Vertikal statt quer: Hat der traditionelle Heckträger ausgedient? | Ride MTB

Vertikal statt quer: Hat der traditionelle Heckträger ausgedient?

Fahrradheckträger für Autos sind etabliert. Doch lange Radstände, breite Achsen, ungünstig platzierte Dämpfer oder tief gezogene Oberrohre machen das Beladen oft mühsam. Mit Push Components und Fastrack bringen nun zwei Marken aus Deutschland neue Konzepte auf den Markt. Statt die Bikes quer ans Heck zu laden, hängen sie vertikal am Fahrzeug. Das soll das Be- und Entladen deutlich vereinfachen.

In manchen Bereichen ist Nordamerika Europa voraus, auch beim Fahrradtransport. Während sich hier klassische Heckträger durchgesetzt haben, bei denen Fahrräder quer am Fahrzeug befestigt werden, entstanden in Nordamerika und Kanada schon früh vertikale Aufhängungen. Der Grund ist praktischer Natur: Die herkömmliche Bauweise, bei der die Räder quer zum Fahrzeug montiert werden, verlangt beim Beladen oft ein regelrechtes Puzzlespiel. Breite Achsen, lange Radstände und komplexe Rahmenformen erschweren das Handling zusätzlich. Vertikale Systeme, wie sie auch bei Shuttle Anhängern genutzt werden, wurden in Nordamerika schon vor Jahren auf Personenwagen übertragen. Lange blieb jedoch ein Hindernis: Viele dieser Lösungen waren mit europäischen Vorschriften im Strassenverkehr nicht zu vereinbaren. Inzwischen haben sich zwei deutsche Anbieter dem Thema angenommen. Während Push Components mit dem Pushrack einen modularen Heckträger für Camper anbietet, setzt Fastrack auf eine vertikale Lösung für die Anhängerkupplung. Beide Systeme wollen das Handling erleichtern und den Fahrradtransport im Alltag vereinfachen.

Pushrack: Vertikaler Transport für Camper

Der Pushrack Fahrradträger richtet sich an Camper, die Mountainbikes am Heck transportieren wollen, ohne auf schwere und umständliche Schienensysteme zu setzen. Die Räder werden mit dem Lenker zum Fahrzeug hin eingehängt und vertikal transportiert. Laut Hersteller spart das Platz, reduziert das Gewicht und erleichtert das Handling. Zudem sollen sich die Hecktüren auch mit montierten Fahrrädern öffnen lassen.

Mit der Version V3 hat Push Components das System weiterentwickelt. Genannt werden eine vergrösserte Reifenauflage, eine integrierte Vorbauführung für mehr Stabilität, weniger seitliche Neigung der Fahrräder und eine Gleitlagerung, mit der sich der Reifenhalter stufenlos einstellen lässt. Zudem kann jedes Fahrrad einzeln abgesperrt werden. Der Sperrriegel aus Edelstahl ist bereits integriert.

Angeboten wird der Träger in mehreren Varianten. Die Standardausführung ist für viele Fahrradtypen gedacht, darunter Mountainbikes, Kinderräder, leichte E Bikes sowie Rennrad und Gravelbike mit Einschränkungen. Für Downhillräder mit Doppelbrückengabel oder E Bikes mit breitem Display gibt es eine spezielle Version. Pro Fahrrad ist ein eigener Träger nötig. Ein Element wiegt laut Hersteller 1.5 Kilogramm, besteht aus pulverbeschichtetem Aluminium und wird in Deutschland gefertigt.

Als geeignete Fahrzeuge nennt Push Components unter anderem Fiat Ducato, Citroën Jumper, Mercedes Sprinter, Ford Transit, Renault Master und Volkswagen Crafter. Für E Bikes gilt eine Eignung bis fünfundzwanzig Kilogramm, maximal zwei Fahrräder pro Tür. Damit positioniert sich der Pushrack als leichte und flexible Lösung für den Fahrradtransport am Camperheck.

pushcomponents.com

Die Camper-Variante

Fastrack: US Prinzip für die Anhängerkupplung

Der Fastrack ist ein vertikaler Fahrradträger für die Anhängerkupplung, ähnlich den US-Vorbildern. Die Räder werden oben mit dem Vorderrad eingehängt, unten fixiert und anschliessend in Fahrposition gebracht. Laut Anbieter soll das ein schnelles Beladen ermöglichen, das System übersichtlich halten und die Sicht nach hinten verbessern, da keine Laufräder mehr seitlich über das Fahrzeug hinausragen.

Angeboten wird der Träger in zwei Varianten. Der Fastrack 2 ist für zwei Fahrräder ausgelegt, der Fastrack 4 für vier Bikes. Beide Modelle sind für Radstände bis eintausenddreihundert Millimeter vorgesehen. Die maximale Zuladung liegt bei sechzig Kilogramm. Der kleinere Träger wiegt 20 Kilogramm, die grössere Ausführung 23 Kilogramm.

Nach Angaben des Herstellers eignet sich das System für Mountainbikes, Gravelbikes, Rennräder und auch für E Bikes, sofern die Gewichtsgrenzen eingehalten werden. Nicht vorgesehen ist der Träger unter anderem für Fatbikes, Tandems, Liegeräder und kleine Kinderräder.

Zudem ist der Träger so konstruiert, dass sich Hecktüren auch bei Transportern vollständig öffnen lassen, selbst bei Fahrzeugen mit montiertem Ersatzrad.

fast-rack.de

Euro-Heckträger im US-Style