Sauser holt Bronze – Kulhavy Weltmeister
Sausers Traum von der Titelverteidigung geht an den Mountainbike-Weltmeisterschaften im südafrikanischen Pietermaritzburg nicht in Erfüllung. Ein verbogener Zahn am grossen Kettenblatt wirft den Titelverteidiger weit zurück. Es ist jedoch Sausers Team-Kollege Jaroslav Kulhavy der sich die Goldmedaille bemüht und nach rund der Hälfte der 95 Kilometer das Weite sucht. Am Ende des zweiten langen Aufstiegs, wo der Olympiasieger seine Solofahrt begann, beträgt sein Vorsprung bereits eine Minute. Diesen baut er nach und nach aus. Die Verfolgungsversuche des früheren Marathon-Weltmeisters Ilias Periklis (GRE) fruchten nicht.
Kulhavy fährt unbeirrt, und mit über drei Minuten Vorsprung klar, zu seinen ersten Weltmeistertitel seiner erfolgreichen Karriere. Über Rang zwei freut sich der Österreicher Alban Lakata. Nachdem er, wegen einer gerissenen Achillessehne, spät in die Saison gestartet ist und die ersten Rennen auf Halbmast fuhr, ist die Silbermedaille eine grosse Genugtuung für Lakata.
Sauser kann seinen Defekt beheben, verliert aber viel Zeit dabei. Auf Position 23 nimmt der Sigriswiler das Rennen wieder auf. In einer beherzten Aufholjagd, rollt er das Feld von hinten auf und schafft sich bis rund 20 Kilometer auf Position sechs. Auf diesem letzten Abschnitt rollen erneut Köpfe und Sauser stürmt das Podest.
Auf Rang vier landet mit Urs Huber der zweite Schweizer. Mit medaillenverdächtiger Form angereist, fährt er zu Beginn an der Spitze. Ein Hinterraddefekt wirft Huber aus der Entscheidung um das begehrte Edelmetall. Da ist für ihn auch die Ledermedaille kein Trost mehr.
Langvad überlegen – Süss angeschlagen
Die Dänin Annika Langvad hat sich bereits im Verlauf der Saison ihre Rolle als Topfavoritin in Stein gemeisselt. Bald nach dem Start entfernt sich Langvad vom Fahrerfeld. Nur Sabine Spitz begleitet die Dänin. Beim zweiten Anstieg kann die Deutsche den hohen Rhythums Langvads nicht mehr halten und büsst von dort bis ins Ziel über fünf Minuten ein. Langvad zieht mit einem guten Gefühl durch und holt sich souverän ihren dritten Weltmeistertitel auf der Langdistanz. Auf dem Bronzerang landet die Tschechin Tereza Hurikova, die zwei Wochen zuvor Marathon-Europameisterin wurde.
Mit Medaillenhoffnungen ist Esther Süss angereisst. Die frühere Marathonweltmeisterin muss ihre Hoffnungen jedoch bald begraben. Am Donnerstag vor dem Rennen bekam Süss Fieber und Halsschmerzen. Zwar tritt bis zum Renntag eine Besserung ein, ihr Körper bleibt jedoch geschwächt. Im Rennen kann Süss kurze Zeit mithalten, muss sich dann am ersten Anstieg zurücknehmen. Lange Zeit bleiben ihre Aussichten auf eine Medaille noch bestehen. Doch muss sie später auch ihre Konkurrentin Hurikova ziehen lassen. Trotz klar verpasster Medaille ist Süss angesichts der Umstände, und dass sie sich nicht einmal eines Starts sicher war, zufrieden mit ihrem vierten Rang.
Auf Rang fünf landet die in Südafrika lebende Schweizerin Ariane Kleinhans. Milena Landtwing beklagt dieselben gesundheitlichen Probleme wie Süss, kommt jedoch gar nicht mehr auf Touren. Bitter enttäuscht gibt sie das Rennen auf.
| Rangliste Marathon Weltmeisterschaften Pietermaritzburg/RSA, Herren: | ||
| 1. Jaroslav Kulhavy (CZE) | 4.15.57 | +0.00 |
| 2. Alban Lakata (AUT) | 4.19.15 | +3.18 |
| 3. Christoph Sauser (SUI) | 4.20.11 | +4.14 |
| 4. Urs Huber (SUI) | 4.22.56 | +6.59 |
| 5. Jukka Vastaranta (FIN) | 4.23.25 | +7.28 |
| 6. Bartlomiej Wawak (POL) | 4.23.38 | +7.41 |
| 7. Roel Paulissen (BEL) | 4.24.05 | +8.08 |
| 8. Robert Mennen (GER) | 4.25.44 | +9.47 |
| 9. Ilias Periklis (GRE) | 4.26.54 | +10.57 |
| 10. Moritz Milatz (GER) | 4.27.09 | +11.12 |
| 23. Xavier Dafflon (SUI) | 4.38.02 | +22.05 |
| 25. Lukas Buchli (SUI) | 4.40.57 | +25.00 |
| DNF. Ralph Näf (SUI) | aufgegeben | |
| Rangliste Marathon Weltmeisterschaften Pietermaritzburg/RSA, Damen: | ||
| 1. Annika Langvad (DEN) | 3.50.44 | +0.00 |
| 2. Sabine Spitz (GER) | 3.56.11 | +5.27 |
| 3. Tereza Hurikova (CZE) | 3.59.41 | +8.57 |
| 4. Esther Süss (SUI) | 4.06.57 | +16.13 |
| 5. Ariane Kleinhans (SUI) | 4.11.22 | +20.38 |
| 6. Robyn de Groot (RSA) | 4.12.21 | +21.37 |
| 7. Jennie Stenerhag (SWE) | 4.13.45 | +23.01 |
| 8. Jeannie Bomford (RSA) | 4.22.01 | +31.17 |
| 9. Alice Pirard (BEL) | 4.28.00 | +37.16 |
| 10. Regina Genser (GER) | 4.28.41 | +37.57 |
| DNF. Milena Landtwing (SUI) | aufgegeben | |