Stirnemann vergoldet Medaillensegen | Ride MTB

Stirnemann vergoldet Medaillensegen

Kathrin Stirnemann feiert in St. Wendel ihre erste Europameisterschafts-Goldmedaille im Eliminator. Linda Indergand holt Silber vor Weltmeisterin Alexandra Engen. Bei den Männern holt Ralph Näf überraschend die Silbermedaille hinter Titelverteidiger Daniel Federspiel.

Kathrin Stirnemann kann im Finale eine günstige Konstellation nutzen. Die führende Alexandra Engen (SWE) taktiert, lässt kurz die Beine hängen, um eine Fahrerin vorbei zu lassen, doch weil Linda Indergand ein super Manöver fährt, sieht sich die Weltmeisterin plötzlich auf Position drei und wird dort auch noch kurz von Titelverteidigerin Jenny Rissveds (SWE) passiert. So ist die Lücke für die beiden Schweizerinnen da, Stirnemann realisiert und zieht durch. Auf der Zielgerade kommt sie nicht mehr in Gefahr, der Vorsprung ist bereits zu gross, denn bis Engen wieder an Rissveds vorbei ist, haben die Eidgenossinnen bereits einen ausreichenden Vorteil.

Kathrin Stirnemann: «Eigentlich hatte ich heute morgen gar keine guten Beine und in der Qualifikation habe ich mich nicht gut gefühlt. Deshalb bin ich jetzt überglücklich, dass es mit dem ersten Titel meiner Karriere geklappt hat. Das Halbfinale gegen Jolanda Neff und Alexandra Engen war vielleicht am schwersten, da war es ganz knapp.» Linda Indergand: «Ich habe die Lücke gesehen und dachte, sonst kommst Du nirgendwo mehr vorbei. Ich bin volles Risiko gegangen und hatte das nötige Glück. Als ich gehört, habe, dass eine Lücke da ist, dann habe ich durchgezogen. Nach Weltmeisterschafts-Bronze Ende der Saison 2013 ist das jetzt meine erste Silbermedaille im Sprint. Ich bin sehr glücklich.» Jolanda Neff gewinnt das kleine Finale und wird Fünfte, Ramona Forchini landet auf Rang sieben und komplettiert damit einen starken Auftritt der Schweizer Frauen.

Bei den Männern hat man eher mit dem Schweizer Eliminator-Meister Marcel Wildhaber oder dem Dritten von Albstadt, Patrick Lüthi gerechnet. Doch Wildhaber reisst im Viertelfinale die Kette und Lüthi wird im Fotofinish, ebenfalls im Viertelfinale, aus dem Rennen befördert. So ist es der Weltmeister des Jahres 2012, Ralph Näf, der bei seinem ersten internationalen Sprint-Auftritt in diesem Jahr für die Schweiz auf dem Podium steht. Der 33-Jährige macht es mit seiner ganzen Routine und mit seiner exzellenten Fahrtechnik. Wie keinem anderen Fahrer gelingen ihm Überholmanöver in einer Kurve. Auch im Finale geht er am Belgier Fabrice Mels auf diese Weise vorbei auf die Silberposition.

Daniel Federspiel (AUT) ist an der Spitze nicht zu gefährden und holt sich seinen zweiten Europameistertitel nach Bern im vergangenen Jahr. Ralph Näf hängt Mels ab und holt sich Silber, der Niederländer Jeroen van Eck wird Vierter.

Ralph Näf: «Ich hatte müde Beine, deshalb konnte ich am Start nicht mithalten. Ich wusste, wenn ich ins Finale komme, ist vieles möglich, aber Feder war heute klar stärker. Ich habe in jedem Lauf auch meine Fahrtechnik für Überholmanöver genutzt. Ich bin überglücklich mit Silber, es ist eine Genugtuung für mich, weil es zeigt, dass mein Weltmeistertitel im Jahr 2012 kein Zufall war. Wenn es eine entsprechende Strecke ist, kann ich immer noch mithalten.»

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