Zwei Titel und drei Medaillen für Schweizer Enduristen | Ride MTB

Zwei Titel und drei Medaillen für Schweizer Enduristen

An den ersten Europameisterschaften im Enduro gehen die Titel an Jérome Clementz und Anneke Beerten. René Wildhaber und Remo Heutschi ziehen die Titel in den Masters-Kategorien aus dem Kirchberger Schlamm. Anita Gehrig ergattert Silber bei den Frauen, Daniela Michel und Eva Carrer gewinnen Edelmetal bei den Masters.

Man hat sich für die ersten UEC-Mountainbike-Enduro-Europameisterschaften wohl besseres Wetter gewünscht. Schneefall in den höheren Lagen am Samstag und starker Regen darunter verwandeln die Rennstrecken zu Matschbahnen. Der Renntag am Sonntag startet ebenfalls noch mit ein wenig Niederschlag der sich aber schnell verzieht und den Boden richtig klebrig macht.

Mit diesen Verhältnissen am besten klar, kommt der Franzose Jérome Clementz. Als erster Gewinner der Enduro-World-Series 2013, sowie des ersten World-Series-Rennens in der laufenden Saison, wurde er schon vorher als Topfavorit gehandelt. Diesem Druck hält der flinke Franzose auch Stand und schreibt ein weiteres Mal Geschichte. Nun als allererster Europameister in der Disziplin Enduro. Hinter Clementz holt sich Rémy Absalon die Silbermedaille und vermag nicht in den Goldkampf eingreifen. Nur eine Sekunde dahinter überrascht hingegen der Slowene Vid Persak auf Rang drei.

Als bester Schweizer schafft es Stefan Peter auf den 13. Rang. René Wildhaber wird zwar Overall Zweiter, muss aber aufgrund seiner Lizenz in der Kategorie Masters +30 starten. Dort fährt er unangefochten zum Sieg und ist darüber sehr glücklich. «Bei der Elite wäre es Silber, aber hier ist es Gold. Auch wenn es nicht in der höchsten Kategorie ist, habe ich im Endeffekt mehr vom Europameistertitel als von einer Silbermedaille», freut sich Wildhaber, der zuletzt bei den Downhill-Europameisterschaften im Jahr 1999 Silber gewann.

Für die zweite Schweizer Goldmedaille sorgt Remo Heutschi. Bereits während der ganzen Saison in der Masters-Kategorie zuvorderst vertreten, lässt er auch heute bei den Masters +40 nichts anbrennen und holt sich mit deutlichem Abstand den Europameistertitel.

Erste Medaille für Gehrig
Bei den Frauen ist es erwartungsgemäss Anneke Beerten die sich den Europameistertitel schnappt. Die Holländerin ist kein unbeschriebenes Blatt, wurde sie doch schon zwei Mal Weltmeisterin im 4x und gehört seit dem Beginn der Enduro-World-Series zu den besten Frauen im Enduro-Zirkus. Im Rennen ist ihr jedoch die Deutsche Newcomerin Raphaela Richter dicht auf den Fersen. Diese hält sich bis vor der letzten Abfahrtsetappe auf Rang zwei. Auf der langen Schlussetappe dreht jedoch Anita Gehrig stark auf und drängt Richter noch auf den Bronzerang ab.

Für Gehrig ist es die erste Medaille in ihrer noch jungen Karriere und das obwohl es lange nicht danach aussieht. «Ich bin schlecht ins Rennen gestartet und hab an einigen Ecken ziemlich Zeit liegen gelassen. Auf der letzten Stage konnte ich dann aber so richtig aufdrehen und über eine Minute Zeit gutmachen. Dass es so noch zu Silber gereicht hat, ist der Hammer», sagt Gehrig. Carolin Gehrig schliesst die ersten Europameisterschaften auf Rang fünf ab. Auch sie dreht auf der langen Schlussetappe nochmals richtig auf und macht dank der drittbesten Fahrzeit einige Plätze gut. In der Kategorie Women Masters schnappt sich Antje Kramer die Goldmedaille und verabschiedet sich mit dieser sogleich aus dem Rennsport. Kramer hat zuvor jahrelang die deutsche Frauen-Downhill-Szene geprägt. Silber und Bronze gehen in die Schweiz zu Daniela Michel und Eva Carrer. Michel kann sogar eine Abfahrtsetappe für sich entscheiden.
 

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Insgesamt gehen an der allerersten offiziellen UEC-Mountainbike-Enduro-Europan-Championships 198 Fahrer aus 18 Nationen an den Start. Die schlammigen Abfahrtsetappen verlangen den Teilnehmern alles ab und fordern die Veranstalter zu gleich. Auch wenn einige Dinge nicht ganz am Schnürchen laufen, sind von den Fahrern mehrheitlich positive Stimmen über die Erstaustragung der Enduro-Europameisterschaften zu hören. Auch der Modus von einem Training- und einem Renntag wird sehr begrüsst, da sich dadurch der zeitliche Aufwand in Grenzen hält und trotzdem eine bessere Chancengleichheit geschaffen wird.
Enttäuschend ist lediglich von Seiten der Fahrer, dass nicht mehr Spitzenathleten den Weg nach Kirchberg gefunden haben. Enttäuschend aber auch, dass während der selben Zeit andere grosse Enduro-Rennen, wie die Trans-Provence oder der Coupe de France Enduro, stattfinden muss und dadurch allen Events gute Fahrer abgehen.

Die Europameisterschaften werden in dieser jungen und aufstrebenden Radsportdisziplin sicherlich weiterhin Bestand haben. Wo sie das nächste Mal stattfinden, darüber ist noch nichts bekannt – vielleicht in der Schweiz? Egal wo, bleibt zu wünschen, dass künftig alle europäischen Spitzen-Enduristen am Start stehen.

Rangliste Enduro Europameisterschaften Kirchberg/AUT

www.europeanenduroseries.com