Schurter versus Absalon: Der nächste Akt
Die Mountainbike-Weltmeisterschaften im südafrikanischen Pietermaritzburg wirft ihre Schatten voraus. Sieben Tage vor der Titelvergabe in den Elite-Kategorien, kommt dem BMC-Racing-Cup-Finale eine besondere Bedeutung zu. Mit Nino Schurter, dem zweifachen Olympiasieger Julien Absalon (FRA), sowie die Olympiasiegerinnen Gunn-Rita Dahle Flesja (NOR), Sabine Spitz (GER) und Julie Bresset (FRA) wird die «Crème de la Crème» des Mountainbike-Sports in Basel am Start stehen.
«Es wird ein letzter Vergleich mit meinen schärfsten Gegnern und eine letzte intensive Einheit», sieht der amtierende Weltmeister Nino Schurter das Rennen. Der Bündner spricht davon, dass das Ergebnis eigentlich nicht so eine große Rolle spielen wird, er aber gerne einen Sieg mit nach Südafrika zur Titelverteidigung nehmen würde. Gelingt ihm das, dann hätte er auch Julien Absalon ein weiteres Mal geschlagen. Der Rekord-Weltcupsieger hat Schurter zuletzt beim Weltcup in Kanada bezwungen und auch in Muttenz wird ein Duell auf Augenhöhe erwartet. «Meine Werte im Training waren gut, ich bin ganz optimistisch», sagt Schurter.
Absalon ist auch der Fahrer, der Schurter in der Gesamtwertung am nächsten kommt. Allerdings benötigt Schurter nur ein Top-25-Resultat um sich den Gesamtsieg zu sichern.
Der Franzose gibt sich zurückhaltend. «Muttenz ist gut für meine Vorbereitung, weil es ein Rennen ist, das einem nicht völlig kaputt macht. Das Ergebnis ist zweitrangig. Manche Fahrer pokern vor den Weltmeisterschaften. Was zählt ist sieben Tage später», sagt Absalon, der sich nicht wirklich auf ein weiteres Duell mit Schurter einlassen will. Zuletzt im kanadischen Mont Sainte Anne hat er seinen 26. Weltcupsieg gefeiert und dabei Schurter zum zweiten Mal in dieser Saison geschlagen.
Absalons Teamkollege Lukas Flückiger hat den Weltcup in Kanada ausgelassen und sich in der Engadiner Höhenluft vorbereitet. «Ausser zwei, drei Trainings, als ich Probleme an der Achillessehne hatte, lief alles super. Die Form sollte stimmen», sagt der Berner und fügt hinzu: «Wenn es in Muttenz klappt, sollte es auch an den Weltmeisterschaften klappen.» Ralph Näf, der sich vor zwei Wochen mit Platz vier in Mont Sainte Anne in der Weltspitze zurückgemeldet hat, sucht ebenfalls die Wettkampfbelastung. «Ich brauche ein Rennen vor einem wichtigen Rennen», sagt der Thurgauer. Aus der gleichen Motivation heraus gehen auch seine Kollegen aus der Nationalmannschaft in Muttenz an den Start und sorgen mit José Hermida, der an diesem Tag seinem 35. Geburtstag feiert, dem Italiener Gerhard Kerschbaumer, sowie den Franzosen Maxime Marotte und Stephane Tempier für ein Weltcup-ähnliches Feld und eine grosse Show im Reitstadion.
Drei Olympiasiegerinnen im Schänzli
Gunn-Rita Dahle-Flesja, Olympiasiegerin von Athen, darf man im Reitstadion «Schänzli» Muttenz in starker Verfassung erwarten. Vergangenen Samstag konnte die Norwegerin in Méribel (FRA) die amtierende Olympiasiegerin Julie Bresset klar auf Rang zwei verweisen. Die Olympiasiegerin des Jahres 2008, Sabine Spitz feierte jüngst in Andorra ihren zweiten Weltcupsieg. Sie zog sich vergangene Woche allerdings einen Infekt zu, so dass offen bleibt, wie viel von ihrer Form geblieben ist.
Die Rolle der ambitionierten Lokalmatadorin nimmt Katrin Leumann ein. Die Schweizer Meisterin hat ihr Negativ-Erlebnis vom Weltcup in Mont Sainte Anne analysiert und glaubt, dass sie das Problem, ausgehend vom Iliosakral-Gelenk, bis zum Samstag behoben ist. «Die WM-Vorbereitung ist abgeschlossen. Jetzt kommt nur noch der Feinschliff mit qualitativ hochstehenden Einheiten», sagt Leumann. Eine davon ist das Rennen unweit ihrer Heimat Riehen. «Da es mein Heimrennen ist, will ich aber schon gut vorbereitet an den Start gehen. Das Rennen ist meist sehr taktisch und letztes Jahr habe ich die Spitze verpasst. Ich hoffe, das passiert mir nicht noch einmal», erklärt die 31-Jährige.
Der Veloclub Reinach hat für das Bike-Festival in buntes Rahmenprogramm zusammengestellt. Neben vielen Attraktionen auf dem Festival-Gelände, gibt es am Samstagmorgen die Baselbieter Bike-Challenge, am Abend das beliebte Plauschrennen Bike4Trails und am Sonntag im Anschluss an die Nachwuchskategorien des BMC-Racing-Cup noch zusätzliche Fun-Rennen.