Miguel Martinez gewinnt Roc d’Azur | Ride MTB

Miguel Martinez gewinnt Roc d’Azur

Der Olympiasieger von Sydney Miguel Martinez verweist beim Saisonfinale im südfranzösichen Frèjus Moritz Milatz und Jaroslav Kulhavy auf die Ehrenplätze. Das Rennen der Frauen entscheidet Lisi Ols für sich, während ihre Teamkollegin Katrin Leumann im Tandemrennen brilliert.

Vier Tage lange dauert das 30. Bikefestival, das «Roc d'Azur», an der Côte d'Azur. Wie jedes Jahr macht das prestigeträchtige Cross-Country-Rennen den Abschluss dieses Saisonschluss-Events. Martinez habe sich gezielt auf dieses Rennen vorbereitet wie es aus vielen Mündern heisst. Gut möglich, denn ein Sieg am Roc d'Azur zählt für einen Franzosen fast mehr als ein Weltcup-Sieg.

Nach rund einem Drittel des über 56 Kilometer führenden Rennens löst sich eine Spitzengruppe mit dem Vorjahressieger Stephane Tempier (FRA), den deutschen Meistern im Cross-Country und im Marathon Moritz Milatz und Robert Mennen sowie dem einstigen Weltcup-Dominator aus Frankreich Miguel Martinez. Mennen kann das Tempo bald nicht mehr halten und fällt in die Verfolgergruppe zurück.

Rund eine Minute Vorsprung weist das Spitzentrio auf die Verfolger auf, ehe durch das wegfallen von Tempier das Trio zum Duo wird. Milatz und Martinez bekommen einander nicht los und so kommt es zur Sprintentscheidung. Diese geht, nach einem scheinbar nicht fair verlaufenen Sprint, an den früheren Olympiasieger. Milatz, der im Sprint im Idealfall schneller ist als Martinez, ist demnach schwer enttäuscht über Martinez' verhalten, muss sich aber trotz seinem Ärger mit dem zweiten Rang begnügen.

Hinter Milatz fährt der amtierende Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (CZE) auf den dritten Rang. Dieser fährt zu Robert Mennen und Hannes Genze (GER) auf und setzt sich bald darauf wieder ab. Später findet auch Christoph Sauser noch Anschluss an die beiden Deutschen. Im Sprint muss sich Sauser dann gegen Genze beugen und beendet damit das Rennen auf Rang fünf. Urs Huber klassiert sich als Neunter.
Alles Zwölfter gewinnt der amtierende U23-Schweizermeister Reto Indergand die Kategorienwertung.

Leumann als Tandemfahrerin
Im Rennen der Frauen, welches am Samstag über die Bühne geht, siegt die Österreicherin Lisi Osl in einer knappen Entscheidung. Früh setzt sie sich zusammen mit der Slowenin Blaza Klemencic ab. Die Slowenin verliert jedoch in den Anstiegen oft das Hinterrad von Osl und ist gezwungen in den Flachpassagen die Lücken zu schliessen. Dies kostet Körner, worauf die Österreicherin bald alleine fährt. Vor dem letzten Streckendrittel schliesst die stark aufkommende Tschechin Tereza Hurikova zu Osl auf. Bis auf die Zielgerade bleibt das Duo zusammen, wo Osl im Sprint mehr Reserven aufbringen kann und das Rennen somit für sich entscheidet.

Als beste Schweizerin im Feld klassiert sich Fabienne Niederberger auf dem siebten Rang. Katrin Leumann verzichtet hingegen auf einen Start am Cross-Country-Rennen und absolviert die 56 Kilometer lange Runde zusammen mit Markus Bless auf dem Tandem. Unter rund 200 Tandem-Teams beendet das Paar Leumann/Bless das Rennen als Gesamtfünfte, beziehungsweise als Zweite in der Mixed-Kategorie. Eine solche Strecke zu absolvieren ist doch eine respektable Leistung für alle Tandem-Teilnehmer. Auf der 56-Kilometer Runde welche doch teilweise ziemlich ruppig ist, viele Singletrails, Stufen und enge Kurven beinhaltet, ist ein Tandem nicht gerade das Gefährt der Wahl – oder wie man sieht eben doch. Schliesslich hat Rekord-Weltcupsieger Julien Absalon (FRA) zusammen mit seiner Frau, dieses Rennen schon einige Male mit dem Tandem absolviert.

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