Weltcup: Schurter mit hart erkämpftem Sieg
Zu Beginn des über sieben Runden dauernden Rennens setzen sich drei Schweizer an die Spitze. Nino Schurter führt das Feld vor Mathias Flückiger und Fabian Giger an. Giger erleidet in der zweiten Runde Hinterraddefekt und findet danach nicht mehr richtig ins Rennen. Julien Absalon erwischt einen schlechten Start, kämpft sich dann aber bald in die Verfolgergruppe. Als er sieht, dass Absalon zehn Sekunden hinter ihm fährt, lässt Schurter den Franzosen aufschliessen. «Ich dachte, es ist noch zu früh, um ihn auf Biegen und Brechen fern zu halten», erklärt Schurter seine Taktik.
Das Duo zeigt seine Klasse und entfernt sich immer weiter von der Verfolgergruppe. Dabei spürt Schurter, dass er am Berg ein wenig mehr zu bieten hat. «Ich war da eigentlich nie am Limit», meint er nach dem Rennen. Absalon muss zudem immer wieder kleine Lücken schliessen, die Schurter in den technischen Passagen auftun kann. Eine knifflige Situation hat das Top-Duo in der vierten Runde zu überstehen. In der Einfahrt zur berüchtigten Downhill-Passage «La Béatrice» nimmt Schurter immer eine kürzere, spektakulärere Linie als Absalon, der für einmal vor ihm in die Abfahrt einfährt. Schurter reicht es jedoch nicht, den Franzosen in dieser Passage zu überholen und muss sich wieder hinter ihm einreihen. Dabei Schurter kommt Schurter derart knapp hinter Absalons runter, dass er dessen Hinterrad touchiert. Der Weltmeister stürzt und verliert dazu noch die Brille. Schurter nimmt danach den Faden wieder auf und schliesst die Lücke kurze Zeit später wieder.
Sein Limit reizt Schurter dann am ersten Anstieg der vorletzten von sieben Runden aus. Er greift an und reisst binnen 200 Meter eine Lücke von sechs Sekunden, die er in der folgenden Abfahrt weiter vergrössert. «Ich habe es einfach mal probiert und bin gleich weggekommen. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen konnte. In den vergangenen Jahren hatte ich ja ein paar Mal kein Glück in Mont Sainte Anne. Julien war sicher noch etwas müde, weil er erst am Freitag angereist ist. Meine Form ist dennoch super, es passt alles», kommentiert der Bündner seinen zwölften Weltcupsieg.
Absalon ist vor zehn Tagen zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden und deshalb erst kurzfristig nach Kanada geflogen.
Flückiger-Brüder gemeinsam auf der Jagd
Dass Lukas Flückiger nach der Startphase erst einmal eine Aufholjagd beginnen muss, das kennt man von dem BMC-Fahrer. «Ich dachte, ich sei gar nicht so schlecht gestartet, aber es war am Anfang super schnell», sagt Lukas Flückiger. Anfangs der vierten Runde kann er endlich zu seinem Bruder Mathias Flückiger aufschliessen und gegen ihn, den Australier Daniel McConnell, Jaroslav Kulhavy (CZE) und Sergio Mantecon (ESP) um Rang drei kämpfen. Dieser Fünfkampf geht zugunsten von McConnell aus. «Daniel hat mich etwas überrascht. Eigentlich dachte ich, schon weiter zu sein, aber es ist okay, wenn man in der ersten Runde so viel Zeit verliert. Krämpfe hatte ich, aber nur in den Armen. Das Ergebnis gibt mir auf jeden Fall Selbstvertrauen», erklärt der 30-Jährige.
Sein fast fünf Jahre jüngerer Bruder Mathias freut sich über Rang fünf. «Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich konnte nie übers Limit gehen, sondern nur meinen Rhythmus fahren. Ich hatte ja wochenlang Probleme mit der Atmung und bin deshalb eine schlechte Schweizer Meisterschaft gefahren. Da ich so lange nicht richtig trainieren konnte, bin ich mehr als zufrieden mit dem Resultat», kommentiert Mathias Flückiger, der sich im Kampf um Rang fünf gegen Olympiasieger Kulhavy durchsetzen kann.
Thomas Litscher gelingt als Neunter ebenfalls ein Top-10-Resultat. «Das hat es nach dem schwierigen Frühjahr mal wieder gebraucht. Ich bin ein konstantes Rennen gefahren und habe auch am Start darauf geachtet, nicht zu überziehen», sagt Litscher. Florian Vogel belegt Rang 15. und Pechvogel Fabian Giger Rang 16.
| Rangliste Weltcup #5 Monte-Sainte-Anne/CAN, Herren: | ||
| 1. Nino Schurter (SUI) | 1.38.15 | +0.00 |
| 2. Julien Absalon (FRA) | 1.38.31 | +0.16 |
| 3. Daniel McConnell (AUS) | 1.39.42 | +1.27 |
| 4. Lukas Flückiger (SUI) | 1.40.04 | +1.49 |
| 5. Mathias Flückiger (SUI) | 1.40.15 | +2.00 |
| 6. Jaroslav Kulhavy (CZE) | 1.40.21 | +2.06 |
| 7. Sergio Manceton (ESP) | 1.40.29 | +2.14 |
| 8. José Hermida (ESP) | 1.40.48 | +2.33 |
| 9. Thomas Litscher (SUI) | 1.41.34 | +3.19 |
| 10. Stéphane Tempier (FRA) | 1.41.42 | +3.27 |
| 15. Florian Vogel (SUI) | 1.42.35 | +4.20 |
| 16. Fabian Giger (SUI) | 1.42.56 | +4.41 |
| 25. Matthias Stirnemann (SUI) | 1.44.59 | +6.44 |
| 26. Martin Gujan (SUI) | 1.45.28 | +7.13 |
| 39. Nicola Rohrbach (SUI) | 1.47.40 | +9.25 |
| 59. Marc Stutzmann (SUI) | überrundet | |
| 61. Marcel Wildhaber (SUI) | überrundet | |
| 85. Sepp Freiburghaus (SUI) | überrundet | |
| 94. Nicolas Lüthi (SUI) | überrundet | |
| DNF. Ralph Näf (SUI) | aufgegeben | |