20 Jahre Bike Park Bellwald: vom Downhill-Traum zur Bike-Destination | Ride MTB

20 Jahre Bike Park Bellwald: vom Downhill-Traum zur Bike-Destination

Bikepark Bellwald 20-jähriges Jubiläum 2026

Vor 20 Jahren entstand in Bellwald nicht einfach ein Bikepark, sondern eine Vision. Was mit Schaufeln, Pickeln und einer Handvoll Downhill-Enthusiasten begann, hat sich zu einer der vielseitigsten alpinen Bike-Destinationen der Schweiz entwickelt. Zum Jubiläum blickt Bellwald auf seine Pioniergeschichte zurück, feiert die Menschen hinter dem Projekt und schlägt mit der neuen Partnerschaft mit Crankbrothers das nächste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte auf.

Es gibt Bikeparks, die geplant werden. Und es gibt Bikeparks, die aus einer Szene heraus entstehen. Bellwald gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Was heute als vielseitiger Bike Park mit Flowtrails, Enduro-Lines, alpinen Abfahrten und internationaler Rennsportpräsenz bekannt ist, begann vor 20 Jahren mit einer Idee, viel Handarbeit und einer Gruppe von Mountainbikern, die ihren Traum vom eigenen Downhill-Trail verwirklichen wollten. 

Alles begann mit einer Idee

Die offizielle Geschichte des Bike Park Bellwald beginnt mit der Baubewilligung vom 28. Juni 2005. Doch der eigentliche Ursprung liegt früher: bei Daniel Schalbetter und Romeo Volken, zwei begeisterten Mountainbikern aus Bellwald, die bereits in ihrer Jugend im Oberwalliser Bike-Umfeld unterwegs waren. Nach ersten Erfahrungen im CrossCountry, Dual Slalom und Downhill verlagerte sich ihre Leidenschaft immer stärker in Richtung Bergabfahren. Inspiriert von Freeride-Filmen, Bike-Magazinen und einer Reise nach British Columbia mit dem legendären North Shore und dem Whistler Bikepark entstand die Idee, auch in Bellwald eine permanente Downhill-Strecke zu schaffen. Die Voraussetzungen waren ideal: ein steiler Berg, bestehende Sessellifte, touristische Infrastruktur und ein Dorf, das bereits vom Bergsport geprägt war. Was fehlte, war eine legale, dauerhaft nutzbare Downhill-Strecke. 

Um das Projekt aufzugleisen, wurde 2004 der Verein «Gemeinschaft alternativer Bergradfahrer» gegründet. Der Name war Programm: Man wollte bewusst anders sein als klassische Mountainbike-Clubs. Im Zentrum standen Downhill, Freeride, Fahrspass und eine neue Art, den Berg zu nutzen. Der Bau der ersten Strecke war echte Pionierarbeit. Ausgerüstet mit Schaufeln, Pickeln und Handwerkzeug arbeiteten sich die Freiwilligen Meter für Meter durch das Gelände. Ein grosser Teil der rund 2,2 Kilometer langen Downhill-Strecke entstand in Handarbeit. Unterstützung kam unter anderem von den Sportbahnen Bellwald, die Baggerstunden ermöglichten, sowie von lokalen Entscheidungsträgern, die dem jungen Projekt Vertrauen entgegenbrachten. Im Oktober 2005 konnte die Strecke fertiggestellt werden, die offizielle Eröffnung folgte im Juni 2006. Damit war Bellwald früh ein fester Bestandteil der Schweizer Gravity-Szene. Bereits 2007 wurde erstmals der iXS Downhill Swiss Cup ausgetragen. Aus einem Rennen wurde schnell mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Bellwald verband Rennsport, Szene, Musik und Festivalcharakter. Zwei Livebands pro Abend, eine legendäre Stimmung und eine Strecke, die Fahrerinnen und Fahrer forderte, machten den Anlass über die Jahre zu einem Fixpunkt im Kalender. Bis heute gehört der Downhill Cup zu den prägenden Veranstaltungen des Bike Park Bellwald. 

Wie viele Pionierprojekte war auch Bellwald auf Durchhaltewillen angewiesen. Der Unterhalt wurde lange von Freiwilligen getragen, später zunehmend von den Sportbahnen und mit Unterstützung des Zivilschutzes. Neue Infrastruktur entstand zunächst nur punktuell. Eine blaue Strecke kam 2010 hinzu, später wurden einzelne Abschnitte erneuert. Doch während der Mountainbike-Sport insgesamt wuchs und Enduro-Bikes die Grenzen zwischen Touren, Trail und Downhill verschoben, blieb der Bikepark Bellwald zeitweise in einer Art Standby-Modus. Die Szene kannte Bellwald, aber das volle Potenzial des Berges war noch nicht ausgeschöpft. 

Die Vision des modernen Bikeparks

Der Wendepunkt kam ab 2018. Mit der «Vision Bikepark 2024» wurde die Weiterentwicklung erstmals umfassend gedacht. Daniel Engel, Philipp Bont und Romeo Volken skizzierten eine Zukunft, in der Bellwald nicht nur eine Downhill-Strecke, sondern ein vielseitiger Bikepark mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, flankierenden Angeboten und langfristiger touristischer Bedeutung werden sollte. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Bellwald Tourismus, insbesondere der damalige Geschäftsführer Claudio della Bianca, der das Projekt vorantrieb und die verschiedenen Akteure zusammenbrachte: Gemeinde, Bergbahnen, Kanton, Trailbauer, Initianten, Sponsoren, lokales Gewerbe und Tourismus. Mit Vast Trails erhielt die Vision ab 2020 eine professionelle bauliche Umsetzung. Baggerkelle für Baggerkelle entstand ein Bikepark, der heute zu den vielseitigsten alpinen Angeboten der Schweiz zählt. Der Forest Bump wurde als niederschwelliger Flowtrail gebaut, die bestehende blaue Strecke zum verspielten Sliderman weiterentwickelt. Mit Into the Wild entstand ein naturnaher Singletrail im mittleren Schwierigkeitsgrad. Später folgten Vast & Furious, Lord of the Rims und die ConnectorLine King, mit denen auch die obere Sektion zwischen rund 2’070 und 2’560 Metern über Meer erschlossen wurde. 

Der Bikepark wird zur Weltbühne

Aus dem ursprünglichen Downhill-Traum wurde eine Bike-Destination mit Breite, Tiefe und alpinem Charakter. Diese Entwicklung hat Bellwald auch sportlich auf die internationale Karte gebracht. Gemeinsam mit der Aletsch Arena etablierte die Region Enduro-Rennen auf höchstem Niveau. Nach dem Enduro World Cup 2024 und der Weltmeisterschaft 2025 folgt 2026 erneut ein World Cup. Dazu bleibt der Downhill Cup ein wichtiger Bestandteil der Identität des Bikeparks. Bellwald vereint damit, was moderne Bike-Destinationen auszeichnet: ein Angebot für Einsteigerinnen und Familien, anspruchsvolle Trails für Fortgeschrittene, echte Gravity-DNA und eine starke Verbindung zur Szene. 

20-jähriges Jubiläum und der Blick nach Vorne

Zum 20-jährigen Jubiläum blickt Bellwald nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Am Wochenende vom 4. und 5. Juli 2026 wird das Jubiläum mit einem Anlass für Bikerinnen, Biker, Familien, Gäste und Einheimische gefeiert. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte des Bikeparks, Begegnungen innerhalb der Szene, Bike-Erlebnis, Bike Tests, Festwirtschaft und musikalische Unterhaltung. Es ist ein Jubiläum für alle, die den Bikepark über die Jahre geprägt, unterstützt, gebaut, gepflegt, besucht und weiterentwickelt haben. 

Ein besonderer Akzent zum Jubiläum ist die neue Partnerschaft mit Crankbrothers. Die renommierte Bikekomponenten-Marke wird offizieller Presenting Partner des legendären Dirty Cranking Trails – jener Strecke, mit der die Geschichte des Bike Park Bellwald vor 20 Jahren massgeblich begann. Damit erhält nicht irgendein Trail ein neues Patronat, sondern das Herzstück des Parks: eine Abfahrt, die seit zwei Jahrzehnten für Downhill, technische Passagen, Geschwindigkeit, Mut und echte Gravity-Kultur steht. Die Verbindung zwischen Dirty Cranking und Crankbrothers wirkt beinahe naheliegend. Nicht nur der Name passt, sondern auch die Haltung dahinter. Dirty Cranking steht für eine ursprüngliche, direkte und kompromisslose Form des Mountainbikens. Crankbrothers wiederum ist seit Jahren eine Marke, die stark mit Race-DNA, funktionalem Design und technischer Präzision verbunden wird. Die Marke wurde 1997 in Laguna Beach, Kalifornien, gegründet und zählt heute zu den weltweit bekannten Herstellern von Mountainbike-Komponenten und Zubehör. Bekannt wurde Crankbrothers unter anderem durch das innovative Eggbeater-Pedal, das mit minimalistischem Design und kompromissloser Funktionalität neue Massstäbe setzte. Heute umfasst das Sortiment Pedale, Bikeschuhe, Laufräder, Dropper Posts, Werkzeuge und Pumpen – Produkte, die für Performance, Zuverlässigkeit und Fahrspass in unterschiedlichstem Terrain entwickelt werden. In der Schweiz wird Crankbrothers durch die Intercycle AG mit Sitz in Sursee vertreten. 

Auch von dort wird die Partnerschaft als stimmiges Zeichen verstanden. Die Geschichte des Dirty Cranking Trails passe hervorragend zur Race-DNA von Crankbrothers, heisst es seitens Intercycle. Ziel sei es, gemeinsam noch mehr Bikerinnen und Biker für Bellwald zu begeistern und den Trail mit einer starken Marke sichtbar weiterzuentwickeln. Das neue Streckenbranding mit Crankbrothers-Logo wird ab Saisonstart 2026 sichtbar sein. Für Bellwald ist die Partnerschaft mehr als eine klassische Werbefläche. Sie verbindet die Geschichte eines lokalen Pionierprojekts mit einer internationalen Marke, die im Mountainbike-Sport eine hohe Glaubwürdigkeit besitzt. Damit wird das Jubiläum nicht nur zur Rückschau, sondern auch zu einem Zeichen für die nächste Entwicklungsphase des Bike Park Bellwald. 

«Der Dirty Cranking Trail ist seit zwei Jahrzehnten das Herzstück unseres Bikeparks und ein absolutes Highlight für Downhill-Fans aus der Schweiz und dem Ausland», sagt Romeo Volken, Initiator und Präsident des Vereins Bike Park Bellwald. «Mit Crankbrothers haben wir einen Partner gefunden, der die gleiche Leidenschaft für Technik, Präzision und Adrenalin teilt – ein perfekter Match.» Heute ist der Bike Park Bellwald weit mehr als ein touristisches Zusatzangebot. Er ist Teil der Identität des Bergdorfes geworden, ein Treffpunkt für die regionale Bikeszene, ein Trainings- und Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche, ein wirtschaftlicher Faktor für den Sommer und ein Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Idealismus, lokaler Rückhalt und professionelle Entwicklung zusammenfinden. 

Die Geschichte des Bike Park Bellwald begann mit Freiwilligen, Handwerkzeug und einer Portion kanadischer Inspiration. 20 Jahre später steht Bellwald für alpinen Bikesport mit Vergangenheit und Zukunft. Und mit Crankbrothers an der Seite des Dirty Cranking Trails erhält genau jener Ort neue Sichtbarkeit, an dem diese Geschichte ihren Anfang nahm.

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