Frei feiert ersten XCO-Weltcup-Sieg und Lillo dominiert bei den Männern | Ride MTB

Frei feiert ersten XCO-Weltcup-Sieg und Lillo dominiert bei den Männern

Dario Lillo - Sieger UCI XCO World Cup MONA YongPyong

Emotionale Siege bei anspruchsvollen und nassen Bedingungen am XCO-Weltcup im Südkoreanischen MONA YongPyong. Sina Frei kämpft sich nach Verletzung zu ihrem ersten XCO-Erfolg, während Dario Lillo das Männerrennen eindrucksvoll kontrolliert und seinen Premierensieg feiert. Bei den U23 gehen die Siege an Valentina Corvi und Nicolas Halter.

Jenny Rissveds (Canyon XC Racing) scheint das Elite-Frauenrennen bereits früh zu kontrollieren, als sie sich in der ersten Runde mit einem Vorsprung von 25 Sekunden absetzt. Am Ende muss sie sich jedoch nach einem packenden Duell mit Rang zwei zufriedengeben. Knapp hinter Sina Frei und vor der Amerikanerin Madigan Munro (LIV Factory Racing).

Rissveds macht sofort Druck und nur Frei sowie Savilia Blunk (Decathlon Ford Racing Team) können zunächst folgen. Evie Richards (Trek - Unbroken XC) verpasst beim Start ihr Pedal und erlebt einen schwierigen Tag, der auch einen heftigen Sturz beinhaltet.

Kurz darauf setzt sich Rissveds komplett ab und wirkt, als würde sie nahtlos an ihre Form aus der Vorsaison anknüpfen und ihren dritten Sieg in Folge einfahren. Doch in der zweiten Runde fällt sie zurück, wodurch Frei, nachdem sie Blunk distanziert, wieder aufschliessen kann.

Während die schwierigen Bedingungen im Feld weiterhin für Probleme sorgen liefern sich Frei, Rissveds und Munro ein intensives Duell mit wechselnden Attacken. Munro greift Frei an, als die Glocke zur letzten Runde läutet.

Doch die Schweizerin kontert, holt zunächst Munro ein, die mit dem dritten Platz das beste Resultat ihrer Karriere erzielt, und schliesst anschliessend auch zu Rissveds auf, die bis zur entscheidenden Zieldurchfahrt jede Runde in Führung liegt.

Als sich Jennifer Jackson (Orbea Fox Factory Team) von hinten nähert, unterläuft Rissveds im entscheidenden Moment ein Fehler. Das verschafft Frei den nötigen Vorsprung, um sich ihren ersten XCO-Sieg zu sichern, das nur wenige Monate nach ihrem Handbruch.

Lillo sichert sich dominanten Premierensieg

Da der amtierende Champion Christopher Blevins (Specialized Factory Racing) aufgrund eines im Training in Südkorea erlittenen Schlüsselbeinbruchs beim Auftakt des XCO fehlt, ist das Elite-Männerfeld völlig offen und die jungen Fahrer nutzen ihre Chance eindrucksvoll.

Das gesamte Podium ist 25 Jahre alt oder jünger, während auch Finn Treudler (CUBE Factory Racing) bei seinem ersten Elite-Weltcupstart zu den auffälligsten Fahrern zählt. Sein Rennen wird jedoch durch mehrere technische Probleme beeinträchtigt, die er als Rookie nur schwer in den Griff bekommt. Doch selbst ohne diese Schwierigkeiten wäre es schwer gewesen, mit dem überragenden Dario Lillo mitzuhalten.

Wie Rissveds baut auch Lillo bereits in der ersten Runde einen komfortablen Vorsprung von 17 Sekunden auf Treudler auf. Treudler ist der einzige Fahrer, der zunächst innerhalb von 30 Sekunden bleibt. Zwar hält Treudler noch eine weitere Runde mit, doch ein erster Kettenabwurf kostet ihn jede Siegchance, weitere Defekte werfen ihn schliesslich auf Rang zwölf zurück.

Im Männerrennen spielt das Material eine grössere Rolle als bei den Frauen. Einige Fahrer, darunter Luca Schwarzbauer (Canyon Factory Racing), wechseln wie in der Formel 1 auf Intermediate-Reifen, während auch Martin Vidaurre (Specialized Factory Racing) durch einen frühen Platten aus dem Rennen um die Spitze fällt.

Stattdessen rücken die Cannondale Factory Racing Fahrer Luca Martin und Charlie Aldridge in den Fokus. Mit der markanten Cannondale-Lefty-Gabel, die im Schlamm besonders gut funktioniert, fahren sie auf die Plätze zwei und drei mit 1:46 und 2:39 Minuten Rückstand auf Sieger Lillo.

Corvi und Halter gewinnen die U23 Kategorien

Valentina Corvi (Canyon XC Racing) greift sofort an und baut bereits in der ersten Runde einen Vorsprung von 40 Sekunden auf, den sie im weiteren Rennverlauf kontinuierlich ausbaut. Am Ende gewinnt sie mit 3:28 Minuten Vorsprung vor Elina Benoit (Lexware Mountainbike Team), während Bailey Cioppa das Podium komplettiert.

Nach ihrer Rückkehr in die Kategorie, die sie im vergangenen Jahr mit 178 Punkten Vorsprung gewinnt, setzt Corvi sofort ein klares Zeichen. Benoit erweist sich als klar zweitstärkste Fahrerin und zeigt, dass sie sich nach Rang sieben in der Gesamtwertung 2025 weiter steigern will.

Nicolas Halter (Thömus Akros - Youngstars) erlebt keinen ganz so klaren Rennverlauf wie Corvi, führt aber ebenfalls jede Runde und gewinnt am Ende mit 35 Sekunden Vorsprung. Paul Schehl (Lexware Mountainbike Team) holt auf der letzten Runde noch einmal stark auf und verkürzt den Rückstand um fast eine halbe Minute und fährt mit einem Rückstand von 35 Sekunden als Zweiter über die Ziellinie. Dritter wird Thibaut François Baudry (Canyon XC Racing) mit einem Rückstand von 41 Sekunden auf Halter.

Komplette Rangliste