Sechs Tage Enduro durch die Provence | Ride MTB

Sechs Tage Enduro durch die Provence

Die Mavic-Trans-Provence ist der Klassiker unter den Enduro-Etappenrennen. Wilde Täler, harte Aufstiege und technisch schwierige Abfahrten fordern die Athleten während ihren langen Tagen auf dem Weg an die französische Mittelmeerküste. François Bailly-Maitre und Ines Thoma heissen die Sieger dieses Abenteuers.

Sechs Tage, 256 Kilometer, 7'709 Höhenmeter bergauf und deren 13'764 bergab, verteilt auf 22 Abfahrtsetappen, limitiert auf 74 Teilnehmer – das ist die Mavic-Trans-Provence. Ein Enduro-Etappenrennen von Clamensane in den Alpen bis nach Menton ans Mittelmeer. Zum vierten Mal geht dieses Enduro-Abenteuer über die Bühne und gilt bereits als Klassiker. Die limitierte Anzahl Teilnehmer, einige der weltbesten Enduro-Fahrer, Erste-Sahne-Trails sowie die entspannte Atmosphäre unter den Fahrern sind für dieses Ansehen tragend. Übernachtet wird zudem nicht in schicken Hotels, sondern in Zelten, was den Abenteuer-Charakter zusätzlich erhöht.

In diesem Abenteuer verbirgt sich jedoch erstklassigen Enduro-Rennsport. Täglich geben die Teilnehmer zwischen 20 und 30 Minuten Vollgas. Nach sechs Tagen ergibt das für Sieger François Bailly-Maitre eine totale Rennlaufzeit von 2:36.56 Stunden. Mit vier Tagessiegen verweist er seinen Landsmann Jérôme Clementz, welcher zweimal Tagesschnellster ist, auf Rang zwei. «Es ist ein aussergewöhnliches Rennen in einer imposanten Landschaft. Überdies war es sehr hart und es gab viel zu pedalieren. Die Abfahrtsetappen waren ebenfalls schwierig und oft auf losem Untergrund. Deshalb ist es umso schöner, dass das Wetter so gut mitgespielt hat», schwärmt Bailly-Maitre über das Rennen. Auch aus Clementz spricht dieses Mal weniger der sportliche Ehrgeiz: «Ich hatte eine super Woche und bin happy, nach meiner Verletzung wieder auf dem Bike zu sein. Zudem war in diesem Jahr wieder eine super Crew mit einem super Spirit zusammen und wir hatten auch sehr viel Spass in den Bergen.

Die Mavic-Trans-Provence zieht nicht nur Enduristen aus Frankreich und den umliegenden Ländern an. Bei nur 74 Teilnehmenden sind auf der Rangliste 20 verschiedene Nationen zu finden. Neben den Europäern kommen einige Fahrer aus den vereinigten Staaten, Kanada, Südafrika und sogar aus Australien und Neuseeland. Aus letzterem Land kommt der drittplatzierte Jamie Nicoll, der sich nach dieser Woche rundum glücklich zeigt: «Die Woche hier war super. Es war toll bei den grossen Jungs vorne «mitzuspielen» und einige Etappensiege einzufahren. Speziell die letzte Etappe, die ich zehn Sekunden schneller als die anderen absolviert habe, war für ein schöner Abschluss dieses Rennerlebnisses. Dann die Trans Provence noch als Dritter abgeschlossen zu haben, ist einfach genial!»

Frauen entern das erste Drittel
Erneut stark in Szene setzt sich die weibliche Enduro-Fraktion. Bei der Mavic-Trans-Provence, welche für viele hartgesottene männliche Enduristen schon kein Pappenstiel ist, mischen die Mädels munter mit. Als schnellste Frau schafft Ines Thoma (GER) mit Rang 20 den Sprung in das erste Drittel des gesamten Fahrerfeldes. Sie holt sich ausnahmslos jeden Tagessieg und entscheidet somit auch das Gesamtklassement zu ihren Gunsten. Thoma findet später ebenfalls nur gute Worte über dieses Mehrtagesrennen mit Abenteuercharakter: «Das Rennen war ein absolutes Spitzenerlebnis. Ich hätte es wirklich nicht gedacht, aber wir hatten jeden Tag Sonnenschein und geniale Trails. Das ganze fühlte sich auch irgendwie nicht wie ein Rennen an, sondern eher wie mit Freunden fahren gehen. Ich hatte die ganze Woche hindurch total viel Spass, auch wenn die Stages sowohl technisch wie auch physisch sehr anspruchsvoll waren.»

Mit an der Mavic-Trans-Provence dabei sind auch die Schweizer Zwillinge Anita und Carolin Gehrig. Beide berichten von bisher ungewohnten Strapazen, jedoch auch vom täglichen Trail-Wahnsinn, der bei praktisch allen Teilnehmern die Schindereien vergessen lässt. In Vergessenheit gerät auch Anitas kurze Enttäuschung, dass sie am letzten Tag von Rang zwei auf drei zurückfällt. Ähnlich ergeht es ihrer Schwester Carolin, die am letzten Renntag ebenfalls noch einen Rang verliert und somit die Trans-Provence auf dem sechsten Gesamtrang abschliesst. Auch Carolin verliert keine Worte über den Rennausgang, sondern findet nur lobende Worte für das Erlebnis Mavic Trans Provence: «Das ganze Rennen war sehr hart, aber dennoch super schön – von den Trails, über die Landschaft bis hin zur Atmosphäre und der gesamten Organisation!»

Impressionen der Mavic Trans Provence 2014

©Sam Needham
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© Michiel Rotgans
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Schlussrangliste Mavic-Trans-Provence 2014