Der ultimative Kick: von 3750 Meter in 300 Kilometer ans Meer | Ride MTB

Der ultimative Kick: von 3750 Meter in 300 Kilometer ans Meer

Grand Sassière – Finale Ligure (Matthew Fairbrother)

Die Aiguille de la Grand Sassière gilt als der höchste Punkt der Alpen, der mit einem Mountainbike machbar ist. Nun ist der junge Neuseeländer Matthew Fairbrother in einem Tag vom Gipfel nach Finale gefahren. Gewissermassen vom Eis zum Sand. 15 Stunden am Stück, 300 Kilometer und 6000 Tiefenmeter. Respekt!

Der Neuseeländer Matthew Fairbrother entzückt den Mountainbikesport mit immer neuen Abenteuer. Der jüngste Wurf des 21-Jährigen: Er ist von der Aiguille de la Grande Sassière auf 3747 Meter über Meer in einem Stück an Mittelmeer bei Finale Ligure gefahren. Ein Husarenritt während nicht weniger als 15 Stunden.

Nach einer sechsmonatigen Pause vom Mountainbiken wegen mehrerer Verletzungen suchte Fairbrother für seine Rückkehr ein ganz besonderes Projekt. Seine Idee: Zurück an die Orte, die ihn als Mountainbiker besonders geprägt haben. Daraus entstand die Idee, vom höchstgelegenen Mountainbike-Gipfel Europas bis hinunter ans Mittelmeer nach Finale Ligure zu fahren. Zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten, jedoch beide eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung spielten. Die Grande Sassière steht für seine ersten Erfahrungen im hochalpinen Gelände, Finale Ligure für jahrelange Wiederkehr, vertraute Trails und eine beständige Community.

Am Vorabend dieses Husarenritts biwakiert er unterhalb dem Gipfel der Grande Sassière, um mit den ersten Sonnenstrahlen in die Abfahrt zu steuern. Dabei erweist sich der Start als schwierigster Moment. Der Gipfelbereich der Grande Sassière ist ruppig, steil und hochalpin. Fehlertoleranz? Keine. Später wechselt die Landschaft zwischen Almwiesen, Singletrails, alten Militärwegen, landwirtschaftlichen Zufahrten und Kanalwegen. Die Vielfalt habe ihn besonders geprägt, sagt Fairbrother im Nachgang. Jeder Abschnitt habe seine eigenen Anforderungen und seinen eigenen Rhythmus gehabt. Nach 14 Stunden und 54 Minuten erreicht er schließlich das Mittelmeer. Der Gegensatz zwischen Start- und Endpunkt könnte größer kaum sein können: von 3’747 Metern Höhe hinab auf Meereshöhe, von Schnee zu Sand, von Zweifel zu Dankbarkeit.

Fairbrother betont, dass es die Extremfahrt trotz des Solocharakters keine reine Einzelleistung gewesen sei. Er konnte auf ein Netzwerk aus medizinischer Betreuung, seinem Trainer Matt Miller sowie Unterstützern und Partnern wie Ergon und Deviate Cycles zurückgreifen. 

Dier Tour bedeutet für ihn nicht Erleichterung, sondern Vertrauen – in den eigenen Körper, in den zurückgelegten Prozess und in die Fähigkeit, auch in schwierigen Phasen weiterzumachen. Das Projekt sei weniger ein Rekordversuch als vielmehr ein persönlicher Weg zurück zum Selbstvertrauen gewesen. Seine Botschaft: Ziele konsequent  verfolgen statt auf perfekte Bedingungen warten: Fortschritt entsteht Schritt für Schritt.

Karte & GPX-Track

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Die Route zur Aiguille de la Grande Sassière ist auch in der Tourendatenbank von Ride zu finden:
ride-mtb.com/touren/aiguille-de-la-grand-sassiere