Sauser gewinnt Nationalpark-Marathon
Bis zum Chaschauna-Pass, mit knapp 2700 Meter Höhe das Haupthindernis des Nationalpark-Bike-Marathons, ist die Ausgangslage noch offen. Am steilen Anstieg, wo die meisten Teilnehmer laufen, erhöht Urs Huber die Kadenz. Der «Grand Raid»-Sieger kann einige Meter auf Sauser herausholen. Noch erstaunlicher ist jedoch, dass Vorjahressieger Lukas Buchli trotz zwei angebrochenen Rippen bis dahin nur unwesentlich Zeit auf die beiden Spitzenreiter einbüsst.
Noch vor dem Kulminationspunkt hat Sauser den Kontakt zu Huber aber wieder hergestellt und sticht als erster in die lange Abfahrt vom Chaschauna-Pass. Huber lässt sich jedoch nicht abschütteln und auch Buchli fährt noch immer in Sichtweite. Erst in der letzten Gegensteigung nach Lavin, 20 Kilometer vor dem Ziel, vermag Sauser mit einer Tempoverschärfung die Entscheidung herbeizuführen.
«Ich wollte gewinnen. Doch nach den ganzen Strapazen der letzten Wochen mit vielen Rennen und Reisen war ich müde und hatte zu Beginn Mühe, meinen Rhythmus zu finden.» Dazu sei die Kälte am Morgen gekommen, die ihm nicht behagt. «Aber mit der Sonne sind die Lebensgeister zurückgekehrt. An der letzten Steigung vor dem Ziel habe ich versucht, Huber zu distanzieren, was mir gelungen ist. Ich wollte keinesfalls, dass es wie am letzten Samstag am Grand Raid nochmals zur Entscheidung in der Abfahrt kommt. Denn die war ziemlich rutschig», erklärt Sauser.
So knapp wie noch nie am Nationalpark-Bike-Marathon endet das Rennen bei den Frauen. Dort liefern sich die Schweizermeisterin Ariane Kleinhans und Milena Landtwing einen erbitterten Zweikampf. Landtwing, die in Pontresina wohnt und im Jahre 2011 in Scuol Schweizermeisterin geworden war, kann ihre grössere Erfahrung ausspielen. In der Abfahrt vom Chaschauna-Pass schliesst sie zu Kleinhans auf. «Das hat mich beflügelt, während es Ariane wahrscheinlich einen Dämpfer versetzte», erklärt Landtwing. In der letzten Steigung kann sie die Bernerin schliesslich distanzieren. Am Ende trennen die Beiden lediglich 53 Sekunden, und das nach einer Fahrzeit von über sechseinhalb Stunden.
Bei idealen Wetterbedingungen nehmen insgesamt knapp 2000 Mountainbiker am Nationalpark-Bike-Marathon teil.