Landtwing und Buchli siegen am Grand Raid | Ride MTB

Landtwing und Buchli siegen am Grand Raid

Lukas Buchli und Milena Landtwing setzen ihre Siegesserie beim 26. Grand Raid, von Verbier nach Grimentz, fort. Für beide ist der erste Sieg auf der 125 Kilometer langen Marathonstrecke. Auf den Ehrenplätzen landen Urs Huber und Karl Platt sowie Florence Darbellay und Hielke Elferink.

Seiner Absicht bis zum Saison- und Karriereende nochmals richtig Gas zu geben, trägt Lukas Buchli mehr als nur Rechnung. Der Bündner holt sich erstmals den Sieg an diesem wohl prestigeträchtigsten Eintagesrennen im Marathon. Denn neben der 125 Kilometer langen Strecke auf der es 5'000 Höhenmeter zu überwinden gilt, wird das Rennen jedes Jahr auch von einigen der weltbesten Marathonfahrern angegangen. So standen vor dem Rennen Urs Huber, als vierfacher Grand-Raid-Gewinner sowie Karl Platt, der Sieger des Grand Raids 2010, neben Buchli als grösste Siegesanwärter am Start.

Das Rennen startet und bereits in der ersten Abfahrt löst sich eine Vierergruppe – ohne Buchli. Urs Huber diktiert das Tempo, wie er es oft tut wenn er in Form ist. Buchli kann jedoch wieder zur Spitzengruppe aufschliessen und bleibt relativ ruhig darin, bis in den Aufstieg zum Mandelon der sich den Teilnehmern kurz nach Rennhälfte in den Weg stellt. Der BiXS-Fahrer verschärft in der rund 1'000 Höhenmeter umfassenden Steigung das Tempo mehrmals und kann damit die Spitze auf Huber und ihn reduzieren. Die entgültige Entscheidung bringt die lange Laufpassage auf den berüchtigten und fast 2'800 Meter hohen Pas de Lona. In der darauffolgenden Abfahrt ins Ziel nach Grimentz kann Buchli Huber auf Distanz halten. Mit seinem Sieg schafft Buchli nicht nur eine persönliche Premiere, sondern stellt mit 6:03.19 auch noch einen neuen Streckenrekord auf.

Sieg trotz Magenprobleme
Nach ihrem zweiten Platz im Jahr 2013 schafft Milena Landtwing, die wie Lukas Buchli ebenfalls im Oberengadin wohnhaft ist, erstmals den Sprung aufs oberste Treppchen. Bereits im ersten Aufstieg nach dem Start setzt sie sich von der Holländerin Hielke Elferink und der Spanierin Claudia Galicia Cotrina ab. Zu nervig war deren unruhiges Tempo, verrät Landtwing. Ihr Alleingang dauert rund sechs Stunden problemlos, dann zwingen sie Magen-Darmprobleme zwei Mal vom Bike. Der letzte Aufstieg über den Pas de Lona und die nachfolgende «Bodenwelle» Basset de Lona werden dann zum wahren Kampf. Landtwing kriecht förmlich über diese letzten Hindernisse.

Trotz der Probleme rettet sie ihren Vorsprung ins Ziel und gewinnt zum ersten Mal den legendären Grand Raid. «Eine Wahnsinnssache dieses Rennen zu gewinnen – dieser Sieg bedeutet mir sehr viel», freut sich Landtwing und fügt schmunzelnd an: «Im Jahr 2004, bei meinem ersten Start hier auf der Langstrecke, brauchte ich über zehn Stunden für diese Strecke.» Hinter Landtwing schiebt sich Florence Darbellay noch an Elferink vorbei auf Rang zwei. Galicia büsst viel Zeit ein und fällt hinter die Holländerin und auf Rang vier zurück.

www.grand-raid.ch