Boichis ergattert seinen ersten Weltcup-Sieg
Der Epic Bike Park in Saalfelden Leogang feierte sein 25jähriges Bestehen mit einem der härtesten Rennen im Kalender des Cross-Country-Weltcups. Der Kurs forderte alle.
Im Rennen der Elite Frauen übernahm Jenny Rissveds früh die Kontrolle. Zu Beginn hatten starker Regen und rutschige Passagen für schwierige Bedingungen gesorgt. Savilia Blunk setzte sich am ersten Anstieg an die Spitze, kollidierte jedoch in der ersten Abfahrt mit Rissveds und stürzte. Sie fiel bis ans Ende des Feldes zurück. Puck Pieterse konnte als Einzige zunächst dem Tempo der Schwedin folgen. Sina Frei kämpfte sich ebenfalls nach vorne, verlor durch mehrere Stürze aber den Anschluss an die Podestplätze.
Rissveds nutzte die Fehler ihrer Konkurrentinnen und baute ihren Vorsprung aus. Hinter ihr bildeten Pieterse, Nicole Koller und Alessandra Keller die Verfolgergruppe. In der letzten Runde lag Rissveds bereits rund eine Minute vorne. Sie gewann mit 56 Sekunden Vorsprung vor Pieterse. Keller sicherte sich den dritten Rang. Blunk zeigte nach ihrem frühen Rückschlag eine starke Aufholjagd und wurde Fünfte. Mit diesem Erfolg übernahm Rissveds auch die Führung in der Gesamtwertung.
Bei den Elite Männern fiel die Entscheidung erst in der Schlussrunde. Adrien Boichis, Mathis Azzaro, Luca Martin und Bjorn Riley hatten sich früh vom Feld gelöst. Reifendefekte warfen Riley und Jordan Sarrou zurück. Simone Avondetto schloss später zur Spitze auf, musste nach einer Tempoverschärfung von Azzaro jedoch wieder abreissen lassen. Martin verlor zwischenzeitlich einige Sekunden, stellte den Kontakt in einer Abfahrt dank seiner technischen Stärke aber erneut her.
Boichis wartete bis zum letzten steilen Anstieg. Dort griff er entschlossen an und distanzierte Martin sowie Azzaro. Der Franzose erreichte als Erster das Ziel und feierte seinen ersten Weltcupsieg in der Elite. Azzaro wurde nach dem Rennen wegen eines Regelverstosses in der technischen Zone disqualifiziert. Dadurch rückte Martin auf Rang zwei und Riley auf Rang drei vor. Martin führt nach drei Läufen die Gesamtwertung an.
In den Rennen der U23-Kategorien zeigte Valentina Corvi Frauen eine nahezu makellose Vorstellung. Die Italienerin setzte sich direkt nach dem Start an die Spitze und führte das Rennen vom ersten bis zum letzten Meter an. Bereits nach der Auftaktrunde betrug ihr Vorsprung 16 Sekunden. Danach vergrösserte sie den Abstand auf der schwierigen und teilweise klebrigen Strecke konsequent. Nach ihrem Sturz im kurzen Cross Country Rennen zwei Tage zuvor wollte Corvi eine klare Reaktion zeigen. Sie fuhr konzentriert, vermied Fehler in den technischen Abfahrten und gewann mit einer Minute und 14 Sekunden Vorsprung.
Hinter Corvi zeigte Fiona Schibler ein starkes Rennen. Die Schweizerin lag nach der ersten Runde nur auf dem neunten Platz, arbeitete sich aber Position um Position nach vorne. Im weiteren Rennverlauf erreichte sie teilweise ähnliche Rundenzeiten wie die Siegerin und sicherte sich den zweiten Rang. Monique Halter komplettierte als Dritte das Podest. Corvi baute mit ihrem Sieg die Führung in der Gesamtwertung vor Schibler weiter aus.
Bei den U23-Männern gelang Paul Schehl der zweite Erfolg des Wochenendes. Nach seinem Sieg im kurzen Cross Country Rennen übernahm der Deutsche auch im Hauptrennen früh die Initiative. Nicholas Halter konnte ihm in der ersten Runde noch folgen, doch bereits im zweiten Umlauf erarbeitete sich Schehl den entscheidenden Vorsprung. Trotz technischer Probleme in der dritten, vierten und fünften Runde verteidigte er seine Führung.
Alix Andre Gallis kam im Finale nochmals näher, erreichte das Ziel aber 16 Sekunden hinter Schehl auf Rang zwei. Naël Rouffiac wurde Dritter. Thibaut François Baudry genügte der fünfte Platz, um nach drei Weltcuprunden die Gesamtführung zu behalten.