Titelhamsterei an den Downhill-Meisterschaften | Ride MTB

Titelhamsterei an den Downhill-Meisterschaften

An den Schweizer Downhill-Meisterschaften in Anzère verteidigt Nick Beer seinen Titel. Ihm unterliegen Noel Niederberger und Lutz Weber. Emilie Siegenthaler wiederholt ebenfalls ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr. Bei den Junioren geht der Titel an Mike Schär.

Nach seinem Titelgewinn in Anzère im Jahr 2013 wird Nick Beer seiner Favoritenrolle erneut gerecht. Er deckt sich am gleichen Ort mit seinem insgesamt achten Schweizermeistertitel im Downhill ein und reist nun mit einer Extraportion Motivation zu den Weltmeisterschaften im norwegischen Hafjell. Beer siegt mit knapp fünf Sekunden Vorsprung auf den Elite-Novize Noel Niederberger, der auf die Welttitelrennen verzichtet. Knapp dahinter komplettiert Lutz Weber das Podest. Das Elite-Treppchen in Anzère widerspiegelt auch die logische Reihenfolge, die sich die drei Medaillengewinner während der Saison erarbeitet haben.

Die Ledermedaille geht an den Romand Maxime Chapuis. Er verfehlt die Bronzemedaille um nur gerade vier Zehntelsekunden. Im Vorjahr noch mit Silber, fährt Felix Klee erneut ein starkes Rennen. Dieses Mal reicht es für den guten fünften, beziehungsweise sechsten Rang.

Siegenthalers erfolgreiches Comeback
Ihrer Favorittenrolle gerecht wird auch Emilie Siegenthaler. Anzére ist für die Weltklasse-Fahrerin zudem das erste Rennen, nachdem sie sich beim iXS-Cup in Lenzerheide verletzt hat. Dass Siegenthaler dabei kaum an Stärke verloren hat, beweist sie mit ihrem sechsten Titelgewinn, den sie sich mit deutlichem Vorsprung holt. Eine kleine Überraschung gibt es im Rennen um Rang zwei. In Diesem verdrängt Alba Wunderlin die favorisierte Carina Cappellari knapp auf Rang drei.

Auf Rang vier, jedoch mit klarem Abstand auf die Bronzemedaille, klassiert sich Lorraine Truong. Es ist in diesem Jahr der zweite Abstecher in den Downhill-Rennsport, den die Enduro-Spezialistin unternimmt. Für eine Überraschung sorgt währenddessen eine noch gänzlich unbekannte Fahrerin. In ihrem zweiten Jahr auf dem Downhillbike schafft es Alexandra Wohlgensinger bei ihrem ersten grossen Abfahrtsrennen unter die besten fünf der Schweizermeisterschaften.

Junioren-Sieg an Schär – Wetterglück bis zum letzten Fahrer
Zu Favoritensieg Nummer drei kommt es im Rennen der Junioren. Es ist Mike Schär der sich über die Saison hinweg als schnellster Schweizer Junior etabliert hat. An den Schweizermeisterschaften in Anzère unterstreicht Schär seine Favoritenrolle und siegt mit knapp vier Sekunden Vorsprung. Dem Sieg war Schär aber keineswegs sicher, wie er selbst erklärt: «Ich bin mega erleichtert und happy, dass ich meiner «Favoritenrolle» gerecht wurde. Ich war nämlich noch an keinem einzigen Rennen so nervös wie am Heutigen. Ich wusste, dass von den vorhergehenden Resultaten reichen muss, aber bei einem Sturz wäre es dann gelaufen. Damit habe ich mir schon einen grossen Druck gemacht. Auch während dem Rennen ist mir bei jedem leichten Rutscher das Herz fast in die Hosen gefallen. Umso glücklicher bin ich, dass es mit dem Titel nun doch geklappt hat – jetzt kann ich druckfrei an die Weltmeisterschaften.»

Im Kampf um die Silbermedaille wird es erneut eng. Luca Beckmann ist mit vier Zehntelsekunden Vorsprung nur knapp schneller als Mitfavorit Myles Weber, der sich mit der bronzenen Auszeichnung zufrieden geben muss.

Der Walliser Skiort Anzère steht zum zweiten Mal steht als Veranstalter des iXS-Swiss-Downhill-Cup sowie der Schweizermeisterschaften im Kalender. Im Gegensatz zur Austragung im Vorjahr wir auf einen einzelnen Rennlauf für die nationalen Meisterschaften verzichtet und die Schweizer Teilnehmer für das Titelrennen aus der Cup-Rangliste gezogen. Somit gehen rund 300 Athleten aus 12 Nationen an den Start. Trotzdem tendiert man in den kommenden Jahren wieder in Richtung komplett vom Cup getrennte Landesmeisterschaften.

Mit der Durchführung reist auch das schlechte Wetter erneut nach Anzère und beschert den Downhill-Piloten die eine oder andere Rutschpartie. Die starken Regenfälle am Freitag überlassen den Teilnehmern auch am regenarmen Samstag noch Schlamm. Das daraus resultierende Problem ist jedoch der Nebel, wegen dem eine allfällige Luftrettung ausgeschlossen und somit das Training unterbrochen wird. Am Sonntag kommt erneut kurz Nebel auf, danach setzt sich aber langsam die Sonne durch und hält bis nach Nick Beers Siegesfahrt. Erst danach schickt Petrus wieder Regenwolken in die Region.

Nun stehen mit Wiriehorn und Bellwald noch zwei Klassiker der Schweizer iXS-Downhill-Serie aus. Die Austragung am Wiriehorn geht bereits in zwei Wochen über die Bühne. Das grosse Saisonschlussrennen in Bellwald findet vom 03. bis 05. Oktober statt.

www.ixsdownhillcup.com