Starke Schweizer in Val d’Isere
Jérôme Clementz gewinnt den sechsten Lauf der Enduro-World-Series in den französischen Alpen. Mit seinem Sieg in Val d'Isère steht der flinke Franzose bereits vor dem letzten Lauf in Finale Ligure (ITA) als Gesamtsieger der Serie fest. Mit der schnellsten Fahrzeit in der ersten Etappe von Samstag schafft sich Clementz einen soliden Vorsprung und geht als Führender in den zweiten Renntag. Seine 50 Sekunden Vorsprung reichen aus um den Tagesschnellsten von Sonntag, Jared Graves (AUS) in Schach zu halten. Dritter wird Fabien Barel (FRA).
René Wildhaber nimmt wahrlich ein Enduro-Mammutprogramm auf sich. Nachdem er bereits die ganze Woche über an der Trans Savoie gefahren ist und diese auch gewonnen hat, nimmt Wildhaber auch den sechsten Lauf der Enduro-World-Series unter die Stollen. Im Gegensatz zu den letzten Austragungen tritt der 37-Jährige lädiert an. Mit geprellten, vermutlich sogar gebrochenen Rippen kämpft sich Wildhaber auf hervorragenden siebten Schlussrang.
Stark sehr stark schlugen sich auch die weiteren Schweizer Enduristen. Der ehemalige Downhill-Spezialist Ludovic May klassiert sich als Zwölfter inmitten der grossen Namen des Abfahrtssports. Auch Florian Golay als 17. und Michael Schärer als 18. Für Schärer ist es zugleich das beste Resultat in der Enduro-World-Series.
Die Grand-Dame des Mountainbike-Abfahrtssports Anne Caroline Chausson (FRA), ist nach ihrer Verletzung beim ersten Stopp der Serie immer besser in Fahrt gekommen. Nun gewinnt sie ihr zweites Rennen. Ihr Sieg wirft allerdings erneut ein schiefes Licht auf die Organisatoren. So wird erst auf der letzten Etappe bekannt gegeben, dass das Nichttragen der Rückennummer mit Zeitstrafen gebüsst wird. Die bis dahin führende Engländerin Tracey Moseley, die bis dahin ohne Rückennummer gefahren ist und auch nie gemahnt wurde, hat keine Möglichkeit ihre Rückennummer zu holen und wird mit einer Rennentscheidenden Zeitstrafe gebüsst. Moseley führt trotzdem weiterhin im Gesamtklassement und wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auch den Gesamtsieg holen. Auf den dritten Rang fährt Chaussons Landsfrau Cecile Ravanel.
Gute Resultate gibt es auch aus Schweizer Sicht zu melden. Lorraine Truong klassiert sich mit einem starken Auftritt als Sechste und erreicht damit ihr bestes Resultat in der Serie. wird Neunte. Nach einem schlechten ersten Tag kann sich Anita Gehrig, mit einer starken Aufholjagd, vom zwölften auf den neunten Rang vorkämpfen. Carolin Gehring wird erneut vom Pech verfolgt und wird mit zwei Platten Reifen Siebzehnte.
Nicht mehr unter Pech geht der erste Renntag. Die zweite Etappe von Samstag fällt fast gänzlich dem schlechten Wetter zum Opfer – nur akzeptieren die Veranstalter wohl keine Opfer. So kommt es, dass die ersten 50 Männer noch bei guten Sichtverhältnissen starten. Danach verdeckt der Nebel derart die Sicht, dass man im offenen Gelände teilweise kaum zwei Kurven weit sieht. Zahlreiche Fahrer verfehlen die Rennstrecke, gelangen auf andere Strecken und finden teilweise wieder zurück auf die Rennstrecke und somit ins Ziel. Die etlichen Einsprachen der Fahrer scheinen die Organisatoren kaum zu interessieren, worauf diese irregulär verlaufene zweite Etappe tatsächlich gewertet wird. Fahrer die nicht mehr zurück ins auf die Rennstrecke finden, werden kurzerhand disqualifiziert. Dieser Willkür fallen unter anderem die zwei Spitzenfahrerinnen Anneke Beerten (NED) und Ines Thoma (GER) zum Opfer.