Giger holt Silber hinter Absalon | Ride MTB

Giger holt Silber hinter Absalon

Julien Absalon verteidigt wie erwartet in St. Wendel seinen Europameistertitel. Bei 33 Grad Hitze liefert ihm aber Fabian Giger einen tollen Zweikampf. Auf Rang drei überrascht der Tscheche Jan Skarnitzl. Ralph Näf wird Sechster und Martin Fanger überzeugt als Zehnter.

In der dritten Runde beginnt das Duell zwischen Fabian Giger und Julien Absalon. Der Schweizer ist vorher schon aktiv gefahren. «Ich habe mir vorgenommen offensiv zu fahren und das konnte ich optimal umsetzen», erklärt Giger seine Strategie. Das Tempo hoch halten, um die zuerst acht Fahrer umfassende Spitzengruppe zu dezimieren.

Es ist dann aber Julien Absalon, der an seinem Lieblingsanstieg, einer 20 Sekunden langen, steilen Rampe, die Gruppe vollends sprengt. Nur Giger kann parieren und er kann das auch in den folgenden Runden. «Julien hat es immer wieder versucht, aber ich konnte jedes Mal dran bleiben», erzählt Fabian Giger. Dazwischen arbeitet das Duo jedoch auch zusammen, um den Vorsprung auf die Verfolger zu wahren. Der beträgt zwischenzeitlich bis zu 45 Sekunden, ist aber kein Ruhekissen.

In der letzten von sechs Runden ist es jedoch so weit. Wieder greift Absalon an dem steilen Stück an und diesmal schafft er eine Lücke. «Ich war wirklich am Limit», bekennt Fabian Giger. Der Vierte von Albstadt muss plötzlich auch noch um Silber fürchten, den hinter ihm kommt der Tscheche Jan Skarnitzl stark auf. Doch die Reserven von Fabian Giger reichen aus, um seinen international grössten Erfolg und die erste Medaille in der Elite-Kategorie perfekt zu machen. «Julien ist in einer super Form, es war ein super Rennen. Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt und ich bin sicher zufrieden mit der Silbermedaille», freut sich Giger.

Ralph Näf ist gut gestartet, macht dann aber in einem Waldstück einen kleinen Fehler, der ihn sieben, acht Positionen kostet. «Ich habe eine Runde lang gebraucht, meinen Rhythmus wiederzufinden», sagt Näf. Er fällt auf Rang 17 zurück, kommt dann aber immer besser in Schwung. Am Ende ist es ein sechster Rang, mit dem er nicht unzufrieden ist. «äIch habe mich diese Woche nicht so gut gefühlt und hatte auch nicht das Selbstvertrauen von Nove Mesto. Rang sechs ist für heute sicher das Maximum gewesen. Was ohne den Rutscher gewesen wäre, das ist Spekulation», kommentiert Näf.

Martin Fanger hat keine gute Startposition und muss sich dann nach der ersten Runde von Position 28 nach vorne arbeiten. «Ich wusste, ich kann im Anstieg Boden gut machen und das war dann auch der Fall», erklärt Fanger. Zum Schluss gewinnt er noch den Sprint um Rang zehn gegen den Spanier Carlos Coloma. «Ich bin definitiv glücklich über dies Platzierung», sagt Fanger.

Florian Vogel ist in der Verfolgergruppe liegend gestürzt und bricht dabei den Sattel ab. Ohne Sattel fahrend, stürzt er erneut. «Dann war die Moral ein wenig weg. Mir ging es eigentlich gut und ich war im Kampf um die Medaillen – schade», sagt der Europameister des Jahres 2008. Lukas Flückiger übertreibt, etwa an sechster Stelle liegend, in der dritten Runde beim Versuch eine Lücke zu schliessen. Diesen Effort büsst Flückiger und es stellt ihn auf.

 

Rangliste Europameisterschaften 2014, St. Wendel/GER, Herren:
1. Julien Absalon (FRA) 1.44.03   +0.00
2. Fabian Giger (SUI) 1.44.18   +0.15
3. Jan Skarnitzl (CZE) 1.44.22   +0.19
4. Sergio Manceton (ESP) 1.45.02   +0.59
5. Sven Nys (BEL) 1.45.06   +1.03
6. Ralph Näf (SUI) 1.45.44   +1.41
7. Marco Aurelio Fontana (ITA) 1.45.45   +1.42
8. Manuel Fumic (GER) 1.46.24   +2.21
9. José Hermida (ESP) 1.46.46   +2.43
10. Martin Fanger (SUI) 1.46.53   +2.50
17. Florian Vogel (SUI) 1.48.31   +4.28
26. Lukas Flückiger (SUI) 1.30.55   +-13.08