Sram verlegt Schaltnaben-Produktion nach Asien | Ride MTB

Sram verlegt Schaltnaben-Produktion nach Asien

Eine der letzten grossen Komponentenfabriken in Europa zieht nach Asien um: Wie der Schaltungshersteller Sram diese Woche bekannt gab, wird die Nabenschaltungsproduktion in den kommenden drei Jahren von Deutschland nach Fernost verlegt.

Als Grund für den Entscheid gibt Sram in einer Pressemitteilung an, dass immer mehr Velohersteller die kompletten Citybikes in Asien fertigen lassen. Um näher zu diesen Kunden für die Nabenschaltungen zu rücken, sollen die Produktionsmaschinen im bisherigen Werk in Schweinfurt abgebaut und in Asien wieder neu aufgebaut werden.

Entwicklung und Service bleiben
Sram betont, dass der Standort Schweinfurt aber nicht zur Debatte steht. Die Entwicklungsabteilung und das Servicecenter für den europäischen Handel sollen sogar noch ausgebaut werden. Folgende Arbeiten will Sram künftig von Schweinfurt aus erledigen: Produkt-Entwicklung, -Test und -Design, Produktmanagement, RockShox Rear-Shock Entwicklungszentrum Europa, SRAM DSD Händlerservice, Produkt- und Technikschulungen und Europa-Marketing. Trotzdem wird der Umbau nicht ganz ohne Abstriche möglich sein. Wie deutsche Tageszeitungen berichten, sollen 150 von den heutigen 250 Arbeitsplätzen bei Sram in Schweinfurt abgebaut werden.

Die Niederlassung in Schweinfurt hat Sram 1997 übernommen, als der amerikanischen Komponentenhersteller das deutsche Traditionsunternehmen Sachs kaufte. Im einstigen Hauptsitz von Sachs wurden bis in diesem Jahr noch alle Nabenschaltungen mit drei, fünf, sieben und neun Gängen sowie die Getriebenabe für die DualDrive-Schaltung hergestellt. Erst vor kurzem hat MTB-News noch eine Videoreportage über die Nabenproduktion in Schweinfurt veröffentlicht. Mit dem Entscheid zur Verlegung nach Asien erhält diese Dokumentation nun bereits eine geschichtliche Bedeutung.