonst schon schwer zu schlagen. Die einzige Fahrerin die sich vor Moseley drängen könnte ist Anne Caroline Chausson. Diese ist jedoch gesundheitlich angeschlagen und so bleibt das Rennen in Samoëns ein Versuch. Chausson fährt die erste Etappe, gibt dann aber das Rennen auf. Ihr Erbe tritt ihre Landsfrau Cecile Ravanel an, die auf Rang zwei landet. Sie kann zwar zwei Etappen für sich entscheiden, büsst aber auf den langen Abschnitten viel Zeit ein, weshalb der Sieg für sie in weiter Ferne liegt. Dritte wird die Holländerin Anneke Beerten.

Bei den Schweizerinnen läuft es nicht ganz nach Wunsch. Lorraine Truong liegt nach dem ersten Tag mit zwei guten Abfahrten auf dem siebten Zwischenrang. Am Folgetag kann sie jedoch nicht mehr an die Leistung von Samstag anknüpfen und verliert am Ende noch einen Rang. Mit Rang acht erreicht sie noch immer ein gutes Resultat, schlägt sich jedoch unter ihrem Wert.

«Same but different» kann man Anita Gehrigs Rennen bezeichnen. Sie kommt auf der ersten Etappe nicht auf Touren und büsst dort viel Zeit ein – auch weil ihre gereizten Bronchien sie in den zahlreichen Gegenstiegen bremsen. Die Etappen darauf laufen jeweils besser, und als hätte sie den Platz abonniert, fährt sie ab Etappe zwei in jeder Abfahrt die achtbeste Zeit. Am Ende wird es Rang neun für Gehrig – ebenfalls ein gutes Resultat, aber unter ihrem Wert. Carolin Gehrig kommt dieses Mal gar nicht auf Touren und muss sich mit dem 15. Rang begnügen.

Das nächste Rennen der Enduro-World-Series wird auf der anderen Seite des grossen Teichs, vom 31. Juli bis 2. August in Crested Butte/Colorado abgehalten. Dort steht für die Teilnehmer dünne Luft und ein dreitägiges Rennprogramm auf dem Menüplan.

www.enduroworldseries.com