Vereine braucht das Trail-Land | Ride MTB

Vereine braucht das Trail-Land

Vereine für Trails

Vereine sind am Aussterben, heisst es. Nicht aber im Mountainbike-Sport. In Zeiten wo die Sportart eine bedeutsame Grösse erlangt und Zugänge zu Wald und Wege neu diskutiert werden, nehmen Vereine und Interessensgemeinschaften eine wichtige Stellung ein. Sie geben der sonst losen Bike-Szene ein Gesicht und vertreten deren Interessen gegenüber den Behörden. Doch was bringt das den Mountainbikern am Ende?

Die Anzahl der Mountainbike-Vereine und Interessensgemeinschaften steigt in der Schweiz. Als die meisten Vereine früher noch Hauptsächlich der Nachwuchsförderung für Radrennsportler dienten, hat sich die Gewichtung verschoben. Nicht erst mit dem Mountainbike-Boom hat der Druck auf die Wege zugenommen oder der Ruf nach Infrastruktur wurde lauter, wo es keine gab. Der Boom aus den Corona-Jahren hat die Trail-Politik dann zusätzlich beschleunigt.

Nicht überall herrscht Verständnis für diesen Boom, und schon gar nicht für den Trail-Wildwuchs. Das Risiko von Bike-Verboten auch auf bestehenden Wegen nimmt zu. Es ist auch kein Geheimnis, dass Mountainbiker Freigeister sind – sehr viele Freigeister ohne politisches Gewicht. Genau da rücken Vereine und Interessensgemeinschaften auf den Plan. Sie bündeln die Interessen der Mountainbiker und können so viel erwirken. Sei es um Verbote zu verhindern oder Infrastrukturen, sprich neue Trails zu schaffen.

Überzeugungsarbeit ist gefordert

Es ist jedem Mountainbiker zu empfehlen, zumindest einer Organisation beizutreten, die sich in der Gemeinde, in der Region oder im Kanton engagiert. Umso besser, wenn man dabei selbst noch aktiv wird. Doch nicht überall ist der Zuwachs so gross wie beispielsweise bei BEBike, der Interessensgemeinschaft
Mountainbike im Kanton Bern, die seit ihrer Gründung im Jahr 2021 über 3000 Mitglieder zählt. Lokale Vereine werden mit Fragen konfrontiert, was eine Mitgliedschaft überhaupt bringt.

Jedes Mitglied zählt, auch wenn der direkte Return, zum Beispiel ein neuer Biketrail, oft ein paar Jahre auf sich warten lässt. Nein, die Amtsmühlen drehen nicht so schnell wie die Laufräder der Trail-Nutzer. Schnellere Erfolge sind immer erst auf dem Papier sichtbar. Das zu sehen, fällt vielen Mountainbikern aber schwer. Hier ist oft Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit gefragt – und etwas Geduld.

BEBike nannte zum Beispiel die Zustimmung im Grossen Rat bezüglich der Strassengesetzänderung, wichtige Verbesserungen in der Kantonalen Arbeitshilfe sowie die Mitwirkung bei der Realisation Versuchsbetrieb Koexistenz in Adelboden-Lenk als Erfolge, oder Zwischenerfolge. In Flims erreichte der lokale Bike-Club erstmals einen runden Tisch mit Vertretern der Gemeinde, Forst sowie Jagd und schuff damit ein Verständnis für das Mountainbiken als Bedürfnis.

Sehr oft fehlt in Gemeinden das Verständnis für den Sport und treten dem immer grösser werdenden Aufkommen der Mountainbiker mit Hilflosigkeit gegenüber. Hier können Vereine und Interessensgemeinschaften sehr wohl Aufklärungsarbeit leisten und damit nicht nur Missverständnisse aus der oft eindimensionalen Welt schaffen, sondern oft auch Fahrverbote.

Das geht aber nur, wenn solche Organisationen auch genügend Gewicht, sprich Mitglieder haben. Wer also für seine «Trail-Rechte» einstehen will, tut gut daran einem sich engagierenden Verein beizutreten.