Jolanda Neff schreibt Geschichte
Zu Beginn des Rennens übernimmt die Deutsche Sabine Spitz die Führung, doch es ist die Kanadierin Catharine Pendrel, die noch im ersten Aufstieg das Kommando übernimmt und nicht mehr hergibt. Jolanda Neff hängt sich jeweils ans Hinterrad der Führenden, bevor sie in der zweiten Runde abreissen lassen muss. «Ich dachte eigentlich, dass ich das Tempo halten kann. Danach wurde es ein bisschen schwierig. Als meine Teamkollegin Maja Wloszczwoska von hinten kam, konnte ich zwei Runden lang mit ihr mitfahren. Das war super», sagt Neff.
Das Duo fährt zu diesem Zeitpunkt um den fünften Rang. Gemeinsam können sie in der vierten von fünf Runden zu der Slowenin Blaza Klemencic aufschliessen. Als es auf die letzten Runde geht, drängt Klemencic die frühere Weltmeisterin Wloszczowska ab, so dass die in der Begrenzung hängen bleibt und den Kontakt verliert. Neff kämpft jetzt ohne die Hilfe ihrer Teamkollegin und schafft es mit zwei Attacken Klemencic abzuhängen. Sie kommt auch den vor ihr fahrenden Tanja Zakelj und Annika Langvad noch sehr nahe, doch am Ende reicht auch der vierte Rang um vorzeitig den Gesamtsieg perfekt zu machen. Neff weist jetzt 1050 Punkte auf, während Catharine Pendrel mit einem Sieg beim Finale in Meribel maximal auf 1040 kommen kann.
Erst will sie es gar nicht glauben, doch als sie das Rechenexempel nachvollzieht, ist Neff überwältigt. «Das ist unglaublich, abartig, verdammt cool. Ich habe sehr viel dafür getan, auch schon im Winter und ich bin super happy, dass es aufgegangen ist. Dass ich auch noch die Jüngste in der Geschichte bin, das ist genial», sprudelt es aus ihr heraus.
Nach dem vorzeitigen Eliminator-Gesamtsieg von Kathrin Stirnemann ist das der zweite Weltcup-Titel für eine Eidgenössin binnen zwei Tagen. Zuletzt hat Barbara Blatter im Jahr 2001 den Gesamt-Weltcup gewonnen.
Den anderen Schweizerinnen gelingt kein Exploit. Kathrin Stirnemann muss das Rennen mit einer blockierten Gabel bestreiten und hat keine Chance. Sie wird lediglich 29. Auf Rang 21fährt Katrin Leumann ins Ziel. «Es war mega hart. Der Puls war zwar okay, aber mir sind die Füsse eingeschlafen. Vermutlich ist da was im Rücken nicht in Ordnung. Der Rhythmus war eigentlich gut, aber halt zu wenig schnell», zuckt sie mit den Schultern. Nathalie Schneitter kommt als 31. ins Ziel.
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| Rangliste Weltcup #6 Windham/USA, Damen: | ||
| 1. Catharine Pendrel (CAN) | 1.25.47 | +0.00 |
| 2. Tanja Zakelj (SLO) | 1.26.16 | +0.29 |
| 3. Annika Langvad (DEN) | 1.26.19 | +0.32 |
| 4. Jolanda Neff (SUI) | 1.26.23 | +0.36 |
| 5. Blaza Klemencic (SLO) | 1.27.11 | +1.24 |
| 6. Maja Wloszcowksa (POL) | 1.27.32 | +1.45 |
| 7. Lea Davison (USA) | 1.27.39 | +1.52 |
| 8. Emily Batty (CAN) | 1.27.48 | +2.01 |
| 9. Sabine Spitz (GER) | 1.28.11 | +2.24 |
| 10. Irina Kalentieva (RUS) | 1.28.23 | +2.36 |
| 21. Katrin Leumann (SUI) | 1.31.32 | +5.45 |
| 29. Kathrin Stirnemann (SUI) | 1.33.50 | +8.03 |
| 31. Nathalie Schneitter (SUI) | 1.34.54 | +9.07 |