Carbon gegen Stahl: Schurters Spark RC soll Leben retten | Ride MTB

Carbon gegen Stahl: Schurters Spark RC soll Leben retten

Spark_Buffalo

Ein World-Cup-Bike voller Elektronik soll Velos finanzieren, die nicht einmal eine Schaltung brauchen. Genau dieser Widerspruch macht die Scott-Verlosung grösser als eine Charity-Aktion.

Zwischen diesen beiden Velos spannt sich der wohl härteste Gegensatz im modernen Bikemarkt. Hier ein World-Cup-Bike aus Carbon, aufgerüstet mit Elektronik, Funk und Fahrwerks-Automatik. Dort ein 23 Kilogramm schweres Buffalo Bike aus Stahl, gebaut für Alltag, Last und Reparierbarkeit. Genau diese Fallhöhe nutzt die neue Aktion von Nino Schurter und Scott Sports: Auf VIPrize wird ein handbemaltes Spark RC zugunsten von World Bicycle Relief verlost.


Funkfahrwerk gegen Rücktritt

Auf der einen Seite steht das Scott Spark RC. Es fährt mit RockShox Flight Attendant, einem System, das Gabel und Dämpfer laufend an den Untergrund anpasst. Sensoren messen in Millisekunden, die Kommunikation läuft drahtlos. Der Rahmen besteht aus Carbon. Schon die Serienversion kostet rund 15'000 Franken. Der wahre Wert dieses Unikats ist unbezifferbar.

Auf der anderen Seite steht das Buffalo Bike. World Bicycle Relief baut damit kein Sportgerät, sondern ein Werkzeug für den Alltag. Das Rad wiegt 23 Kilogramm und setzt auf Stahlrohre statt auf Carbon. Es hat keine Schaltung, keine Sensoren und keinen Akku. Gebremst wird per Rücktritt. Produktion und Auslieferung kosten rund 165 Franken.
 

Wenn Mobilität kein Hobby ist

Wir diskutieren über Reifendruck per App und das letzte Gramm am Racebike. Dieselbe Szene sammelt hier nun Geld für ein Velo, das laut World Bicycle Relief in Sambia oder Kenia bis zu 100 Kilogramm Gepäck tragen kann. Der Unterschied zwischen beiden Rädern ist nicht nur technisch. Er zeigt auch, wofür Fahrräder gebaut werden.

Nach Angaben von World Bicycle Relief bringt das Buffalo Bike Hebammen zu Patientinnen, verkürzt Schulwege und erleichtert den Weg zur Arbeit und zur medizinischen Versorgung. Die Organisation beschreibt es als Transportmittel für Regionen, in denen Wege lang und Alternativen rar sind. Darin liegt die eigentliche Fallhöhe dieser Verlosung: Sammlerwert auf der einen Seite, Mobilität im Alltag auf der anderen.
 

Verlosung statt Auktion

Der südafrikanische Künstler Lionel Smit bemalte zwei Rahmen des Spark RC in reiner Handarbeit. Einer bleibt in Schurters Trophäensammlung. Das zweite Bike geht in die Verlosung zugunsten von World Bicycle Relief.

Der Modus ist entscheidend: Nicht der Höchstbietende kauft das Unikat weg. Wer spendet, sammelt Gewinnchancen. Auch kleine Beiträge landen im Lostopf. Der Gewinner reist an den Weltcup in der Lenzerheide und bekommt das Bike dort von Schurter persönlich überreicht.
Jeder gespendete Franken erhöht die Chance auf das Hightech-Bike und unterstützt zugleich World Bicycle Relief. So wird aus einem Bike für Sekunden ein Hebel für Alltagskilometer. Der Widerspruch bleibt. Und genau darin liegt die Kraft dieser Aktion.
 


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