Weltcupsieger kehrt in den Weltcup zurück | Ride MTB

Weltcupsieger kehrt in den Weltcup zurück

Am Wochenende vom 08. Juni geht der Downhill-Weltcup in Fort William in die dritte Runde. Dort kehrt, nach einer Verletzung, Weltcup-Gesamtsieger Steve Smith wieder ins Renngeschehen zurück. Neben dem Weltcup-Führenden Aaron Gwin ist der Favoritenkreis gross.

Am Wochenende vom 08. Juni geht der Downhill-Weltcup in Fort William in die dritte Runde. Dort kehrt, nach einer Verletzung, Weltcup-Gesamtsieger Steve Smith wieder ins Renngeschehen zurück. Neben dem Weltcup-Führenden Aaron Gwin ist der Favoritenkreis gross.

Fort William ist einer der ältesten und zweifelsohne der beliebteste Austragungsort des Downhill-Weltcups. Die Strecke auf der Nevis Range fordert die Athleten auf den 2.8 Kilometern Länge physisch und psychisch. Jedoch ist es die Atmosphäre die diesen Weltcup ausmacht. Während den Hauptrennen am Sonntag brennt die Luft von den verrückten, schottischen Fans, wenn sich die schnellsten Fahrer in rund viereinhalb Minuten zu Tale stürzen. Im letzten Jahr tat dies Gee Atherton am schnellsten und auch an diesem Wochenende gehört der Brite zu den Topfavoriten. Dort hin gehört auch der Amerikaner Aaron Gwin, der nach zwei Rennen das Weltcup-Klassement anführt sowie Weltmeister Greg Minnaar (RSA). Neben den grossen Fahrern gibt es eine gute Hand voll Briten, die durchaus Chancen aufs Podest oder ein einen Platz unter den ersten zehn haben.

Gespannt wird die Rückkehr des Kanadiers Steve Smith beobachtet. Smith gewann im letzten Jahr auf eindrückliche Art und Weise den Gesamtweltcup vor Gee Atherton. In diesem Jahr musste der Kanadier jedoch auf die ersten beiden Rennen verzichten, da er sich beim Training am Fussgelenk verletzt hatte. Aus Schweizer Sicht ruhen die Hoffnungen auf Smith's Team-Kollege Nick Beer. Bisher wurde der Schweizermeister trotz Bestform schlecht belohnt. Nach einem Sturz im ersten Weltcup-Rennen und einer zu sicheren Fahrt beim Zweiten sitzt Beer auf Rang 18 im Gesamtklassement. Dennoch ist es klagen auf hohem Niveau, denn damit hat der Berner noch immer eine gute Ausgangslage für ein gutes Gesamtresultat im Gesamt-Weltcup.

Noel Niederberger hat gute Erinnerungen an das Rennen im schottischen Hochland. Vor einem Jahr gewan dort Niederberger das Weltcup-Rennen bei den Junioren. Mit grossen Hoffnungen ist er in seine erste Elite-Saison gestartet, gekommen ist es jedoch anders. «Beim Südafrika-Weltcup bin ich im Training in einem Steinfeld gestürzt und habe mir dabei das hintere Kreuzband gezerrt», blickt Niederberger zurück und schraubt seine Erwartungen tiefer: «Seit drei Wochen kann ich wieder Rennrad fahren, aber fahre erst seit einer Woche wieder Mountainbike. Mein Ziel ist es deshalb, mir einen Platz unter den Top-60 zu sichern und Geschwindigkeit zu gewinnen, um eine Woche später in Leogang wieder angreifen zu können.»

England versus Frankreich und ein Endurist bei den Junioren
Bei den Frauen ist Weltmeisterin Rachel Atherton die haushohe Favoritin auf den Sieg. Zusammen mit der sechs Jahre jüngeren Manon Carpenter bildet sie die britische Downhill-Macht, denn beide Athletinnen liegen Punktegleich im Weltcup-Gesamtklassement auf Rang eins und zwei. Hinter den beiden lauern die beiden Französinnen Myriam Nicole und Emmeline Ragot.

Auf ihre zwei enttäuschenden Weltcups reagieren will Emilie Siegenthaler. Sie geht, nach einem Road Trip mit dem Gstaad-Scott-Team, gestärkt und mit einem neuen Downhillbike an den Start. «Ich fühle mich sehr gut und freue mich auf die Fahrten auf dem schwierigen Track. Dort will ich endlich meine gute Grundgeschwindigkeit, welche ich schon seit Saisonbeginn habe, mit einem guten Resultat bestätigen», erklärt die mehrfache Schweizermeisterin. Mit Carina Cappellari ist eine weitere Schweizerin am Start des Downhill-Weltcups in Fort William.

Der grosse Favorit in der Junioren-Kategorie ist der Franzose Loris Vergier, der das Gesamtklassement anführt. Neben ihm zählt auch der Amerikaner Luca Shaw zu den Siegesanwärtern. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf einem Downhill-Novizen. Martin Maes aus Belgien ist dort ein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Im Enduro-Rennsport fordert der junge Belgier jedoch bereits die Weltbesten Fahrer heraus. Er klassiert sich in den Enduro-World-Series regelmässig unter den Top-10, wo er in einzelnen Etappen schon einige Male Bestzeiten gefahren ist und Downhill-Grössen wie Fabien Barel und Jared Graves hinter sich liess. Das Management des «GT Factory Racing»-Teams – wo Maes unter Vertrag ist – ist überzeugt, dass Maes auch im Downhill an die Spitze fahren kann und setzt ihn deshalb zum ersten Mal auf das grosshubige Bike. Auch wenn das Junioren-Rennen auf Red Bull TV nicht gezeigt wird, lohnt es sich deshalb, das Livetiming zu verfolgen.

Die Schweizer Junioren-Fahrer können momentan noch nicht vorne mithalten. Von den drei Nationalfahrern sind Mike Schär die grössten Chancen zuzuschreiben. Mit einem guten Tag könnte sich der Zürcher einen Platz in den Top-10 sichern. Die Möglichkeiten von Joel Andrey und Roger Keller sind schwierig einzuschätzen. Andrey wird, nach seiner Ellbogenverletzung Ende vergangener Saison, sicherlich wieder das Vertrauen gewinnen müssen. Keller ist auf dem internationalen Parkett noch gänzlich unerfahren.

www.fortwilliamworldcup.co.uk
www.redbull.com/bike

 

Auszug Startliste UCI Downhill Weltcup Fort William
Männer      
1. Aaron Gwin (USA) SPECIALIZED RACING DH  
2. Gee Atherton (GBR) GT FACTORY RACING  
3. Sam Blenkinsop (NZL) LAPIERRE GRAVITY REPUBLIC  
4. Neko Mulally (USA) TREK WORLD RACING  
5. Josh Bryceland (GBR) SANTA CRUZ SYNDICATE  
6. Loic Bruni (FRA) LAPIERRE GRAVITY REPUBLIC  
7. Michael Hannah (AUS) HUTCHINSON UR  
8. Troy Brosnan (AUS) SPECIALIZED RACING DH  
9. Sam Dale (GBR) MADISON SARACEN FACTORY TEAM  
10. Sam Hill (AUS) CHAIN REACTION CYCLES.COM / NUKEPROOF  
11. Greg Minnaar (RSA) SANTA CRUZ SYNDICATE  
12. Steve Peat (GBR) SANTA CRUZ SYNDICATE  
18. Nick Beer (SUI) DEVINCI GLOBAL RACING  
19. Danny Hart (GBR) GIANT FACTORY OFF-ROAD TEAM  
23. Brendan Fairclough (GBR) GSTAAD-SCOTT  
28. Brook MacDonald (NZL) TREK WORLD RACING  
81. Steve Smith (CAN) DEVINCI GLOBAL RACING  
86. Noel Niederberger (SUI) GSTAAD-SCOTT  
110. Felix Klee (SUI)    
113. Maxime Chapuis (SUI)    
148. Lutz Weber (SUI)    
160. Pascal Tinner (SUI)    
       
Frauen      
1. Rachel Atherton (GBR) GT FACTORY RACING  
2. Manon Carpenter (GBR) MADISON SARACEN FACTORY TEAM  
3. Myriam Nicole (FRA) COMMENCAL / RIDING ADDICTION  
4. Emmeline Ragot (FRA) LAPIERRE GRAVITY REPUBLIC  
5. Tracey Hannah (AUS) HUTCHINSON UR  
12. Emilie Siegenthaler (SUI) GSTAAD-SCOTT  
23. Carina Cappellari (SUI)    
       
Junioren      
1. Loris Vergier (FRA) LAPIERRE GRAVITY REPUBLIC  
2. Luca Shaw (USA) SRAM/TLD RACING  
3. Aiden Varley (AUS)    
4. Taylor Vernon (GBR) GT FACTORY RACING  
5. Neil Stewart (GBR) FMD RACING  
19. Mike Schär (SUI)    
32. Roger Keller (SUI)    
34. Martin Maes (BEL) GT FACTORY RACING  
38. Joel Andrey (SUI) SC INTENSE