Luftakrobaten in der Wüste von Utah
Nach der letztjährigen Austragung der Red Bull Rampage glaubte man kaum, dass sich die Mountainbike-Freerider nochmals überbieten werden. Die Sprunghöhen und Tricks sowie das dichte Niveau der Athleten an der diesjährigen Rampage-Ausgabe beweisen jedoch das Gegenteil. Drops bis zu 25 Metern Höhe planen die weltbesten Freerider in ihre Läufe ein. Dazu zeigen einige Athleten 360-Grad-Drehungen und Salti über die riesigen Sprünge. Bewertet wird aber auch nach Schwierigkeit der gefahrenen Linie.
Andreu Lacondeguy bekommt die beste Mischung zusammen. Er startet über die steile Linie runter zum grossen Red Bull Drop, dosiert kurz das Tempo und zieht dann mit einem gewaltigen Satz über die Wand runter. Danach halt der kleine Spanier seine Fahrt flüssig und rundet diese mit einem sauber gesprungenen Rückwärtssalto ab. Lacondeguy erhält 95.25 Punkte und tritt nicht mehr zum zweiten Lauf an.
Das Video von Lacondeguys Siegesfahrt
Sein härtester Konkurrent Cameron Zink macht einen ähnlichen Fehler wie im vergangenen Jahr, als er seine ganze Fahrt auf nur einen Trick ausgelegt hat. Dieses Mal zeigt der Amerikaner ein wenig mehr, wählt eine spektakuläre Linie und springt danach eine 360-Grad-Drehung vom fast 20 Meter hohen Drop runter. Danach lässt es Zink aber erneut ein wenig auslaufen. Auch in seinem zweiten Lauf zeigt er nochmals das gleiche Programm, jedoch ohne Steigerung. Diese wäre bitter nötig gewesen, denn ohne zusätzliche Schwierigkeiten setzt ihn die Jury auf Rang zwei. Immerhin wird Zink mit dem Best Trick Award für seinen 360er-Drop ausgezeichnet.
Auf dem dritten Rang landet Brandon Semenuk. Der Kanadier zeigt einen flüssigen und mit Tricks gespickten Lauf. Doch auch sein 360er Drop sowie der Can-Can-Backflip reichen nicht aus, um Lacondeguy vom Thron zu jagen. Semenuk landet mit 0.25 Punkte Rückstand auf Zink auf Rang drei. Nochmals 0.25 Punkte zurück kommt Vorjahressieger Kyle Strait (USA) auf Rang vier. Er punktet mit einem Suicide no hander und einem Superman über den Polaris-Sprung.
Hunziker mit schlechtem Tag
Ramon «Rämpu» Hunziker kann sich zum dritten Mal in Folge für das Finale der Red Bull Rampage qualifizieren. Ohne Salti und Drehungen will der Berner Freerider die Jury mit seinem sauberen Stil beeindrucken. Hunziker der im vergangenen Jahr Elfter wurde, startet gut und sehr flüssig. Er jagt über den weiten GoPro-Drop runter, kommt dann aber von der Strecke ab und muss zu Fuss zum nächsen Anlaufpunkt.
Mit 36.75 Punkten erreicht Hunziker nicht das, was er sich wünschte. Somit gilt es für ihn im zweiten Lauf die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Er startet wiederum gut in den zweiten Durchgang und absolviert die Sprünge mit viel Style. Auch nach dem GoPro-Drop trifft er seine Linie und fliegt mit einigen Whips über die nächsten Sprünge. Es scheint alles aufzugehen, doch beim Sprung über eine kleine Schlucht kommt Hunziker zu kurz und bleibt mit dem Vorderrad an der Landung hängen. Er überschlägt sich, bleibt aber glücklicherweise unverletzt. Eine gute Klassierung ist jedoch dahin und so muss sich Ramon Hunziker mit dem 18. Rang abfinden.
Die ganzen Finaldurchgänge gibt es unter www.rampage.redbull.tv anzusehen.