Hoskin und Rude sind Enduro-Weltmeister, Frei und Forlin glänzen mit Medaillen
Die Elite-Rennen in der Aletsch-Arena und in Bellwald bieten Spannung bis zum Schluss. Die grosse Favoritin, Weltcup-Gesamtsiegerin Ella Conolly (GBR), liefert sich mit Elly Hoskin einen harten Zweikampf. Conolly eröffnet mit Bestzeit auf der ersten Stage, doch ihr Vorsprung von zehn Sekunden hält nicht lange. Hoskin übernimmt nach der dritten Abfahrt die Führung. Nach der vierten Stage liegt Conolly wieder vorne, die vorletzte Etappe bringt keine Veränderung, und so fällt die Entscheidung auf der Schlussabfahrt nach Fiesch. Dort ist Hoskin schneller und holt sich mit 4.53 Sekunden Vorsprung den Titel.
Auch dahinter liegen die Abstände eng. Die Bronzemedaillengewinnerin Melanie Pugin (FRA) bleibt stets in Reichweite und verliert am Ende nur 6.84 Sekunden auf Hoskin.
Die Schweizer Mitfavoritin Delia Da Mocogno zeigt mit Platz zwei auf der zweiten Stage, dass sie das Zeug zur Medaille hat. Zwar reicht es nicht zu Edelmetall, doch Rang sechs bedeutet eines ihrer besten internationalen Resultate. Raphaela Richter belegt Platz sieben. Die Deutsche Meisterin fährt drei Top-3-Zeiten und bestätigt ihre Ambitionen.
Drama bis zur letzten Abfahrt
Auch bei den Elite-Männern startet Weltcup-Gesamtsieger Slawomir Lukasik als Favorit. Der Pole verteidigt seine Führung bis in die letzte Stage, verliert aber auf der dritten und fünften Abfahrt entscheidende Sekunden. Vor dem Finale liegt Rude nur 19 Hundertstelsekunden zurück. Auf der schnellen Schlussabfahrt nach Fiesch dreht der US-Amerikaner das Rennen und sichert sich nach knapp 30 Minuten mit 2,5 Sekunden Vorsprung den Titel.
Während Lukasik die erste Enttäuschung über Silber verdaut, jubelt Elliot Jamieson über Bronze. Der Kanadier fährt Bestzeit auf der zweiten Stage und nimmt einen kleinen Vorsprung auf Titelverteidiger Alex Rudeau (FRA) in die letzte Abfahrt, wo er sich erneut durchsetzt.
Frederik Matz überzeugt als bester Deutscher. Er fährt ein konstantes Rennen mit vier Top-20-Zeiten, darunter Rang sechs auf der zweiten Stage, und erreicht als 14. seine persönliche Bestleistung. Moritz Silberhorn setzt mit der zweitschnellsten Zeit auf der fünften Stage ein Ausrufezeichen und wird 19. – einen Platz vor dem schnellsten Schweizer Urien Minuty. Auch Platz 20 ist für den Walliser ein Karrierebestwert.
Zwei Medaillen für die Schweiz
Bei den U19-Fahrerinnen triumphiert Nežka Libnik souverän. Die Slowenin gewinnt vier Etappen und siegt mit über 40 Sekunden Vorsprung auf die Französin Elise Porta, die nur die erste Abfahrt für sich entscheiden kann.
Für Elena Frei ist es das erste grosse internationale Rennen, doch sie fährt stark. Auf den Stages zwei und drei überzeugt sie mit schnellen Abfahrten, auf der Dritten sogar vor der späteren Weltmeisterin. Am Ende bleibt die Schweizerin in Reichweite von Porta und holt Bronze. Luise Huber fährt als beste Deutsche auf Platz acht.
Bei den U19-Männern unterstreicht Melvin Almueis mit Bestzeit auf der ersten Stage seine Ambitionen auf den Sieg. Der Franzose holt drei Etappensiege, zwei zweite und eine vierte Zeit und krönt sich zum Weltmeister.
Noé Forlin überrascht nach Verletzungspause mit Silber. Der Schweizer, Gewinner des U19-Enduro-Weltcups in La Thuile, war nach einem Handgelenksbruch ausser Gefecht, weswegen sein Start nicht selbstverständlich ist. Nach einem Plattfuss und Rang 24 zum Auftakt steigert er sich, fährt auf den Stages zwei, vier und sechs jeweils Bestzeit und gewinnt die Silbermedaille, lediglich zehn Sekunden hinter dem Sieger. Bronze geht an den Belgier Gabriel Sainthuile.
Mit Rang acht fährt mit Cedric Wenzel ein weiterer Schweizer in die Top-10. Bester Deutscher ist Matthis Frölich auf Rang 13.