Weltcup: Dahle-Flesjaa holt 29. Sieg – Neff Vierte
Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa schreibt in Lenzerheide Geschichte und gewinnt zum 29. Mal in ihrer Karriere einen Weltcup. Dahle-Flesjaa siegt genau eine Minute vor der US-Amerikanerin Lea Davison und 1:36 Minuten vor Weltmeisterin Catharine Pendrel. Topfavoritin Jolanda Neff landet auf Rang vier (+2:05) vor der Russin Irina Kalentieva.
Jolanda Neff liegt nach dem ersten Anstieg in Führung, doch es dauert nur zwei Kilometer da setzen sie Dahle-Flesjaa und Pendrel unter Druck. «Ich konnte den Rhythmus der Führenden am Anfang nicht mitgehen», gibt Neff später zu Protokoll. Sie verliert so massiv, dass sie sich plötzlich auf Rang 13 wiederfindet.
Dahle-Flesjaa erklärt nach ihrem Sieg, dass es der Plan gewesen sei, Jolanda nach der Startphase unter Druck zu setzen. «Wenn du einen Gegner hast, musst du ihn analysieren», so Dahle-Flesjaa. Die Skandinavierin entkommt mit Pendrel gemeinsam und baut den Vorsprung auf 50 Sekunden aus. Hinter ihr ist es erst die Deutsche Helen Grobert, die in der dritten Runde Plattfuss erleidet, und die dreifache Marathon-Weltmeisterin Annika Langvad (Den), die sich um Rang drei rangeln.
Während Linda Indergand um ein Top-Ten-Resultat kämpft, aber ebenfalls durch Defekt zurückgeworfen wird, sammelt sich Jolanda Neff und fährt eine fulminante Aufholjagd, die sie in der vierten von sieben Runden wieder auf Platz drei bringt. Doch den Abstand zum Spitzenduo kann sie dabei nicht verringern. In der letzten Runde muss sie den dritten Rang auch noch abgeben. «Die Stimmung an der Strecke war cool Schade, dass es heute nicht perfekt gelaufen ist. Vielleicht beim nächsten Mal wieder», erklärt Neff. Warum sie nicht wie gewohnt an der Spitze agieren kann? «Diese Woche war für mich schon anstrengender als sonst. Und vorgestern hatte ich im Training auch noch einen Sturz. Aber ich will keine Entschuldigungen suchen. Wir müssen das noch genauer analysieren», meint Neff, die aber punktgleich mit Dahle-Flesjaa wegen der höheren Anzahl an Siegen weiterhin im weissen Leaderjersey fährt.
Im Kampf um den Sieg verliert Catharine Pendrel in der vierten Runde den Anschluss an Dahle-Flesjaa und die fährt in der Hitze von Lenzerheide unbeirrt ihrem 29. Weltcup-Erfolg entgegen. Acht Tage nach dem Gewinn der Marathon-Weltmeisterschaften wird die 42-Jährige zur alleinigen Rekordhalterin in Sachen Weltcup-Siege. Bisher lag sie mit 28 Erfolgen gleichauf mit der US-Amerikanerin Julie Furtado. Ihren ersten Erfolg feierte sie vor 19 Jahren in Kristiansand, Norwegen.
Nathalie Schneitter wird als zweitbeste Schweizerin 15. (+6:05) und ist damit sehr zufrieden. «Ich wusste, dass die Startphase mit dem Berg für mich schwierig wird. Darauf habe ich mich eingestellt. Danach waren es ja noch sechseinhalb Runden. Es war einfach schön», kommentiert Schneitter ihr Rennen. Von Rang 25 nach einer Runde fährt sie sich konstant nach vorne und produziert zum Schluss die neuntbeste Rundenzeit.