Paez klettert Huber davon
Nach dem ersten, sechs Kilometer langen Anstieg zum Dantercepies sind Urs Huber, die Italiener Juri Ragnoli, Daniele Mensi und Hannes Pallhuber sowie Leonardo Paez noch dicht beisammen. Der spätere Sieger stürzt jedoch in der darauffolgenden Abfahrt, weil er zu dicht an Juri Ragnoli heranfährt und verliert dabei wertvolle Zeit. Während Ragnoli zum Poroijoch hoch alleine in Führung liegt, kann Paez wieder zu den Verfolgern aufschliessen. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel bricht der Italiener jedoch langsam ein und erleidet darauf noch einen Defekt am Pedal. Paez zieht auf und davon und erreicht das Mahlknechtjoch mit beträchtlichem Vorsprung auf den Belgier Roel Paulissen, um dann die letzten 20 Kilometer ebenfalls im Alleingang zu bewältigen.
«Ich bin sehr zufrieden», sagt Paez. «Zwar bin ich gestürzt, doch habe ich durchgehalten und aufgeholt. Ich danke meinem Team, das mich stark unterstützt hat. Deshalb gehört der Sieg auch ihnen.»
Sehr zufrieden ist auch der Zweiplatzierte Urs Huber. «Zeitweise lag ich sogar an vierter Stelle, dann sind einige Konkurrenten weggefallen. In der Steigung hinauf zum Ornella bei Arabba war es sehr hart, trotzdem konnte ich wieder Terrain gut machen. Paez war sehr stark, die Strecke ist auf ihn zugeschnitten. Vor der letzten Steigung habe ich etwas Tempo herausgenommen, um noch ein bisschen Saft für die Weltmeisterschaften in einer Woche zu haben», erklärt der Schweizer Marathon-Spezialist. Huber fehlen nach 84 Kilometern und 4'300 Höhenmeter rund zweieinhalb Minuten auf Sieger Paez.
Den drittplatzierten Roel Paulissen plagten am Morgen beim Start noch Bauchschmerzen. «Ich hatte kalt, aber im Laufe des Rennens ging es dann immer besser», sagt der Belgier. «Zwar bin ich am Limit gefahren, doch ich habe nie übertrieben und so am Ende noch genug Reserven gehabt, um als Dritter ins Ziel zu kommen. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden», freut sich Paulissen.
Kurzentschlossen zum Sieg
Bei den Frauen zählt die kürzere, 62 Kilometer lange Strecke zu den UCI-Marathon-Series, welche mit 3'300 Höhenmeter jedoch knackig genug ist. Die 28-Jährige Elisabeth Brandau wollte ursprünglich, wegen eines Tiefs, gar nicht an der Sella Ronda teilnehmen. Trotzdem entscheidet sie sich für das Rennen, was sich als gute Entscheidung herausstellt. Sie gewinnt souverän vor der Polin Michalina Ziolkowska der Dänin Borghild Loevset. Ihre Stärke sind an diesem Tag die Abfahrten, wo sie den entscheidenden Vorsprung herausfährt. Anfangs diktieren noch die Italienerin Elena Gaddoni und die Österreicherin Verena Krenslehner das Tempo, fallen dann aber zurück und verpassen als Vierte und Siebte das Podest. «Ich habe mich am Morgen nicht sehr gut gefühlt», sagt die Siegerin und mehrfache deutsche Marathonmeisterin. «Vielleicht war die Höhe daran schuld, dass ich in der Nacht nicht gut geschlafen habe».
Rund drei Minuten nach Brandau überquert Michalina Ziolkowska das Ziel. Die 30-Jährige, die Anfangs Mai die UCI-Marathon-Series im französischen Roc des Ardennes gewonnen hatte, legt einen guten Start hin, kann dann aber nicht mit den Besten mithalten. «Ich habe mich gut gefühlt und im Laufe des Rennens aufgeholt», sagt die Polin. Beim letzten Anstieg zum Sellajoch konnte ich dann noch Borghild Løvseth überholen und als Zweite das Ziel passieren».
Borghild Loevseth ist zwar müde aber sehr zufrieden. Knapp eine Minute fehlen ihr im Ziel auf die zweitplatzierte Polin. «Ich bin ich mit meinem Podiumsplatz sehr zufrieden», sagt die Europameisterschaftsdritte aus Norwegen. «Die Höhe hat mir zu schaffen gemacht und ich bin in den letzten Wochen wahrscheinlich zu viel gereist», sagt Loevset.
Im kommenden Jahr werden, anlässlich des «Hero Bike Festival» in Gröden, das zwischen dem 20. und 28 Juni 2015 stattfindet, die UCI-Marathon-Weltmeisterschaften ausgetragen.
| Resultate Sella Ronda Hero, Gröden/ITA | |||
| Männer 84km | |||
| 1. | Leonardo Paez (COL) | i.Idro Drain Bianchi | 4:45.07,4 |
| 2. | Urs Huber (SUI) | Team Bulls | +0:02.33,7 |
| 3. | Roel Paulissen (BEL) | Torpado Factory Team | +0:03.59,8 |
| 4. | Juri Ragnioli (ITA) | Scott Racing Team | +0:06.58,7 |
| 5. | Tony Longo (ITA) | i.Idro Drain Bianchi | +0:07.45,9 |
| 6. | Giacomo Antonello (ITA) | Reparto corse Polimedical | +0:17.05,7 |
| 7. | Klaus Fontana (ITA) | ASC Olang | +0:17.31,5 |
| 8. | Jochen Käss (GER) | Team Centurion Vaude | +0:18.45,2 |
| 9. | Johann Pallhuber (ITA) | Silmax X-Bionic Racing Team | +0:19.46,3 |
| 10. | Massimo Debertolis (ITA) | Team Wilier Sat System | +0:21.27,7 |
| Frauen 62km | |||
| 1. | Elisabeth Brandau (GER) | EBE Racing Team | 4:23.52,4 |
| 2. | Michalina Ziolkowska (POL) | Kross Racing Team | +0:02.58,6 |
| 3. | Borghild Loevset (DAN) | Orkla CK | +0:03.55,9 |
| 4. | Elena Gaddoni (ITA) | FRM Factory Racing Team | +0:06.28,4 |
| 5. | Daniela Veronesi (ITA) | Torpado Surfing Shop | +0:08.11,9 |
| 8. | Michelle Wittlin (SUI) | Stöckli Racing Team | +0:20.38,1 |
| 9. | Sofia Pezzatti (SUI) | VC 3Valli Biasca – Team Wittwer | +0:22.35,9 |