Tödlicher Unfall nach Betriebsschluss im Bikepark Leogang | Ride MTB

Tödlicher Unfall nach Betriebsschluss im Bikepark Leogang

Bikepark Leogang Saisonstart 2026

Am Pfingstwochenende ist in Österreich ein 18-jähriger Downhiller tödlich verunglückt. Der junge Mann war nach Betriebsschluss auf einer schwarzen Line in Leogang zu Sturz gekommen und laut Medienberichten «unzeichreichend» ausgerüstet. Die Betreiber appellieren an die Eigenverantwortung und wollen ihr Sicherheitskonzepot weiter verbessern.

Gegen 19:30 Uhr hat sich am vergangenen Pfingstsonntag im Zielbereich des Bikeparks Leogang ein tödlicher Unfall ereignet. Drei Stunden nach Betriebsschluss ist ein 18 Jahre alter deutscher Downhiller auf einer schwarz markierten Strecke zu Sturz gekommen und hat sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. Wie es zu dem Unglück gekommen ist, wird derzeit von den Behörden untersucht. Seitens der Betreiber des Bikeparks drückte Geschäftsführer Kornel Grundner den Angehörigen des Verunfallten sein Mitgefühl aus. Zugleich appellierte er an alle Besucherinnen und Besucher, die Sicherheitshinweise ernst zu nehmen und nur mit entsprechender Schutzausrüstung im Bikepark zu fahren. Denn laut Medienberichten soll der verunglückte junge Mann «unzeichreichend» ausgerüstet gewesen sein - was das heißt, blieb bislang offen. Erste Erhebungen sollen aber ergeben haben, dass es keine Schwierigkeiten an der Strecke selbst gegeben habe, die den Unfall verursacht hätten.

Im Bikepark Leogang hatte man gerade erst das Sicherheitskonzept überarbeitet und verbessert. Denn im Vorjahr war es im Juni zu gleich zwei tödlichen Unfällen auf der ebenfalls schwarz markierten Jumpline «Hot Shots» gekommen. Ein 54-jähriger Schweizer war nach einer Rampe zu Sturz gekommen und heftig mit dem Kopf aufgeschlagen. Kurz darauf verunglückte ein 33-jähriger Lette ebenfalls nach einem Sprung schwer und hat sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. In den 25 Jahren seit Bestehen des Bikepark Leogang waren somit insgesamt sechs tödliche Unfälle zu beklagen, eben drei davon seit 2025. 

Sicherheitsmaßnahmen werden weiter verbessert

Im renommierten Weltcup-Bikepark verzeichnet man 100.000 Besuchern pro Jahr und bis zu 3.500 Abfahrten pro Tag. Angesichts dieser Massen an Downhillern sei die Unfallhäufigkeit vergleichbar mit der beim Skifahren, erklärte dazu Geschäftsführer Grundner gegenüber Medien. Trotzdem arbeite man permanent daran, die Sicherheit im Bikepark zu verbessern. Hinsichtlich des jüngsten Unfalles werde man sich nun verstärkt dem Thema der Nutzung der Strecken außerhalb der Betriebszeiten widmen und wie man hier regulierend eingreifen kann.

Grundsätzlich sei beim Mountainbikesport eine Zunahme der Unfälle mit Verletzten zu verzeichnen, sagt Susanna Mitterer, zuständig für alpine Unfallforschung und Statistik beim Kuratorium für Alpine Sicherheit in Innsbruck: «Doch prinzipiell steigen aktuell alle Alpin-Unfallzahlen, weil einfach mehr Menschen im alpinen Raum unterwegs sind. Auch auf Mountainbikes.» Die Zahl der tödlich Verunglückten Alpin-Sportler verharre aber auf «konstant niedrigem Niveau». Mountainbiken stelle da keine Ausnahme dar. So verletzten sich in der Saison 2022/2023 - gerechnet wird immer von Anfang November bis Ende Oktober - insgesamt 1.069 Personen mit Mountainbikes in Österreichs Bergen. In der Saison 2023/2024 waren es mit 995 etwas weniger - die Zahlen für 2024/2025 liegen noch nicht vor. Wobei Mitterer dazu anmerkt, dass gerade im Bereich Mountainbiken nicht alle Unfälle mit Verletzten als Alpinunfälle gemeldet werden, weil viele Menschen noch selbständig bis ins Tal rollen, nachdem sie einen Unfall hatten. Beim Wandern sei die Zahl der Verunfallten, die mittels Rettungsmaßnahmen geborgen werden müssen, weil sie nicht mehr selbständig ins Tal kommen, deutlich höher.

Tödliche Unfälle beim Mountainbiken sehr selten

Bei den tödlich verunglückten Mountainbikern zeigt sich ein klarer Trend, wie Mitterer erklärt. Waren 2020/2021 noch 21 Tote im Zuge von Mountainbike-Unfällen in Österreich zu verzeichnen, so sank diese Zahl 2021/2022 auf 12, im Jahr 2022/2023 auf 11 und 2023/2024 nochmals auf 10. Und hierbei ist anzumerken, dass in dieser Statistik auch Todesfälle aufscheinen, die auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sind, wenn die Verstorbenen gerade am Mountainbike unterwegs waren. Sieht man sich die Umstände der Unfälle genauer an, so zeigt sich, dass von den 12 Mountainbike-Todesfällen in der Saison 2021/2022 insgesamt 5 auf Herz-Kreislauf-Störungen zurückzuführen waren. 2023/2024 waren von den 10 tödlich verunglückten Mountainbikern 7 zum Zeitpunkt des Unfalles auf Forstwegen unterwegs waren, 2 im Bikepark und 1 auf einem Singletrail.