Flatpedal-Sam gewinnt das Enduro-World-Series-Rennen in Frankreich | Ride MTB

Flatpedal-Sam gewinnt das Enduro-World-Series-Rennen in Frankreich

Sam Hill entscheidet das siebte Rennen der Enduro-World-Series im französischen Valberg für sich. Damit ist er der erste Fahrer der ein grosses Enduro-Rennen auf Flatpedals gewinnt. Im unterliegt niemand geringerer als Nicolas Vouilloz – dritter wird Jesse Melamed. Bei den Frauen gewinnt Cecile Ravanel. Anita Gehrig schrammt um wenige Sekunden am Podium.

Ohne Klickpedalen gehe im Enduro-Rennsport nichts, da war man sich einig. Denn auch im Downhill schwören nur noch ein paar Exoten der «festen Bindung» ab und donnern auf den sogenannten Bärentatzen zu Tale. Einer dieser Exoten ist der Australier Sam Hill, und zwei Mal hatte er mit seinen zweiten Plätzen an den Enduro-World-Series-Rennen in Irland und Italien bereits gezeigt, dass es auch ohne Klickpedalen geht. Beim siebten Rennen im französischen Valberg schlägt Hill nun endgültig zu: Er holt sich seinen ersten Sieg in der Weltserie neun Sekunden vor dem zehnfachen Downhill-Weltmeister Nicolas Vouilloz und 17 Sekunden vor dem aufstrebenden Kanadier Jesse Melamed. «Ich bin super happy mit meinem Sieg hier. Ich hatte viel Spass auf den Etappen, vor allem auch, da ich mit Nico Vouilloz, meinem Jugendidol, einen spannenden Zweikampf hatte», sagt Sam Hill.

Ein gutes Rennen, jedoch noch nicht mit voller Konstanz, zeigt Ludo May. Er belegt den 30. Rang und kann auf drei Etappen Top-25-Zeiten fahren. Gleich dahinter landen René und Gusti Wildhaber auf den Rängen 31 und 32. René Wildhaber kommt nicht so richtig in die Gänge und findet auf den sieben Abfahrtsetappen nur teilweise in den Flow. Bereits auf der ersten Etappe wird der Trek-Pilot von einem Zwischenfall – wo es ihm die Short zerreisst – verunsichert. Wildhaber setzt das Rennen nur in engen Radhosen fort – der Vorteil der besseren Aerodynamik wird im aber nicht zu Teil. Gusti Wildhaber hingegen freut sich über seine regelmässig guten Fahrzeiten und erreicht damit sein bestes Saisonergebnis.

Ravanel zum Sechsten – knappe Entscheidung um Platz drei

Bei den Frauen ist die Französin Cecile Ravanel erneut die Schnellste. Allerdings nicht mehr haushoch. Ihre Landsfrau Isabeau Courdurier kann ebenfalls ihre Ortskenntnisse ebenfalls gut umsetzen und fährt auf drei Etappen die Bestzeit. Ravanel fährt bei ihren Bestzeiten aber jeweils mehr Vorsprung heraus als Courdurier, die am Ende 30 Sekunden zurückliegt – kein grosser Abstand bei rund 55 Minuten addierter Fahrzeit.

Ein heisser Kampf entwickelt sich um Rang drei. Anita Gehrig fährt am ersten Renntag auf jeder Etappe die drittschnellste Zeit und liegt danach auch auf demselben Zwischenrang. Am zweiten Renntag läuft es hingegen nicht ganz rund, und so kommt Ines Thoma, die bis dahin auf dem vierten Zwischenrang liegt, langsam näher. Die zweitletzte Abfahrtsetappe will gar nicht gelingen – Anita Gehrig fällt hinter Thoma zurück. Auf der letzten kurzen Abfahrt dreht die Schweizerin aber nochmals auf und knöpft der Deutsche, trotz einiger Fahrfehler, fast fünf Sekunden ab. Nicht genug: Ines Thoma stürzt zwar selbst auch noch, und zwar knapp vor der Ziellinie, kann aber etwas mehr als drei Sekunden und somit Rang drei retten. Freude auf der einen und Enttäuschung auf der anderen Seite: «Auch wenn ich mich für Ines freue, wäre es mir lieber gewesen, hätte sie mich deutlich geschlagen», meint Gehrig und fügt an: «Vielleicht hat es diese Klatsche aber gebraucht, um es beim letzten Rennen in Finale Ligure besser zu machen!»

Nicht zufrieden mit ihrem Resultat ist Carolin Gehrig. Ausgerechnet auf der längsten Etappe verliert sie viel Zeit die auf den kürzeren Etappen schwierig aufzuholen ist. Doch gibt sie sich nicht geschlagen und zeigt mit zwei fünftbesten Fahrzeiten, dass sie weiter vorne als auf Platz sieben sein könnte. Nach dem Rennen gibt sie ebenfalls zu Protokoll, beim Finale der Enduro-World-Series noch fokussierter ins Rennen zu gehen.

Erfreulich verläuft das Rennen für Cross-Country-Spezialistin Nathalie Schneitter. Nach einer verhaltenen ersten Abfahrtsetappe bringt sie regelmässig Top-10-Zeiten runter und klassiert sich am Ende auf dem guten neunten Rang und vor einigen etablierten Enduro-Fahrerinnen.

Gut und gleichzeitig schlecht ergeht es Camille Balanche bei ihrem ersten Rennen der Enduro-World-Series. Den ersten Renntag beendet sie äusserst stark auf dem siebten Zwischenrang. Auf der Transferetappe zur sechsten Stage hoch, muss sie aufgeben. Starke Knieschmerzen machen ihr eine Fortsetzung des Rennens unmöglich – das starke Zwischenergebnis ist somit verloren. Balanche hofft nun auf eine schnelle Besserung, um beim letzten Rennen in Finale Ligure einen weiteren Versuch zu starten.

Keine Veränderungen an der Spitze

In der Gesamtwertung bleibt nach dem Rennen in Valberg alles beim Alten. Richie Rude bleibt auch nach seinem siebten Rang noch deutlich vor Damien Oton und Jérôme Clementz in Führung. René Wildhaber befindet aktuell auf Rang 31, Ludo May arbeitet sich wieder etwas nach vorne auf Rang 37 und Gusti Wildhaber liegt mit zwei zählbaren Resultaten auf Rang 74.

Bei den Frauen gewinnt Cecile Ravanel die Gesamtwertung vorzeitig. Isabeau Courdurier und Anita Gehrig liegen auf den Rängen zwei und drei. Knapp dahinter Ines Thoma und ebenfalls nicht weit weg lauert Carolin Gehrig auf Rang fünf. Nathalie Schneitter liegt mit nur zwei Rennen von sieben Rennen auf Rang 27.

Das Finale in Finale

Am 1. und 2. Oktober findet um das italienische Küstenstädtchen Finale Ligure der letzte Stopp der Enduro-World-Series statt. Dort warten zwei knackige Renntage auf die Enduristen, aber danach ruft für die Athleten erstmal la dolce Vita.

Resultate EWS #7, Valberg/Frankreich

www.enduroworldseries.com